Der Tag danach: Wie Lok Leipzig mit der verpassten Aufstiegschance leben muss

Leipzig - 73. Minute, noch führt Lok Leipzig mit 1:0 und steht mit einem Bein in der dritten Liga. Doch nach einer Flanke von Verls Patrick Schikowski schiebt Ron Schallenberg maßgenau flach rechts unten ein und zerstört damit alle Aufstiegsträume der Sachsen. Das ambitionierte Projekt "Rückkehr in den Profifußball" scheiterte an einem einzigen Tor und stellt den Verein nun vor ganz neue Herausforderungen.

Enttäuschung pur: Leipzigs Robert Zickert erwarten schwere Zeiten.
Enttäuschung pur: Leipzigs Robert Zickert erwarten schwere Zeiten.  © Friso Gentsch/dpa

"Die Mannschaft, die uns zuletzt so viel Freude gemacht hat, ist an einem Tor gescheitert. Das ist bitter", sagte Präsident Thomas Löwe im MDR. "Wir werden in der Regionalliga nur wenige Spieler halten können. Da hätte die 3. Liga finanziell einiges für uns einfacher gemacht."

Die Verantwortlichen von Lok Leipzig brauchen nun einen guten Plan, wie man die neue Viertligasaison am besten angeht. Fakt ist: Wolf, der seit Dezember interimsmäßig an der Seitenlinie stand, wird den Trainerjob bei Lok nicht weiter ausüben. Ein Nachfolger steht bereits fest, wurde vom Verein allerdings noch nicht verkündet. 

Wer jedoch glaubt, dass die Leipziger in der kommenden Saison sofort wieder sicher um den Aufstieg mitspielen werden, könnte zu hohe Erwartungen haben: "Aufgrund der Stärke der Regionalliga gerade in der kommenden Saison ist es nicht realistisch, dass wir dann wieder angreifen können", so Löwe weiter.

Weiterer Wermutstropfen: Für die 3. Liga stand ein attraktiver Hauptsponsor für den Verein bereit, dessen Geld jetzt in Liga vier wohl fehlen werde. Beim Budget der Leipziger müsse sowieso genauestens geschaut werden: 

"50 Prozent der Einnahmen rekrutieren wir durch die Spiele im Bruno-Plache-Stadion mit Zuschauereinnahmen, Merchandising, Gastronomie. Wir müssen den Gürtel deutlich enger schnallen", so Löwe auch angesichts der Corona-Krise.

Unmut der Lok Leipzig Fans war deutlich zu spüren

Die mitgereisten Leipzig-Fans nahmen sich die Mannschaft nach dem Abpfiff zur Brust.
Die mitgereisten Leipzig-Fans nahmen sich die Mannschaft nach dem Abpfiff zur Brust.  © Friso Gentsch/dpa

Für die mitgereisten Leipzig-Fans war der Nichtaufstieg in jedem Fall ein heftiger Schlag ins Gesicht. 

Ihren Frust bekamen direkt im Anschluss an die Partie die Spieler ab. Mit harten beleidigenden Worten wurde die Mannschaft nach dem Abpfiff befeuert. 

Spielmacher Paul Schinke gegenüber der "Leipziger Volkszeitung": "Dann brauchen sie auch nicht zu kommen. Ich denke, wir sind alle enttäuscht. Aber bei aller Liebe: Belöffeln lassen nach so einer Saison, ist ein bisschen eklig und hart. Aber so ist das eben bei Lok Leipzig."

Immerhin: Die Polizei in Bielefeld zog nach der Partie eine positive Bilanz. Die circa 150 mitgereisten Leipziger seien kaum negativ aufgefallen. Lediglich eine Strafanzeige wegen eines Becherwurfs auf einen Beamten habe es gegeben.

Bleibt zu hoffen, dass sich die Leipziger nach diesem Rückschlag trotzdem irgendwie bestmöglich erholen können. Vielleicht gelingt trotz aller Zweifel in der kommenden Saison ja doch noch eine Überraschung.

Titelfoto: Friso Gentsch/dpa

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