Maxi Beister kehrt mit dem FC Ingolstadt zum HSV zurück: "Wir sind krasser Außenseiter!"

Hamburg/Ingolstadt - Rund zehn Jahre lang trug Maximian Beister (31) das Trikot des Hamburger SV, am Sonntag (13.30 Uhr) kehrt er mit seinem neuen Verein, dem FC Ingolstadt, zurück an seine alte Wirkungsstätte. Mit TAG24 sprach der Fußball-Profi über...

Ingolstadts Maximilian Beister (31, rechts) geht gegen Karlsruhes Daniel Gordon in den Zweikampf.
Ingolstadts Maximilian Beister (31, rechts) geht gegen Karlsruhes Daniel Gordon in den Zweikampf.  © Armin Weigel/dpa

... die aktuelle Situation bei den Schanzern:

Mit nur einem Sieg und sechs Punkten aus 14 Spielen liegt der FCI abgeschlagen auf dem letzten Platz, der Rückstand auf den Relegationsrang 16 beträgt bereits acht Zähler.

"Grundsätzlich ist es keine einfache sportliche Situation für uns", gestand Beister, der aber positiv nach vorne blickt. "Die Mannschaft arbeitet viel und hart im Training."

HSV dreht Derby gegen St. Pauli: Jatta schießt die Rothosen ins Glück!
HSV HSV dreht Derby gegen St. Pauli: Jatta schießt die Rothosen ins Glück!

Der 31-Jährige spürt den "absoluten Willen" im Team, die prekäre Lage noch kippen zu wollen.

... die Vorfreude auf das Spiel gegen seinen Ex-Verein HSV:

"Sie ist sehr, sehr groß", erklärte der gebürtige Göttinger. Zusammen mit dem Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf, für die er zwei Jahre lang auflief, sei die Partie am Sonntag "eines meiner Highlights in der Saison".

Zum zweiten Mal darf er im Volksparkstadion gegen den HSV ran. Für den FSV Mainz 05 absolvierte er in der Saison 2015/16 fünf Minuten gegen die Rothosen. "Und dann auch noch auf dem Platz. Ein Spiel, worauf ich mich richtig freue", sagte Beister.

Leider freuen sich die Hamburger Fans nicht so sehr auf die Partie gegen die Bayern, es droht eine Minus-Kulisse in dieser Saison. "Ich glaube, dass man das im Spiel nicht ganz so wahrnimmt", erklärte der 31-Jährige. "Auf dem Platz ist man fokussiert und gibt Gas."

HSV im Duell gegen den FC Ingolstadt der klare Favorit

Die aktuelle Situation bei den Schanzern sieht nicht gut aus.
Die aktuelle Situation bei den Schanzern sieht nicht gut aus.  © Matthias Balk/dpa

... die klare Rollenverteilung auf dem Papier:

Der HSV geht als absoluter Top-Favorit in die Begegnung mit dem Tabellenletzten. "Alles andere als ein HSV-Sieg wäre für viele eine Überraschung", wusste auch Beister. "Wir sind der krasse Außenseiter."

Aus seiner Sicht wird es wichtig sein, dass die Schanzer "defensiv eine richtig gute Leistung an den Tag bringen" und "offensiv immer wieder gefährlich werden" müssen.

Der HSV empfängt den FC St. Pauli: Alle wichtigen Infos zum Hamburger Stadt-Derby
HSV Der HSV empfängt den FC St. Pauli: Alle wichtigen Infos zum Hamburger Stadt-Derby

Dazu müsse die Mannschaft von Trainer André Schubert (40) versuchen, das Spiel so lange wie möglich offen zu gestalten. "Wir müssen dem HSV das Gefühl geben, dass das Spiel noch immer nicht vorbei ist", lautete die Ansage von Beister. Dann werde man sehen, wer den "längeren Atem" habe.

... den aktuellen HSV und Trainer Tim Walter:

Aus Sicht des 31-Jährigen spielen die Rothosen einen "sehr neuen, einen sehr modernen und speziellen Fußball". Diesen gäbe es in Deutschland bislang nicht so häufig.

Allerdings hat auch Beister einen Schwachpunkt ausgemacht. "Man hat das Gefühl, dass die Gefahr besteht, dass fast schon zu viel und manchmal etwas kompliziert Fußball gespielt wird."

Die Art und Weise, wie die Mannschaft Walters Philosophie umsetze, sei "gut". Das Team habe sich im Laufe der Saison entwickelt und die Forderungen ihres Trainers angenommen, so der Linksfuß.

Beister selbst bekomme noch vieles von seinem Ex-Verein mit. "Ich schaue eigentlich jedes Spiel, das ich sehen kann", gestand er.

Maximilian Beister blickt stolz auf seine Zeit beim Hamburger SV zurück

Der Offensivspieler trug 51 Mai das Trikot der Hamburger Profis.
Der Offensivspieler trug 51 Mai das Trikot der Hamburger Profis.  © Marius Becker/dpa

... seine eigene Zeit beim HSV:

2004 wechselte er im Alter von 13 Jahren aus der Jugend des VfL Lüneburg zum HSV. In der Saison 2009/10 gab er schließlich unter Trainer Bruno Labbadia gegen den VfL Bochum sein Debüt.

Insgesamt trug Beister 51 Mal das Profi-Trikot mit der Raute auf der Brust (zehn Tore und sieben Vorlagen), hinzu kommen noch weitere 46 Einsätze für die Regionalliga-Mannschaft (13 Buden und drei Assists).

"Es war eine extrem emotionale Zeit", sagte er rückblickend. "Im Großen und Ganzen würde ich sie als positiv bezeichnen. Denn beim HSV bin ich groß geworden, habe das Fußballspielen gelernt und bin Bundesliga-Spieler geworden."

Der 31-Jährige wusste aber auch, dass der HSV schon immer sehr speziell und unruhig gewesen sei. Dennoch: "Ich habe gerne in der Stadt gewohnt und für so einen Verein gespielt. Ich habe immer mit Stolz, Leidenschaft und Spaß gespielt."

Beim HSV spielte Maxi Beister an der Seite vieler späterer Stars

Beim HSV spielte Beister an der Seite prominenter Kicker wie hier im Bild Marcus Berg (v.l.n.r.), Marcel Jansen oder Heung-min Son.
Beim HSV spielte Beister an der Seite prominenter Kicker wie hier im Bild Marcus Berg (v.l.n.r.), Marcel Jansen oder Heung-min Son.  © Uli Deck dpa/lsw

... seine prominenten Mitspieler:

Davon gab es eine Menge beim HSV. In seiner ersten Zeit, mit 17, 18 Jahren, spielte er an der Seite von Zé Roberto, Jerome Boateng, Frank Rost oder Ruud van Nistelrooy. "Das sind Spieler gewesen, von denen hat man viel mitnehmen können", gestand Beister. "Vor allem zwischenmenschlich."

Aber auch auf dem Platz seien sie prägende Figuren gewesen, von denen er in seinen ersten Jahren "echt viel mitgenommen" habe.

Nach der Rückkehr seiner Düsseldorf-Leihe folgten weitere prominente Mitspieler wie Rafael van der Vaart, Hakan Calhanoglu oder Pierre Michel Lasogga, mit dem er noch heute in Kontakt steht.

... seinen Wechsel nach Australien und seine Rückkehr nach Deutschland:

2016 zog Beister die Reißleine und wechselte zu Melbourne Victory nach Australien. Nach nur einer Saison kehrte er allerdings zurück und schloss sich dem damaligen Viertligisten KFC Uerdingen an. "Ich wollte eine richtige Herausforderung haben", begründete er rückblickend den Wechsel in die Regionalliga. "Die Euphorie und das Potenzial war groß."

Der heute 31-Jährige habe damals von der Situation rund um den Verein und seinem Investor Mikhail Ponomarev profitiert. "Ich hatte das Ziel noch einmal Zweite Bundesliga zu spielen, weil ich wusste, dass ich es noch kann."

Nach zwei Jahren wechselte er schließlich zu den Schanzern und stieg in der vergangenen Saison in die Zweite Bundesliga auf. "Ich bin stolz darauf, weil es kein einfacher Schritt war, von der vierten Liga wieder in die zweite zu kommen", erklärte Beister.

Maxi Beister hat noch einiges vor

... seine eigenen sportlichen Ziele:

Auch wenn die sportliche Situation nicht rosig aussieht, will der Offensivspieler vor allem eins: "Spaß haben." Für ihn sei es nun wichtig, so viele Spiele wie möglich zu machen und so viel aufzusaugen wie nur geht. "Auf dem Platz macht es eben am meisten Spaß."

Daher wolle er weiterhin "Gas geben" und gerade in dieser Saison die Spiele gegen die attraktiven Gegner mitnehmen.

Titelfoto: Fotomontage: Matthias Balk/dpa, Marius Becker/dpa

Mehr zum Thema HSV: