Schädelprellung: HSV-Sechser Jonas Meffert zeigt durch Ausfall, wie wichtig er ist

Hamburg - Es lief die 59. Minute im Spiel des Hamburger SV gegen Aufsteiger Dynamo Dresden, als den 17.100 Zuschauern im Volksparkstadion der Atem stockte.

HSV-Sechser Jonas Meffert (26, am Boden) wird von der medizinischen Abteilung behandelt. Zuvor war er kopfüber auf den Rasen geknallt.
HSV-Sechser Jonas Meffert (26, am Boden) wird von der medizinischen Abteilung behandelt. Zuvor war er kopfüber auf den Rasen geknallt.  © IMAGO/Lobeca

HSV-Sechser Jonas Meffert (26) und Dresdens Luca Herrmann (22) stiegen im Mittelfeld zum Kopfball hoch, doch Herrmann hatte die Situation völlig falsch eingeschätzt.

Statt die Kugel erwischte der 22-Jährige seinen Gegenspieler ungebremst in der Luft und brachte ihn damit komplett aus dem Gleichgewicht.

Meffert drehte sich in der Luft und knallte mit voller Wucht kopfüber auf den Rasen! Die medizinische Abteilung der Hanseaten sprang sofort auf und lief aufs Feld, um den Mittelfeldspieler zu behandeln.

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Herrmann sah die Gelbe Karte und hätte sich, obwohl man ihm keine Absicht unterstellen konnte, auch nicht über eine andere Farbe beschweren dürfen.

Kurze Zeit später war dann auch klar: Für den 26-jährigen Meffert ging es nicht weiter, er wurde sichtlich benommen vom Feld geführt. Erste Diagnose: Schädelprellung. Für ihn kam Maximilian Rohr (26).

HSV-Coach Tim Walter unterstreicht die Bedeutung von Jonas Meffert

In der vergangenen Saison zeigte der 26-Jährige (r.) bereits bei Holstein Kiel, wie wichtig er sein kann. Am Sonntag wurde das nun auch beim HSV sichtbar. (Archivfoto)
In der vergangenen Saison zeigte der 26-Jährige (r.) bereits bei Holstein Kiel, wie wichtig er sein kann. Am Sonntag wurde das nun auch beim HSV sichtbar. (Archivfoto)  © Axel Heimken/dpa

Nur zehn Minuten später köpfte Dynamo-Kapitän Tim Knipping (26) die SGD nach einer Ecke von Herrmann zum 1:1. Der eingewechselte Rohr hatte in der Szene gepennt und den 1,90-Meter-Hünen laufen lassen.

Natürlich ist es reine Spekulation, ob das Tor auch gefallen wäre, wenn Meffert noch auf dem Platz gestanden und die Deckung von Knipping übernommen hätte. Nichtsdestotrotz war die Situation durchaus sinnbildlich.

Ohne Meffert ging im Spiel des HSV so ein wenig die Organisation verloren. "Jonas ordnet das Spiel sowohl vorne als auch hinten", unterstrich Coach Tim Walter (45) die Bedeutung seines Neuzugangs nach Abpfiff.

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Dabei fliegt der Sechser oftmals so ein bisschen unter dem Radar und überlässt eher anderen die großen Momente. "Ich falle nie groß auf, bin aber ein Teamplayer und mache das, was für die Mannschaft wichtig ist", erklärte der 26-Jährige selbst schon in der Vorbereitung.

Wie wichtig der defensive Mittelfeldspieler wirklich ist, spürt sein Ex-Verein Holstein Kiel gerade: Der Tabellendritte der vergangenen Spielzeit ist mit zwei Niederlagen und einem Torverhältnis von 0:6 in die Saison gestartet. Coach Walter dürfte also darauf hoffen, dass der Neuzugang schnell wieder einsatzfähig ist.

Titelfoto: IMAGO/Lobeca

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