HSV rutscht beim Kleeblatt aus! Greuther Fürth ringt pomadige Rothosen nieder

Fürth - Ausrutscher in der Fremde! Der Hamburger SV hat bei der SpVgg Greuther Fürth eine schwache Leistung gezeigt und das letzte Auswärtsspiel des Jahres unterm Strich verdient mit 0:1 (0:1) verloren.

Die frühe Führung für das Kleeblatt: Armindo Sieb (M.) grätscht die Kugel in der 8. Minute zum 1:0 für die Fürther über die Linie des Hamburger Tores.
Die frühe Führung für das Kleeblatt: Armindo Sieb (M.) grätscht die Kugel in der 8. Minute zum 1:0 für die Fürther über die Linie des Hamburger Tores.  © Daniel Karmann/dpa

Das Tor des Tages vor 13.266 Zuschauern im verregneten Sportpark Ronhof erzielte Armindo Sieb in der 8. Minute. Timothy Tillmann sah aufseiten der Gastgeber in der 87. Minute die Rote Karte.

Kleeblatt-Trainer Alexander Zorniger nahm im Vergleich zum 1:0-Erfolg bei Eintracht Braunschweig einen Wechsel vor: Simon Asta begann für Marco Meyerhöfer (Bank).

Sein Gegenüber, HSV-Coach Tim Walter, tauschte nach dem 3:1-Heimsieg gegen den SSV Jahn Regensburg hingegen nicht.

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Die Hausherren starteten wie die Feuerwehr: Erst traf Ragnar Ache zur vermeintlichen Führung, die wegen Abseits zurückgenommen wurde (6.), dann zappelte der Ball drei Minuten später erneut im Netz - und dieses Mal zählte der Treffer!

Branimir Hrgota bediente Ache auf dem rechten Flügel, dessen flache Hereingabe bis zum zweiten Pfosten durchrutschte, wo Sieb das Leder zum 1:0 über die Linie grätschte (8.).

Nach minutenlanger Abseits-Überprüfung gab Referee Matthias Jöllenbeck schließlich grünes Licht. Ein Start nach Maß für die Franken.

Startelf der SpVgg Greuther Fürth für das Heimspiel gegen den Hamburger SV

Anfangself des Hamburger SV für das Gastspiel bei der SpVgg Greuther Fürth

Dominanter HSV bleibt zu ungefährlich, Greuther Fürth setzt Nadelstiche

Im Regen von Fürth blieben die Hamburger über weite Strecken des Spiels erstaunlich ungefährlich und bissen sich an den disziplinierten Fürthern die Zähne aus.
Im Regen von Fürth blieben die Hamburger über weite Strecken des Spiels erstaunlich ungefährlich und bissen sich an den disziplinierten Fürthern die Zähne aus.  © Daniel Karmann/dpa

Bei den Hanseaten lief hingegen zunächst so gut wie gar nichts zusammen. Die erste dicke Möglichkeit ließ bis zur 18. Minute auf sich warten: Sonny Kittel zwang Fürth-Keeper Andreas Linde zu einer bärenstarken Parade.

Diese Szene war jedoch so etwas wie ein kleiner Weckruf für die Gäste, die fortan immer besser in die Partie kamen. Ein Kopfball-Treffer von Robert Glatzel wurde kurz darauf wegen Abseits zurückgenommen (25.).

Die SpVgg beschränkte sich mit der Führung im Rücken indes auf die Defensivarbeit und setzte nur selten in der Offensive Akzente. In der 36. Minute musste HSV-Verteidiger Miro Muheim allerdings für den einschussbereiten Hrgota klären.

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Abgesehen davon hatten aber die Rothosen das Heft des Handelns in der Hand. Wirklich gefährliche Torchancen sprangen dabei allerdings nicht heraus, da sich die Walter-Elf an den disziplinierten Fürthern die Zähne ausbiss. Ein Kittel-Schuss wurde geblockt (43.), kurz danach war Pause.

Die zweite Hälfte begann zunächst ähnlich: Die Hamburger waren das balldominierende Team, kamen aber kaum einmal zu gefährlichen Abschlüssen. Ganz anders als die Hausherren, die über Sieb konterten und am 2:0 schnupperten - Gäste-Keeper Daniel Heuer Fernandes parierte erstklassig (55.).

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Bis auf ein Abseitstor war von HSV-Knipser Robert Glatzel (r.) gegen den Bundesliga-Absteiger so gut wie gar nichts zu sehen. Auch deshalb verloren die Hanseaten.
Bis auf ein Abseitstor war von HSV-Knipser Robert Glatzel (r.) gegen den Bundesliga-Absteiger so gut wie gar nichts zu sehen. Auch deshalb verloren die Hanseaten.  © Daniel Karmann/dpa

Das war jedoch nur der Beginn einer Druckphase der Fürther, die den Rothosen nun immer mehr den Schneid abkauften und durch den extrem auffälligen Sieb gleich zweimal den zweiten Treffer verpassten (60./62.).

Von der Walter-Elf war offensiv weiterhin erstaunlich wenig zu sehen. Gegen den kompakten Abwehrriegel der SpVgg fehlte es den pomadigen Hanseaten an Zielstrebigkeit, Dynamik sowie Kreativität.

So begann schließlich die Schlussphase und dem Tabellenzweiten lief langsam, aber sicher die Zeit davon, während die Zorniger-Elf immer wieder Nadelstiche setzte und auf die Entscheidung lauerte.

In der 87. Minute wurde es dann noch einmal turbulent: Der eingewechselte Tillmann erwischte den ebenfalls eingewechselten Xavier Amaechi an der Außenlinie mit gestrecktem Bein auf Kniehöhe und sah die Rote Karte!

Am Heimsieg der Franken änderte das allerdings nichts mehr, da den Gästen auch in den Schlussminuten nichts mehr einfiel, um die letztlich verdiente Auswärtspleite noch abzuwenden. Es blieb beim 0:1.

Für das Kleeblatt geht es im letzten Spiel des Jahres am Sonntag (13.30 Uhr) zum SV Darmstadt 98, die Rothosen empfangen bereits am Samstag (13 Uhr) den SV Sandhausen.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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