Lok Leipzigs Ex-Knipser Steinborn kommt zum Regionalliga-Start: "Können mich 90 Minuten hassen!"

Leipzig - Drei Wochen vor der Bundesliga startet die Regionalliga Nordost an diesem Wochenende in die neue Saison. Zu einem der brisantesten Duelle kommt es am Samstagnachmittag (16 Uhr/MDR) im Bruno-Plache-Stadion, wo sich der 1. FC Lokomotive Leipzig und der BFC Dynamo gegenüberstehen. Für Matthias Steinborn (32) die Reise in die (traurige) Vergangenheit.

Christian Beck (33, M.) und Matthias Steinborn (32, r.) spielten von 2013 bis 2015 zusammen beim 1. FC Magdeburg. (Archivbild)
Christian Beck (33, M.) und Matthias Steinborn (32, r.) spielten von 2013 bis 2015 zusammen beim 1. FC Magdeburg. (Archivbild)  © IMAGO / Sebastian Wells

Die Spielzeit 2021/22 begann schon am gestrigen Freitag mit drei Heimsiegen des Chemnitzer FC gegen Tennis Borussia Berlin (3:1), von Germania Halberstadt gegen Hertha BSC II (4:0) und des Aufsteigers Tasmania Berlin gegen den SV Babelsberg 03 (2:0).

Mindestens ein weiterer Heimdreier soll dazukommen, geht es nach den Leipzigern, die im Match der Landespokalsieger auf den BFC treffen.

Bei dem stehen fortan zwei gestandene Offensivkräfte auf dem Rasen: Matthias Steinborn und Christian Beck (33). Während Letzterer nach Auslauf seines Vertrages beim 1. FC Magdeburg nun in der Hauptstadt anheuert, kickt Steinborn schon das zweite Jahr in Folge für die Berliner.

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Das Duo war schon einmal bei einem Klub gemeinsam auf Torjagd: 2013 bis 2015 standen sie in Magdeburg unter Vertrag. Steinborn ging nach zwei Jahren nach Babelsberg, Vereins-Ikone Beck blieb bis diesen Sommer.

Er habe "viele und lange Gespräche gehabt mit Beckus", so der 33-Jährige beim MDR, "auch um ihn zu überzeugen. Er passt bei uns wie die Faust aufs Auge ins System."

Ziel des einstigen Rekordmeisters der DDR-Oberliga ist, dass Steinborn den rechten Flügel beackert und möglichst viele Buden für Beck vorlegt.

Matthias Steinborn enttäuscht über Ende bei Lok Leipzig: "Wir wussten gar nicht, wo oben und unten ist!"

Matthias Steinborn netzte in 66 Spielen für Lok satte 33 Mal ein, leistete zudem neun Vorlagen. (Archivbild)
Matthias Steinborn netzte in 66 Spielen für Lok satte 33 Mal ein, leistete zudem neun Vorlagen. (Archivbild)  © Picture Point/Gabor Krieg

Dagegen wird - zumindest am Samstag - Lok Leipzig etwas haben. Mit acht Testspielsiegen und einem Remis bei einer Gesamt-Tordifferenz von 68:2 soll auch den Gästen mindestens einer eingeschenkt werden.

Dafür soll auch Steinborn sorgen, der mit 33 Toren in 66 Spielen für die Blau-Gelben eine starke Bilanz aufweisen konnte. Doch die Trennung nach dem verpassten Aufstieg in die 3. Liga vor einem Jahr nagte lang an dem 32-Jährigen.

Auf der Rückfahrt nach Leipzig am 30. Juni - es war der letzte Vertragstag für viele Profis - teilten die Lok-Verantwortlichen demnach mit, dass man sich von vielen Stammspielern verabschieden müsse. "Wir wussten gar nicht, wo oben und unten ist", so Steinborn.

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Er habe später "über Dritte erfahren, der Steinborn ist zu teuer, da war der Drops schnell gelutscht." Das unrühmliche Ende einer erfolgreichen Zeit - allerdings ohne Happy End.

Dennoch behält der jetzigen BFC-Angreifer die Zeit in Leipzig in guter Erinnerung. "Die zwei Jahre bei Lok waren mega. Angefangen bei den Fans, die mich damals super aufgenommen haben, auch von den Spielern, die noch da sind, mit denen ich noch Kontakt habe. Sie können mich 90 Minuten hassen, aber ich freue mich über das vielleicht ein oder andere Bier nach dem Spiel."

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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