HSV zeigt Comeback-Qualitäten: "Darauf können wir aufbauen"

Hamburg - Zweimal in Rückstand, zweimal zurückgekommen: Angesichts des Spielverlaufs wollte beim Hamburger SV nach dem 2:2 gegen den 1. FC Nürnberg niemand so wirklich von verlorenen zwei Punkten sprechen.

HSV-Coach Tim Walter (45) sah einen engagierten Auftritt seiner Mannschaft, die sich nach zweimaligem Rückstand mit einem Unentschieden belohnte.
HSV-Coach Tim Walter (45) sah einen engagierten Auftritt seiner Mannschaft, die sich nach zweimaligem Rückstand mit einem Unentschieden belohnte.  © Axel Heimken/dpa

"Es zeigt den fortschreitenden Reifeprozess der Mannschaft, dass sie das Heft weiter in der Hand hält, nie aufgibt, immer dran bleibt", unterstrich HSV-Coach Tim Walter (45) auf der anschließenden Pressekonferenz.

Er sei zwar "grundsätzlich immer nur mit drei Punkten vollkommen zufrieden", verdeutlichte der 45-Jährige, nichtsdestotrotz freue er sich aber über den "guten Auftritt" seiner Jungs, so der Übungsleiter.

Die zeigten, wie schon in den vergangenen Wochen, viel Engagement und Tatendrang, hatten in vielen Situationen jedoch nicht das nötige Glück auf ihrer Seite. "Wir haben enorm viel investiert und waren kreativ in der Offensive, darauf können wir definitiv aufbauen", gab David Kinsombi (26) dennoch zu Protokoll.

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Die Hanseaten hatten zwar durchaus genug Torchancen, um das Spiel zu gewinnen, im Vordergrund standen an diesem Nachmittag aber eher die Comeback-Qualitäten. "Wir haben alles nach vorne geschmissen und uns belohnt", erklärte Doppelpacker Robert Glatzel (27).

Gleich zweimal, in der 34. und in der 80. Minute, war der 27-Jährige mit dem Kopf zur Stelle und egalisierte die Nürnberger Führung. "Wir haben gezeigt, dass wir viele Chancen kreieren können - auch gegen einen tief stehenden Gegner. Das war gut", unterstrich der Stürmer.

Beide Gegentore sorgten für ordentlich Frust beim HSV

HSV-Neuzugang Mario Vuskovic (19, r.) legte ein unglückliches Startelf-Debüt hin. In der 20. Minute verschuldete er den Strafstoß zum 0:1.
HSV-Neuzugang Mario Vuskovic (19, r.) legte ein unglückliches Startelf-Debüt hin. In der 20. Minute verschuldete er den Strafstoß zum 0:1.  © Axel Heimken/dpa

Natürlich fanden die Verantwortlichen aber auch einige Kritikpunkte. Insbesondere das 2:1 für den FCN, das nur 30 Sekunden nach dem Wiederanpfiff fiel, sorgte für Ärger.

"Das Gegentor nach der Halbzeit darf uns nicht passieren, das war total unnötig", machte Youngster Jonas David (21) klar und ergänzte: "Wenn wir in der Szene wacher gewesen wären, hätte es am Ende wohl nur einen Sieger gegeben."

Der 21-Jährige musste dieses Mal auf den gesperrten Sebastian Schonlau (27) an seiner Seite verzichten, bildete stattdessen mit Neuzugang Mario Vuskovic (19) die Innenverteidigung.

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Das Startelf-Debüt des 19-Jährige hätte allerdings besser laufen können: In der 20. Minute verschuldete er mit einem Griff ins Gesicht von Nürnbergs Nikola Dovedan den Elfmeter zum 0:1. "Für mich ist die Szene ein ganz normaler Zweikampf, in dem beide Spieler ein bisschen mit den Armen arbeiten", stellte Walter dazu fest.

Allzu sehr wollte er sich über die Schiedsrichter-Entscheidung aber auch nicht aufregen: "Wir akzeptieren das alles und freuen uns über das gute Spiel unserer Mannschaft", erklärte der Coach abschließend.

Titelfoto: Axel Heimken/dpa

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