Aufstiegs-Relegation: Lok Leipzig patzt durch Torwart-Eigentor im Heimspiel

Leipzig - Regionalligist 1. FC Lokomotive Leipzig hat einen großen Schritt in Richtung Aufstieg in die 3. Liga verpasst. Im heißen Relegations-Hinspiel gegen West-Vertreter SC Verl reichte es für die Sachsen im leeren Bruno-Plache-Stadion trotz zweimaliger Führung nach einem schlimmen Torwart-Patzer nur zu einem 2:2 (1:1).

Relativ gute Sicht aus einem benachbarten Gebäude des Bruno-Plache-Stadions hatten diese Lok-Fans.
Relativ gute Sicht aus einem benachbarten Gebäude des Bruno-Plache-Stadions hatten diese Lok-Fans.  © picture point/Sven Sonntag

Die Treffer erzielten Trainersohn Patrick Wolf (6. Minute) zum 1:0 für Lok und Patrick Schikowski (45.+1) mit dem Halbzeitpfiff zum Ausgleich für Verl. Matthias Steinborn traf zum 2:1 (56.), Fabian Guderitz mit einem Eigentor zum 2:2-Endstand (88.).

Beide Teams haben noch nie in der 3. Liga gespielt und sind in ihrer Staffel eigentlich nur Zweiter geworden. Die Probstheidaer wurden aufgrund der Quotientenregelung zum Meister ernannt, Verl rückte in der RL West nach, weil Meister Rödinghausen nicht aufsteigen wollte.

Der FCL hatte bis zur Corona-Unterbrechung nur eine Pflichtspiel-Niederlage in der ganzen Saison kassiert (0:2 im Stadtderby gegen Chemie). Die letzten drei Ligaspiele konnte Leipzig gewinnen, seine letzte Ligapartie bestritt der Tabellenzweite am 28. Februar beim 4:2 gegen den ZFC Meuselwitz (TAG24 berichtete). 

Der SCV hingegen hatte sich neben Halbfinalist Saarbrücken als Pokalschreck einen Namen gemacht, schaltete Augsburg und Kiel aus, scheiterte dann knapp an Union Berlin (0:1). 

"Die Mannschaft ist absolut heiß", sagte Lok-Präsident Thomas Löwe (52) vor dem Anpfiff. Er sollte recht behalten.

Die Startaufstellungen für Lok Leipzig gegen den SC Verl

Wolf bringt Lok schnell in Führung - Bitteres Gegentor mit dem Halbzeitpfiff

Patrick Wolf (3.v.l.) brachte den FCL nach sechs Minuten in Führung.
Patrick Wolf (3.v.l.) brachte den FCL nach sechs Minuten in Führung.  © picture point/Sven Sonntag

Überraschung in der Startelf des FCL: Trainer Wolfgang Wolf brachte im Sturm Djamal Ziane für Matthias Steinborn (Bank). Bei Verl begann mit dem ehemaligen Duisburger und Auer Zlatko Janjic ein großer Name.

Vorsichtiges Abtasten war auf beiden Seiten zunächst angesagt - mit durchaus ordentlicher Härte. 

Nach einem aussichtsreichen, allerdings wegen Abseits zurückgepfiffenen Angriffs der Gäste kam Blau-Gelb direkt zum Führungstor: Eine lange Flanke vom linken Flügel flog über Freund und Feind hinweg zum langen Pfosten, dort kam aber Patrick Wolf angerannt und versenkte den Ball - 1:0 für Lok durch den Sohn des Trainers (6.). 

Verls beste Chance datierte aus Minute 19, als Kevin Schulze einen verunglückten Rückpass spielte, Fabian Guderitz aber gegen Aygün Yildirim parieren konnte. 

Kurz vor der Halbzeit wurden die Gäste starker. Erst schoss Janjic nach Yildirim-Vorlage direkt in die Arme von Guderitz und dann gab es den Nackenschlag: Eine Flanke aus der eigenen Hälfte erreichte Schikowski, der den Lok-Schlussmann tunneln konnte und zum 1:1-Halbzeitstand traf (45.+1).

Schiri gibt vermeintliches Lok-Tor nicht - Guderitz-Eigentor könnte teuer werden

Traf zehn Minuten nach seiner Einwechslung: Torjäger Matthias Steinborn (M.).
Traf zehn Minuten nach seiner Einwechslung: Torjäger Matthias Steinborn (M.).  © picture point/Sven Sonntag

Die Halbzeitpause dürfte Verl deutlich zufriedener verbracht haben als Lok. Die brachten zum zweiten Durchgang wie erwartet Steinborn, für ihn blieb Robert Berger in der Kabine.

Und der gebürtige Berliner war direkt drin im Match. Drei Lok-Spieler klauten Janjic den Ball vom Fuß, Paul Schinke steckte durch auf Steinborn, der aber keinen Druck hinter den Ball bekam (48.). 

Emotionale Szene kurz danach: Robert Zickert fing eine unsaubere Direktabnahme ab, Ziane kam von hinten, schoss im Fallen. Der Ball knallte an die Latte, von dort scheinbar knapp hinter die Linie, von dort aber wieder raus. Zweitliga-Schiedsrichter Florian Badstübner gab den Treffer nicht (52.).

Nach einem erneut langen Ball wurde es wieder gefährlich für Leipzig-Keeper Guderitz, der den Yildirim-Schuss aber parieren konnte. 

Doch dann schlug der FCL wieder zu!

 Joker Steinborn legte sich den Ball an der Strafraumgrenze auf den starken rechten Fuß, zog scharf ab und traf zum 2:1 für die Gastgeber (56.). 

Lange Zeit fehlte es beiden Teams an gefährlichen Abschlüssen, Ausgleichsschütze Schikowski prüfte zehn Minuten vor dem Ende nochmals Guderitz (81.). 

Guderitz wollte dann im Erdboden versinken, denn ein hoher Ball flutschte durch deine Hände zum 2:2 ins Tor (88.). Wie bitter ist das?! 

Es blieb beim Remis. Das bedeutet, dass Lok ein 0:0 oder 1:1 im Rückspiel nicht für den Aufstieg reichen würde. 

Fabian Guderitz flutschte der harmlose Ball durch die Hände zum 2:2-Endstand.
Fabian Guderitz flutschte der harmlose Ball durch die Hände zum 2:2-Endstand.  © picture point/Sven Sonntag

Das Rückspiel findet für Lok Leipzig am kommenden Dienstag (16 Uhr/MDR) zwar auswärts, allerdings nicht im Stadion des SC Verl statt, da die Behörden aufgrund der angespannten Corona-Lage im Landkreis Gütersloh dafür kein grünes Licht gegeben haben. 

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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