Nur 1:0! Elfmeter-Nachschuss rettet Lok Leipzig im Sachsenpokal

Dresden - "Es hätte schlimmer kommen können", ist wohl noch eine positive Beschreibung für diese Partie: Zu Gast beim FV Dresden 06 Laubegast in der Sportanlage konnte Lok Leipzig nur dank eines Elfmeters von Paul Schinke ein 1:0 (0:0) und somit den Einzug ins Achtelfinale des Sachsenpokals herausholen.

Zu Gast bei Dresden Laubegast stand für Lok Leipzig die erste Partie im Sachsenpokal an. Dass die jedoch so zäh verlaufen würde, hatte wohl keiner der Beteiligten erwartet.
Zu Gast bei Dresden Laubegast stand für Lok Leipzig die erste Partie im Sachsenpokal an. Dass die jedoch so zäh verlaufen würde, hatte wohl keiner der Beteiligten erwartet.  © Screenshot/facebook.com/1fclokleipzig

Vor allem eine Szene sorgte dabei unter den 600 Zuschauern für Diskussionen.

Die Leipziger gingen zwar als die klaren Favoriten in diese Partie. Bereits in der dritten Minute stellte Dresden jedoch klar, dass ihnen das keineswegs Sorgen bereitete: Die Gastgeber zogen kurz das Tempo an und plötzlich kam der Ball auch schon aus etwa 15 Metern auf den Leipziger Kasten zu. 

Mittelfeldspieler Edvardas Lucenka konnte noch kurz vor der Linie klären, aber das hätte durchaus auch schon der Rückstand sein können. Laubegast schien es immerhin spannend machen zu wollen.

"Warum auch nicht?", möchte man an dieser Stelle wohl sagen, schließlich hatten es die Dresdner über die Ausscheidungsrunde in den Sachsenpokal geschafft. Dort gab es zunächst einen 7:6-Erfolg nach Elfmeterschießen gegen den SV Bannewitz. 

Es folgten ein 2:1 gegen den VfL Pirna-Copitz und ein 3:2 beim HFC Colditz. 

Da konnte man auch mal von einem Sieg gegen den Regionalligisten aus Probstheida träumen.

Gerade in den ersten Minuten hätten die Gastgeber dazu durchaus Chancen gehabt. Nach dem imposanten Start schien Lok lange Zeit in das Spiel finden zu müssen, hatte offenbar noch mit dem 0:5 gegen Altglienicke am vergangenen Wochenende zu kämpfen. Statt jedoch Druck aufzubauen, konzentrierte sich Dresden vor allem auf seine Abwehr - und hoffte auf Konter.

Das Spiel konzentrierte sich immer mehr auf das Mittelfeld, was Lok entgegenkam. Die Leipziger fanden immer mehr zu ihrer Linie und konnten schließlich das Blatt wenden. Ab der 37. Minute holte die Loksche fast im Minutentakt eine Chance nach der anderen raus. Auf Maik Salewskis folgte eine Riesenchance durch Denis Jäpel und Paul Schinke (38.). Dann nochmal Jäpel in der 40., Nico Wermann wurde in der 43. vor dem Kasten gefoult und in der 44. versuchte es auch Salewski noch einmal.

Dass die Leipziger torlos in die Halbzeit gingen, war dabei vor allem Dresdens Torwart Patrick Richter zu verdanken, der mit jeder neuen Chance weiter über sich hinauszuwachsen schien und eine Parade nach der anderen lieferte.

Lok Leipzig gegen Dresden Laubegast: Elfmeter und dann doch nicht

Letztendlich rettete Paul Schinke die Leipziger.
Letztendlich rettete Paul Schinke die Leipziger.  © 1. FC Lokomotive Leipzig

Die Energie der letzten Minuten konnte Lok glücklicherweise auch in die zweite Halbzeit mitnehmen: Schon nach nur 70 Sekunden versuchte es Tom Nattermann, verzog jedoch, wodurch Richter mal nicht gefordert war. 

Der Wille war da, nun fehlte nur noch der letzte Kracher, der den Knoten zum Platzen bringt.

Den sollte Lok in der 51. bekommen - oder zumindest war es anfangs so: Kopfballduell im Strafraum, Dresdens Robert Scannewin erwischte Jäpel im Gesicht, der daraufhin zu Boden ging. 

Schiri Clemens Biastoch pfiff Elfmeter - und entschied sich nach kurzer Diskussion mit den Dresdner Spielern doch dagegen. Stattdessen hieß es plötzlich Freistoß für Laubegast. Natürlich hat am Ende immer der Schiri das letzte Wort, dennoch war diese Entscheidung mehr als nur diskutabel.

Leipzig ließ sich davon jedoch nicht mehr verunsichern und hielt den Druck aufrecht. Die Probstheidaer wollten endlich Tore sehen, stürmten immer wieder auf den gegnerischen Kasten an, wieder versuchte es Nattermann, doch das Runde wollte einfach nicht ins Eckige.

In der 73. Minute dann endlich die Erlösung: Nach einem Foul an Gabriel Boakye im Strafraum entschied Biastoch wieder auf Elfmeter. Diesmal aber wirklich! Schinke stellte sich am Elfmeterpunkt auf, schoss und Richter hielt auch noch! Schinke reagierte jedoch geistesgegenwärtig, setzte nach und endlich war der Ball drin!

Die Gastgeber schienen sich  jedoch nicht zufriedengeben zu wollen und lieferten plötzlich ihrerseits eine ordentliche Chance, bei der es dann jedoch bleiben sollte. Die Dresdner in der Bringpflicht musste Lok die Partie nur noch zu Ende bringen.

Das taten sie dann letztendlich auch. Ohne weitere Vorkommnisse ging Lok Leipzig mit einem äußerst enttäuschenden 1:0 bei Dresden Laubegast vom Platz. Die Leipziger begrüßen als nächsten Gegner im Ligaspiel Tennis Borussia Berlin. Anstoß ist am Freitag, 16. Oktober, um 19 Uhr im Bruno-Plache-Stadion. Die nächste Partie im Sachsenpokal wird voraussichtlich am 18. November ausgetragen. Gegen wen Lok dann antritt, wird noch ausgelost.

Titelfoto: 1. FC Lokomotive Leipzig

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