Lok Leipzig will Verl knacken - Fanszene ruft zur Alm-Fahrt auf

Leipzig - Die Erinnerungen an die Bielefelder Alm sind für die Leipziger nicht rosig. 1995 setzte es für den Vorgängerverein VfB Leipzig als Erstliga-Absteiger eine 0:3-Niederlage. Nun geht es für den 1. FC Lokomotive Leipzig in der Schüco-Arena um die Rückkehr in den Profi-Fußball.

Loks Matthias Steinborn jubelt nach dem Treffer zum 2:1. Geht es nach den Leipzigern, darf er das am Dienstag gern wieder tun.
Loks Matthias Steinborn jubelt nach dem Treffer zum 2:1. Geht es nach den Leipzigern, darf er das am Dienstag gern wieder tun.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Die Ausgangsposition für den Sprung in die 3. Liga ist mit dem 2:2 im Relegations-Hinspiel, als sich Lok-Keeper Fabian Guderitz in der 88. Minute den Ball selbst ins Netz boxte, nicht optimal.

"Das Thema ist noch nicht durch. Wir sind immer für Tore gut, auch auswärts", sagte Cheftrainer Wolfgang Wolf vor dem Geister-Rückspiel an diesem Dienstag (16.00 Uhr/live im MDR und bei Magentasport) beim SC Verl.

Am Montag wurde zumindest die bürokratische Hürde für die 3. Liga genommen. Der DFB teilte mit, dass sowohl Lok als auch Verl die Lizenz erteilt worden ist.

Der Aufstiegs-Showdown muss nun aufgrund der strengen Corona-Einschränkungen im Kreis Gütersloh 20 Kilometer weiter im Bielefelder Stadion austragen werden. Das Verler Vereinsgelände liegt rund 15 Kilometer vom Gelände des Schlachthofes der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbruck entfernt.

Brisant könnte aufgrund der Einschränkungen in Ostwestfalen der Fan-Ansturm der Leipziger werden. Die Fanszene Lokomotive rief die Anhänger auf, "zum wichtigsten Spiel seit der Neugründung" zu reisen. "Nachdem das Hinspiel leider ohne uns auskommen musste, werden wir in Bielefeld vor dem Stadion sein, um die Mannschaft als zwölfter Mann bestmöglich zu unterstützen. Nehmt Handys, Laptops und Tablets mit, damit wir das Spiel auch verfolgen können", heißt es auf der Facebook-Seite der Lok-Fanszene unter dem Motto: "1. FC Lok - Niemals ohne uns!".

Während Wolf schon vor Wochenfrist tönte: "Ich meine, dass ein paar Hundert Fans von uns mitkommen. Die lassen sich nicht aufhalten", verurteilte Verls Präsident Raimund Bertels die Aussagen des Lok-Sportdirektors als "No Go". 

Auch Leipzigs Vereinsoberhaupt Thomas Löwe appellierte nur halbherzig an seine Anhänger. "Wir können es nachvollziehen, würden es aber besser finden, wenn sie zu Hause schauen", sagte Löwe der "Leipziger Volkszeitung" (Montag). Immerhin wird in der Messestadt ein Public Viewing angeboten.

Coach Wolf setzt auf die Moral seiner Jungs

Loks Torwart Fabian Guderitz kann auf einen weiteren Patzer im Rückspiel sicher verzichten.
Loks Torwart Fabian Guderitz kann auf einen weiteren Patzer im Rückspiel sicher verzichten.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Traditionell stehen die Leipziger in der Pflicht. Denn in den letzten Direkt-Duellen gegen die Vertreter der anderen Staffeln setzte sich zuletzt fast immer der NOFV-Meister durch. 

2013 war es RB Leipzig gegen Sportfreunde Lotte, 2015 der 1. FC Magdeburg gegen Kickers Offenbach, im Jahr darauf der FSV Zwickau gegen den SV Elversberg, 2017 der FC Carl Zeiss Jena gegen Viktoria Köln sowie 2018 Energie Cottbus gegen Weiche Flensburg. 

Nur 2014 scheiterte die TSG Neustrelitz gegen die Reserve des 1. FSV Mainz 05. Im Vorjahr stieg der Chemnitzer FC direkt auf. 

Mit Matthias Steinborn (2015 mit Magdeburg) und Robert Berger (2016 mit Zwickau) haben zwei Lok-Akteure bereits Aufstiegserfahrungen gesammelt.

Für Coach Wolf wäre es der dritte Coup. Der 62-Jährige führte die Stuttgarter Kickers 1996 in die zweite Liga, den 1. FC Nürnberg 2004 in die Bundesliga zurück. Er setzt vor allem auf die Moral seiner Jungs. 

Aber Lok muss mindestens einen Treffer erzielen und dabei ohne Gegentor bleiben, um seine Chancen zu wahren. Die Robustheit, die Zweikampfstärke und vor allem die Chancenverwertung im Hinspiel sprechen sicherlich für die Leipziger, spielerisch präsentierte sich Verl intelligenter und kreativer, auch wenn die Kräfte hintenraus sichtlich schwanden.

SC-Coach Guerino Capretti verlangt noch mehr von seinem Team: "Fußballerisch können wir es besser."

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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