Bitter, bitter! Lok Leipzig dreht Rückstand beim Vorletzten und siegt doch nicht

Rathenow - Ganz bitterer Abend für den 1. FC Lokomotive Leipzig! Der amtierende Meister drehte am 7. Spieltag der Regionalliga Nordost einen Rückstand beim Tabellenvorletzten FSV Optik Rathenow, verspielte die Führung beim 2:2 (0:1) aber ganz spät noch und verliert den Spitzenreiter aus den Augen.

Almedin Civa, Trainer von Lok Leipzig, kam am Mittwochabend nicht über ein 2:2 in Rathenow hinaus. (Archivbild)
Almedin Civa, Trainer von Lok Leipzig, kam am Mittwochabend nicht über ein 2:2 in Rathenow hinaus. (Archivbild)  © Picture Point/Gabor Krieg

Jonathan Muiomo sorgte in der 16. Minute für die Führung für Optik Rathenow im Stadion Vogelsang. Im zweiten Durchgang schlugen Djamal Ziane (1:1/59.) und Sascha Pfeffer (65./2:1) innerhalb von sechs Minuten für den FCL zu. Lucas Will gelang in der 90. Minute noch der Ausgleich für den Gastgeber. 

Regionalliga-Meister aber Nicht-Aufsteiger Lok Leipzig ging mit drei Siegen, zwei Remis und einer Pleite aus den sechs bisherigen Partien ins Match in Westbrandenburg. Ziel war es, den Rückstand auf den starken Spitzenreiter Viktoria Berlin zu verkürzen beziehungsweise mindestens zu halten. 

Gastgeber Rathenow hingegen kassierte schon vier Pleiten, sammelte erst vier Punkte und konnte bislang nur gegen Schlusslicht Germania Halberstadt dreifach punkten. 

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Lok-Coach Almedin Civa brachte nach dem 1:1 gegen den Chemnitzer FC Gabriel Boakye für Sascha Pfeffer, der jedoch zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff aufgrund einer Verletzung von Damir Mehmedovic eingewechselt wurde.  

Die Aufstellungen der Begegnung Optik Rathenow gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig

FCL macht das Spiel, Rathenow das Tor

Erst Djamal Ziane (r.) und kurz danach Sascha Pfeffer (hinten, 2.v.r) köpften Lok Leipzig zur Führung, aber nicht zum Sieg.
Erst Djamal Ziane (r.) und kurz danach Sascha Pfeffer (hinten, 2.v.r) köpften Lok Leipzig zur Führung, aber nicht zum Sieg.  © Michael Taeger/Jan Huebner

Der FCL erwischte eigentlich einen guten Start, vor allem Gabriel Boakye machte vorn ordentlich Rabatz. 

Doch mit der ersten Offensivaktion trafen überraschend die Hausherren: Jonathan Muiomo drang von links in den Strafraum ein und jagte den Ball oben rechts ins Toreck - 1:0 für den FSV, ausgerechnet durch einen gebürtigen Leipziger (16.).

Wie schon vor dem Gegentor konnten die in den gelb-blauen Heimtrikots spielenden Leipziger Nadelstiche nach vorn setzen und ihre individuelle Überlegenheit zeigen. Zum Torerfolg reichte es aber nicht, auch weil z.B. Djamal Ziane in der 26. Minute aus der Drehung in Rücklage geriet und die Kugel zu hoch platzierte.

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Die Probstheidaer machten in den letzten Minuten vor dem Seitenwechsel noch mal Druck: Optik-Torhüter Lucas Hiemann musste mehrfach in höchster Not vor Ziane (41.), gegen Leon Heynke (45.+2) und gegen Paul Schinke (45.+3) retten, ehe es in die Kabinen ging. 

Lok Leipzig reichen sechs Minuten für zwei Tore, Rathenow sorgt für den späten Ausgleich

Rathenows Trainer Ingo Kahlisch wurde eine Viertelstunde vor dem Ende auf die Tribüne geschickt. (Archivbild)
Rathenows Trainer Ingo Kahlisch wurde eine Viertelstunde vor dem Ende auf die Tribüne geschickt. (Archivbild)  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Lok wollte natürlich auch nach der viertelstündigen Pause spielbestimmend sein. Und nicht nur das, der fest eingeplante Sieg musste eingefahren werden.

Kurz nach der Einwechslung und dem damit verbundenen zweiten Saisoneinsatz für Nils Stendera, der für Schinke kam, schlugen die Gäste dann zu: Robert Berger brachte eine Flanke von rechts in den Strafraum, das Spielgerät sprang vor dem Kasten noch mal auf, Ziane köpfte schließlich auf den Kasten, Keeper Hiemann kam zwar dran, konnte das 1:1 aber nicht mehr verhindern (59.). 

Und es kam noch besser! 

Nur sechs Zeigerumdrehungen später brachte Stendera eine Ecke - eigentlich zu weit - in den Sechzehner. Hinten flog der Ball per Flanke an den langen Pfosten, an dem der eingewechselte Pfeffer allein stand und zum 2:1 einköpfte (65.). 

15 Minuten vor dem Schlusspfiff schickte Schiedsrichter Philipp Kutscher den dienstältesten Regionalliga-Coach Ingo Kahlisch (beim FSV im Amt seit 1989) nach mehrmaligen Meckerns auf die Tribüne. 

In der 90. Minute nutzte Lucas Will aber einen Fehler von Lok-Keeper Jannes Tasche, dem ein sicherer Ball aus den Händen flutschte, zum 2:2-Endstand. 

Lok rutschte durch das zweite Unentschieden in Folge von Platz fünf auf sieben, liegt schon neun Punkte hinter Spitzenreiter Viktoria Berlin, der parallel beim 3:0 in Meuselwitz den siebten Sieg im siebten Spiel feierte. Rathenow bleibt Vorletzter.

Am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) kommt es zum Ost-Kracher zwischen Lok Leipzig und dem schwach gestarteten FC Energie Cottbus. Zeitgleich ist Rathenow beim BFC Dynamo gefordert. 

Titelfoto: Michael Taeger/Jan Huebner

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