Last-Minute-Wahnsinn! Joker Doyle schießt den HSV in der 94. Minute zum Sieg

Paderborn - Was für ein Wahnsinn! Der Hamburger SV hat am Freitagabend beim SC Paderborn einen 2:1-Last-Minute-Erfolg gefeiert.

Frühe Führung: Die Hamburger gratulieren Vorbereiter Faride Alidou (links) zu seiner Vorlage.
Frühe Führung: Die Hamburger gratulieren Vorbereiter Faride Alidou (links) zu seiner Vorlage.  © Friso Gentsch/dpa

Vor 13.000 Zuschauern in der ausverkauften Benteler-Arena brachte Moritz Heyer den HSV nach fünf Minuten in Führung, Paderborns Marvin Platte sorgte noch vor der Pause (38. Minute) für den Ausgleich. Tommy Doyle erzielte in der 94. Minute schließlich das viel umjubelte 2:1 für die Hamburger.

HSV-Trainer Tim Walter veränderte seine Startelf im Vergleich zum 1:1-Unentschieden gegen Fortuna Düsseldorf auf drei Positionen. Moritz Heyer, Bakery Jatta und Faride Alidou, der zu seinem Startelf-Debüt für die Rothosen kam, ersetzten Jan Gyamerah, Anssi Suhonen und Robin Meißner (alle Bank).

Sein Gegenüber, SPC-Coach Lukas Kwasniok, tauschte seine Elf auf zwei Positionen. Nach dem 1:1 gegen Jahn Regensburg wichen Marcel Correia und Marco Stiepermann für Jasper van der Werff und Marcel Mehlem.

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Die Hausherren versuchten, den HSV früh zu attackieren, die Rothosen ließen sich davon nicht beeindrucken und legten einen Blitzstart hin. Nach nur fünf Minuten schlug die Walter-Elf bereits zu.

Debütant Alidou tauchte frei vor SCP-Keeper Jannik Huth auf und scheiterte am Pfosten, der Ball landete allerdings im Rückraum genau vor den Füßen vor Heyer, der überlegt gegen die Laufrichtung des Torhüters zur Führung einschoss. Es war bereits das fünfte Saisontor des Defensiv-Allrounders.

Der Hamburger SV startete mit dieser Mannschaft in die Partie beim SC Paderborn

SC-Paderborn-Trainer Kwasniok schickte diese Startelf gegen den HSV auf den Rasen

HSV gibt Führung vor der Pause aus der Hand

Paderborns Marco Schuster (links) im Kampf um den Ball mit Hamburgs Jonas Meffert.
Paderborns Marco Schuster (links) im Kampf um den Ball mit Hamburgs Jonas Meffert.  © Friso Gentsch/dpa

In der Folge zeigten sich die Paderborner in der Defensive unsortiert. Der HSV war in der ersten halben Stunde klar besser und betrieb wieder einmal Chancenwucher. Jatta (12.), Kittel (18.), Reis (23.), Alidou (23.) und Glatzel (33.) scheiterten teils frei stehend.

Von den Ostwestfalen kam wenig bis gar nichts, doch nach 38 Minuten stellte ein Angriff das Spiel auf den Kopf. Sven Michel leistete sich erst einen Fehlpass auf Platte, spielte den Ball dann aber doch weiter und der Angreifer schloss aus 16 Metern zum etwas überraschenden Ausgleich ab.

Mit dem 1:1 ging es schließlich in die Kabinen. Es war eine hart umkämpfte Partie mit fünf gelben Karten in den ersten 45 Minuten. Eine davon sah Tim Leibold, es war seine fünfte. Damit fehlt der Linksverteidiger im kommenden Heimspiel gegen Holstein Kiel.

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Die zweite Hälfte begann gleich mit Chancen auf beiden Seiten. Erst scheiterte Glatzel auf HSV-Seiten unbedrängt per Kopf aus fünf Metern (47.), auf der Gegenseite hatten Platte (48.) und Uwe Hünemeier (54.) mit einem Knaller, den Hamburgs Keeper Daniel Heuer Fernandes mit den Fingerspitzen an den Pfosten lenkte, die Führung auf dem Fuß.

Schiedsrichter Daniel Schlager nimmt Elfmeterpfiff für den HSV zurück

HSV-Spieler Bakery Jatta (links) wird von Paderborns Jasper van der Werff attackiert.
HSV-Spieler Bakery Jatta (links) wird von Paderborns Jasper van der Werff attackiert.  © Friso Gentsch/dpa

Für die Rothosen war es eine Art Weckruf. Sie übernahmen wieder die Kontrolle über das Spiel, doch scheiterten ein ums andere Mal, wie Alidou völlig freistehend (58.), vor dem Tor.

Große Hoffnung hatten die HSV-Anhänger in der 79. Minute als Schiedsrichter Daniel Schlager nach einem Zweikampf zwischen Jamilu Collins und David Kinsombi auf den Punkt zeigte. Nach Ansicht der TV-Bilder nahm er seinen Pfiff zurück. Eine korrekte Entscheidung!

Als alles bereits auf ein Unentschieden hindeutete, schlug der HSV tatsächlich noch zu. Manuel Wintzheimer setzte sich links durch und passte in den Rückraum auf Kinsombi. Der legte auf den kurz zuvor eingewechselte Doyle ab, der den Ball aus 16 Metern ins Eck schlenzte. Wahnsinn!

Mit dem Sieg zogen die Rothosen mit den Ostwestfalen nach Punkten gleich und feierten erstmals nach drei Unentschieden in Folge wieder einen Sieg.

Am kommenden Spieltag trifft der HSV im Topspiel am Samstagabend auf Holstein Kiel, die Paderborner reisen einen Tag später zum Karlsruher SC.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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