Insolvenz-Gefahr beim KSC: Präsident Wellenreuther denkt an Rücktritt, wenn...

Karlsruhe - Das Insolvenz-Theater des Karlsruher SC mit Rücktrittsforderungen an Präsident Ingo Wellenreuther geht in die entscheidende Phase.

KSC-Präsident Ingo Wellenreuther.
KSC-Präsident Ingo Wellenreuther.  © Thomas Kienzle/dpa

Die Zeit für Lösungen drängt, weil sich eine außerordentliche Mitgliederversammlung am Freitag mit der Abstimmung über die Insolvenz-Alternative befassen soll. 

Dem Angebot der teilweise anonymen Investorengruppe "Bündnis KSC", die den Präsidenten aus dem Amt haben will, wollte Wellenreuther auch am Sonntag nicht nachgeben.

"Ich habe eine Verantwortung gegenüber dem Verein", sagte der 60-Jährige der Deutschen Presse-Agentur und sieht zu viele Fragen offen: "Wer gibt Geld? Wer gibt wieviel Geld? Woher stammt dieses Geld?" 

Wellenreuther sagte: "Als demokratisch gewählter Präsident werfe ich doch nicht mal schnell mein Amt weg, der KSC nimmt Geld und und die Mitglieder wissen gar nicht, woher das kommt? So etwas geht überhaupt nicht."

Die Gruppierung hatte in Aussicht gestellt, mit einem Aktienkauf in Höhe von sechs Millionen Euro zu investieren und damit eine drohende Insolvenz in Eigenverwaltung abzuwenden, wenn Wellenreuther sein Amt beim KSC niederlege. 

Geschäftsführer Michael Becker hatte Gespräche mit dem Bündnis bestätigt (TAG24 berichtete).

Voraussetzungen für Rücktritt

Beim KSC stehen nicht alle hinter Wellenreuther.
Beim KSC stehen nicht alle hinter Wellenreuther.  © Uli Deck/dpa

Wellenreuther formulierte nun eigene Voraussetzungen dafür, einen Rücktritt in Erwägung ziehen: "Bevor nicht die Namen aller Investoren bekannt sind, die Beträge nicht jedem Einzelnen zugeordnet werden können und jeder schriftlich erklärt hat, dass es sich dabei wirklich um sein eigenes Geld handelt, überlege ich gar nichts."

Am Freitag hatte er sich für eine anwaltlich verbreitete Erklärung entschieden: Ein Rücktritt sei denkbar, wenn das Wohl des Vereins dies erfordere. 

Und wenn "dies Voraussetzung dafür wäre, dringend benötigte und anderweitig nicht rechtzeitig zu erlangende finanzielle Mittel für den KSC zu erhalten und ein geeigneter Nachfolger bereit stünde."

Mittlerweile hat das anfangs anonym agierende Bündnis fünf beteiligte Unternehmen offen gelegt, darunter auch die Firma des 2019 knapp gescheiterten Präsidentschaftskandidaten Martin Müller. Vollständig sei diese Liste nicht, ließ die Gruppierung über ihren Anwalt wissen.

Auch intern sind sich beim KSC nicht alle einig, nicht alle stehen hinter Wellenreuther. Geschäftsführer Becker galt im Gegensatz zum Präsidenten lange Zeit als großer Befürworter einer Insolvenz in Eigenverwaltung. Er findet jetzt das Vorgehen der Investoren nicht ungewöhnlich.

"Unabhängig vom KSC gibt es im Profi-Fußball immer wieder bestimmte Konstellationen, wo Investoren sagen, wir wollen aber bestimmte Bedingungen. Das ist nichts Unübliches", sagte Becker.

Sollten bis Freitag keinen neuen Geldgeber gefunden sein, soll eine außerordentliche Mitgliederversammlung darüber entscheiden, ob die Gesellschaft Planinsolvenz anmelden darf. Bis zum 30. Juni sei der Verein durchfinanziert, hatte Becker gesagt.

Titelfoto: Thomas Kienzle/dpa

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