HSV vergeigt Spiel eins nach Uwe Seeler! Rothosen mit Last-Minute-Pleite gegen Hansa Rostock

Hamburg - Viele Emotionen und ein Lucky Punch: Der Hamburger SV hat das erste Spiel nach dem Tod von Vereinslegende Uwe Seeler (†85) gegen den FC Hansa Rostock verloren. Durch ein spätes Tor von Kevin Schumacher (90.+4) unterlagen die Rothosen mit 0:1 (0:0).

Mit dieser besonderen Choreo ehrten die HSV-Fans die am Donnerstag verstorbene Vereinslegende Uwe Seeler (†85) vor dem Heimspiel gegen Hansa Rostock.
Mit dieser besonderen Choreo ehrten die HSV-Fans die am Donnerstag verstorbene Vereinslegende Uwe Seeler (†85) vor dem Heimspiel gegen Hansa Rostock.  © imago/Jan Huebner

Damit verpassten es die Hanseaten vor 54.000 hauptsächlich in Schwarz gekleideten Zuschauenden im Volksparkstadion, der Ikone zum Abschied einen Heimsieg zu schenken.

HSV-Coach Tim Walter nahm nach dem 2:0-Auswärtserfolg bei Eintracht Braunschweig keine Wechsel vor.

Sein Gegenüber, FCH-Trainer Jens Härtel, tauschte im Vergleich zur 0:1-Niederlage gegen den 1. FC Heidenheim hingegen einmal: Frederic Ananou ersetzte den verletzten Sebastien Thill (Kapsel- und Bänderriss).

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Bereits vor dem Anpfiff herrschte Gänsehaut-Atmosphäre: Die Fans sorgten mit einer beeindruckenden Choreo sowie einem Banner ("UNS UWE: loyal und bescheiden - der Größte aller Zeiten") für feuchte Augen, zudem hielt Ex-Stadionsprecher Jo Brauner eine bewegende Trauerrede.

Als die Partie schließlich lief, war beiden Mannschaften zunächst anzumerken, dass es kein gewöhnliches Duell war. Viel spielte sich im Mittelfeld ab, zwingende Torchancen waren dementsprechend absolute Mangelware.

Startelf des Hamburger SV für das Zweitliga-Heimspiel gegen den FC Hansa Rostock

Anfangsformation des FC Hansa Rostock im Zweitliga-Auswärtsspiel beim HSV

Dominanter HSV lässt gegen Hansa Rostock nötige Zielstrebigkeit vermissen

HSV-Edeltechniker Sonny Kittel (M.) hatte die beiden besten Chancen für die Rothosen in der ersten Halbzeit.
HSV-Edeltechniker Sonny Kittel (M.) hatte die beiden besten Chancen für die Rothosen in der ersten Halbzeit.  © Marcus Brandt/dpa

Nach und nach legten die Rothosen ihre Nervosität ab und übernahmen - wie erwartet - die Initiative. Trotz des vielen Hamburger Ballbesitzes war es allerdings die Kogge, die die erste richtig gute Chance hatte: Lukas Fröde köpfte nach einer Ecke knapp vorbei (22.).

Und genauso ging es auch weiter: Die Hanseaten hatten ein klares optisches Übergewicht, ließen im Spiel nach vorn aber Genauigkeit und Zielstrebigkeit vermissen. Wirklich brenzlig wurde es nur, wenn sich Rostock mal offensiv zeigte.

Erst in der 37. Minute änderte sich das Bild: Moritz Heyer brachte die Kugel flach in die Mitte, wo Sonny Kittel abzog, aber an FCH-Keeper Markus Kolke scheiterte. Eine Zeigerumdrehung später war es erneut der Edeltechniker, der das Gäste-Tor mit einer Direktabnahme knapp verfehlte (38.) - doppeltes Glück für Hansa!

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In der Schlussphase der ersten Halbzeit bauten die Rothosen noch einmal ein wenig mehr Druck auf und kamen durch den wie immer umtriebigen Ludovit Reis (45.) sowie Neuzugang Laszlo Benes (45.+2) zu zwei weiteren Abschlüssen, die allerdings nichts einbrachten. So ging es mit dem 0:0 in die Pause.

Der zweite Abschnitt begann, wie der erste geendet hatte: mit einer Chance für die Hausherren! Heyer setzte gut nach und Ransford-Yeboah Königsdörffer in Szene, dessen Schuss in allerletzter Sekunde geblockt wurde (48.).

Kevin Schumacher schießt Hansa Rostock beim HSV spät zum Sieg

Pure Ekstase: Kevin Schumacher (2.v.r.) schoss die Kogge in der Nachspielzeit zum Sieg beim HSV.
Pure Ekstase: Kevin Schumacher (2.v.r.) schoss die Kogge in der Nachspielzeit zum Sieg beim HSV.  © Marcus Brandt/dpa

Anschließend bauten allerdings die Gäste von der Ostsee eine kleine Druckphase auf. Mehrere gefährliche Strafraumszenen gipfelten in einem Abschluss von Kai Pröger, der den Hamburger Kasten nur knapp verfehlte (54.).

Kurz darauf gab es eine Schrecksekunde für die Walter-Elf: Innenverteidiger Mario Vuskovic kugelte sich bei einem Zweikampf den Daumen aus und musste lange behandelt werden. Mit einer Bandage konnte er zunächst weiterspielen, musste dann aber doch raus.

In der Folge lief nur noch beim FCH etwas zusammen: Nach einer Kopfball-Vorlage von Fröde bugsierte Svante Ingelsson das Spielgerät artistisch in Richtung Tor, doch HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes packte eine Weltklasse-Parade aus (65.). Drei Minuten später vergab Simon Rhein die nächste dicke Möglichkeit (68.).

Daraufhin beruhigte sich die Partie ein wenig, da alle Akteure Luft für den Endspurt zu holen schienen - und der hatte es schließlich in sich: in der 84. Minute tauchte plötzlich Knipser Robert Glatzel vor dem Hansa-Tor auf, scheiterte mit seiner Direktabnahme aber an Schlussmann Kolke. Vier Zeigerumdrehungen später war es erneut der Goalgetter, der die Kugel aus rund elf Metern knapp vorbeisetzte (88.).

Als sich schon alle mit dem Remis arrangiert hatten, schlug die Härtel-Elf noch eiskalt zu: Pröger bediente Schumacher, der aus halblinker Position nicht lange fackelte und das Leder zum 1:0 ins lange Eck jagte (90.+4). Der HSV warf anschließend noch einmal alles nach vorn und sorgte mehrfach für Gefahr, doch es blieb bei der knappen Niederlage.

Für beide Mannschaften geht es am kommenden Samstag (15.30 Uhr) im DFB-Pokal weiter: Die Rothosen gastieren bei Drittliga-Aufsteiger SpVgg Bayreuth, die Kogge tritt beim Regionalligisten VfB Lübeck an.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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