Nach Fan-Attacke: DFB-Sportgericht sperrt Toni Leistner für mehrere Spiele

Hamburg - HSV-Profi Toni Leistner (30) wurde vom DFB nach seinem Fan-Eklat am Rande des DFB-Pokal-Spiels bei Dynamo Dresden (TAG24 berichtete) nun für bis zu fünf Spieltage gesperrt. Zudem muss er eine Geldstrafe zahlen.

Schied mit seinem neuen Klub sang- und klanglos in Dresden aus. Toni Leistner (30).
Schied mit seinem neuen Klub sang- und klanglos in Dresden aus. Toni Leistner (30).  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Es war ein Vorfall, über den ganz (Fußball)-Deutschland gesprochen hat. Der gebürtige Dresdner ließ sich von einem Dynamo-Anhänger provozieren, kletterte im Anschluss auf die Traversen und griff sich den Mann.

Seine Reaktion kostet ihn nun in Summe 8000 Euro, darüber hinaus muss er mindestens drei Pflichtspiele aussetzen. Das gab der DFB nun bekannt.

Zwei der insgesamt fünf Spiele werden nämlich zur Bewährung ausgesetzt. Die Bewährungsfrist beginnt am 18. September und dauert insgesamt ein Jahr.

Wegen einer "Tätlichkeit gegen einen Zuschauer nach vorangegangener sportwidriger Handlung sowie einem Verstoß gegen das DFB/DFL-Hygienekonzept" muss Leistner also nun aussetzen.

Sportgericht berücksichtigt die Schwere der Provokation

Leistner packte sich den pöbelnden Fan auf den Traversen. Dies hat nun ein Nachspiel.
Leistner packte sich den pöbelnden Fan auf den Traversen. Dies hat nun ein Nachspiel.  © imago images/Jan Huebner

Das Sportgericht sperrt Leistner somit für den Liga-Betrieb, obwohl es sich beim Vorfall um ein Pokalspiel handelte.

Dabei berücksichtigt man einerseits die "schwerwiegende Sportverfehlung" Leistners, so Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, setzt allerdings mit der Auslegung zwei der fünf Spiele auf Bewährung auch ein Zeichen in die andere Richtung.

Damit würdigte man "auch die Schwere der vorangegangenen Provokation". Zudem ist Leistner kein Wiederholungstäter, ist "sportgerichtlich bisher noch nicht in Erscheinung getreten."

Hinzu kommt, dass sich Leistner nach dem Vorfall auch umgehend für sein Verhalten entschuldigte.

Die Geldstrafe, die der Defensivspieler zu zahlen hat, hat viel weniger mit der "Tat" an sich als mit der Missachtung der Corona-Vorschriften zu tun.

"Die zusätzliche Geldstrafe ergibt sich aus dem Verstoß gegen das Hygienekonzept, den wir nicht bagatellisieren wollen." 

Der 30-Jährige habe "die nach dem DFB/DFL-Hygienekonzept vorgeschriebenen Zonierungen verlassen und sich in den allgemeinen Zuschauerbereich begeben" und somit "sich und möglicherweise auch Dritte der Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus ausgesetzt", heißt es weiter.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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