"Oder wir ergeben uns!": HSV-Coach Thioune macht klare Ansage

Hamburg - Das Nervenflattern beim Saisonfinale im Fußball hat eine Heimat: das Hamburger Volksparkstadion, Heimat des HSV.

Eigentlich eine Tor-Garantie für den HSV: Simon Terodde (33). Doch gegen Darmstadt gelang ihm so gut wie nichts.
Eigentlich eine Tor-Garantie für den HSV: Simon Terodde (33). Doch gegen Darmstadt gelang ihm so gut wie nichts.  © Christian Charisius/dpa

In der entscheidenden Phase des Aufstiegsrennens zur Fußball-Beletage gerät der einstige Bundesliga-Dino wieder mal ins Grübeln und stolpert in die Verunsicherung.

So lässt er Punkte liegen. Zwei Zähler waren es eine Woche zuvor in Hannover (3:3 nach 3:0-Führung), gleich drei am vergangenen Freitag zu Hause gegen Darmstadt 98 (1:2). Jetzt hat der HSV wegen der coronabedingt abgesetzten Spiele zwei Wochen Zeit, Luft zu holen, die Nerven zu stärken und Gelassenheit zu tanken.

Gleich nach der Pleite gegen die Hessen, gegen die in den jüngsten fünf Spielen zu Hause kein Sieg gelang (vier Niederlagen, ein Remis), hatte Trainer Daniel Thioune (46) seinen Mannen auf dem Rasen ins Gewissen geredet.

"Es gibt zwei Möglichkeiten: Wir nehmen das jetzt so und wehren uns gegen alle Widerstände, die da sind, arbeiten fleißig weiter, sind beharrlich, kommen in unsere Abläufe rein und gewinnen wieder Fußballspiele - oder wir ergeben uns", fasste der Coach seine Ansprache zusammen.

HSV spürt Nachwirkungen des Schocks von Hannover

Trainer Daniel Thioune (46) hat den Rothosen ins Gewissen geredet.
Trainer Daniel Thioune (46) hat den Rothosen ins Gewissen geredet.  © Christian Charisius/dpa

Und nahm die Antwort der Profis vorweg: "Wer als Fußballer die Wahl hat, wird sicherlich Ersteres wählen."

Noch steht die Mannschaft auf Aufstiegsplatz zwei. Aber Fürth und Kiel dahinter könnten mit siegreichen Nachholspielen vorbeiziehen. Mentale Probleme sieht Thioune jedoch nicht in seiner Truppe.

Der Schock von Hannover, als nach starker 3:0-Führung die Partie kippte, habe nicht nachgewirkt, behauptet der Coach. Er räumt aber ein: "Jede Niederlage tut weh, und entsprechend macht sie auch was mit einem."

Der 46 Jahre alte Fußballlehrer mag aber den Blick zurück nicht, zumindest nicht dann, wenn dadurch an Negativerlebnisse erinnert wird, die leistungsbremsend wirken.

"Bei dem einen oder anderen Ergebnis sind wir relativ schnell auch wieder in der Vergangenheit unterwegs. Ich kann die Vergangenheit ja nie bewerten, weil ich nicht zugegen war. Deswegen ist alles für die Zukunft und den Ist-Zustand ausgerichtet."

Das Thema vergebener Aufstieg I und II steht deshalb auf dem Index.

Das sagt der HSV-Sportdirektor

Sportdirektor Michael Mutzel (41, rechts) im Gespräch mit Trainer Daniel Thioune (46).
Sportdirektor Michael Mutzel (41, rechts) im Gespräch mit Trainer Daniel Thioune (46).  © Stefan Puchner/dpa

In der Führungsetage des Vereins herrscht Einigkeit: Wir schaffen das!

"Wir kriegen einen in die Rippen, gehen vielleicht auch mal in die Knie, aber jetzt entscheidet sich, ob wir liegenbleiben oder wieder aufstehen", sagte Sportdirektor Michael Mutzel (41).

Und betonte: "Wir glauben an uns und werden wieder aufstehen. Wir sind alle gemeinsam der Meinung, dass wir Nehmerqualitäten haben."

Auch für Mutzel verbietet sich ein Vergleich mit den beiden Vorjahren, als der Aufstieg als jeweils Vierter verpasst wurde. "Wir haben hier viel Neues geschaffen. Es ist nicht alles so wie in den letzten Jahren", sagte er.

"Es liegt an uns, allen Leuten, die Zweifel daran haben und Parallelen zu den Vorsaisons ziehen, zu zeigen, dass es dieses Mal anders ist."

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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