HSV-Testspielerfolg zeigt erste Schwächen des Systems Walter

Hamburg/Grassau - Es war laut, es wurde viel gelaufen, es wurde viel rotiert! Das Debüt von Tim Walter (45) als Trainer des Hamburger SV ist geglückt.

HSV-Trainer Tim Walter (46) war mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden. (Archivbild)
HSV-Trainer Tim Walter (46) war mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden. (Archivbild)  © Gregor Fischer/dpa

Gegen den österreichischen Zweitligisten Wacker Innsbruck gewannen die Norddeutschen mit 1:0. Dabei war die Handschrift des neuen Chefs schon deutlich zu erkennen.

Seine Mannschaft war viel in Bewegung, rotierte permanent. "Für mich war es wichtig, dass wir Intensität, Bereitschaft und Mut an den Tag legen", sagte der 45-Jährige nach der Partie. "Das haben die Jungs gut umgesetzt."

Walter will in Ballnähe Überzahl schaffen, sowohl bei eigenem, als auch bei Ballbesitz des Gegners. "Gleichzeitig ist die Bereitschaft, nach hinten zu sichern und Lücken zu schließen, sehr wichtig", erklärte er.

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Und daran hat es bei dem ein oder anderen Spieler noch gehapert. Wie schon bei Walters vorheriger Station beim VfB Stuttgart zu sehen war, fehlte oftmals die Absicherung nach hinten. Bei Ballverlusten hatte der Gegner große Lücken zum Kontern.

So resultierte die größte Innsbrucker Chance in der 87. Minute aus einem einfachen Fehlpass von Toni Leistner. Doch der freigespielte Raphael Galle schoss am leeren Tor vorbei.

"Wenn du Mut einforderst, musst du auch zu Fehlern stehen", stellte Walter klar. Ihm sei klar gewesen, dass "auch ein paar Fehler mehr drin sind als sonst". Aber die Mannschaft habe es immer wieder versucht.

HSV bangt um Mittelfeldspieler Sonny Kittel

Sebastian Schonlau (26) gab im Testspiel gegen Wacker Innsbruck sein Debüt für den Hamburger SV. (Archivbild)
Sebastian Schonlau (26) gab im Testspiel gegen Wacker Innsbruck sein Debüt für den Hamburger SV. (Archivbild)  © Robert Stoll/TAG24

In den kommenden Tagen von Grassau will der HSV-Trainer die Abläufe weiter verinnerlichen. Umso wichtiger, dass nach und nach die neuen Spieler eingebunden werden können. "Es war gut, alle mal im Spiel zu sehen."

Der 45-Jährige wusste aber auch, dass einige Profis bereits weiter seien als andere. Dennoch befand er: "Es war eine gute Einheit von uns, ich bin insgesamt zufrieden mit dem Test."

Dass es hier und da noch haperte, erkannte nicht nur Walter an. "Dass noch nicht alle Abläufe so funktionieren, ist klar. Dennoch hat man einige Elemente der Spielidee gesehen", sagte Sebastian Schonlau (26), der sein Debüt im Dress der Rothosen gab.

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Auch er sprach im Anschluss an die Partie von Bereitschaft und Mut. Zwei Eigenschaften und Worte, die sein Trainer den Spielern anscheinend schon eingeimpft hat. Doch an erster Stelle stand für den Neuzugang das Erfolgserlebnis: "Wir haben gewonnen, das ist das Wichtigste."

Die Freude über den Testspielsieg wurde allerdings ein wenig von der Verletzung von Sonny Kittel (28). Der Mittelfeldspieler musste bereits in der ersten Halbzeit ausgewechselt werden. "Sonny hat einen Schlag abbekommen. Er hat es zunächst noch weiter probiert, aber es tat zu weh an der Stelle", erklärte Walter. Laut dem HSV-Trainer sei das Knie nicht betroffen gewesen. "Inwieweit aber muskulär etwas betroffen ist, müssen wir noch abwarten."

Weiter geht es für die Norddeutschen mit dem Testspiel auf der Rückreise in die Heimat am 7. Juli in Heimstetten gegen den FC Augsburg.

Titelfoto: Gregor Fischer/dpa

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