Ganz bitter! Lok Leipzig verpasst den Aufstieg haarscharf

Bielefeld - Der Traum vom Aufstieg in den Profi-Fußball ist für den 1. FC Lokomotive Leipzig vorerst geplatzt! Der FCL kam im Relegations-Rückspiel am Dienstag auswärts gegen den SC Verl nur zu einem 1:1 (1:0) und verpasste nach dem 2:2 am Donnerstag den Sprung in Liga 3. 

Fans des 1. FC Lok vorm Stadion. Ihre Unterstützung half leider nicht.
Fans des 1. FC Lok vorm Stadion. Ihre Unterstützung half leider nicht.  © Friso Gentsch/dpa

Verl-Kapitän Julian Stöckner war zunächst der Unglücksrabe in der 45. Minute, köpfte ins eigene Tor und sorgte für die Lok-Halbzeitführung. Ron Schallenberg erzielte aber noch den 1:1-Ausgleich für den Gastgeber (73.), der sich jetzt anstelle der Probstheidaer über Liga 3 freuen darf. 

Verl durfte sein entscheidendes Heimspiel nicht in der heimischen Sportclub Arena austragen, die Behörden untersagten das Spiel aufgrund der angespannten Corona-Situation im Landkreis Gütersloh. 

Als Ausweichstätte fungierte am Dienstag die in der kommenden Saison erstklassige Schüco-Arena Bielefeld. 

Im letzten Spiel für Wolfgang Wolf als (nach wie vor ungeschlagener) Lok-Trainer an der Seitenlinie wollten es die Probstheidaer doch noch schaffen, nach dem bitteren späten Eigentor von Keeper Fabian Guderitz die wenig optimale Ausgangslage doch noch herumzubiegen.

Die Fans waren auf der Leipziger Alten Messe per Public Viewing im Auto live dabei. 

Die Startaufstellungen beider Mannschaften

Erst chancenarm, dann wieder ein Eigentor!

Eine Flanke von Maik Salewski köpfte Verl-Kapitän Julian Stöckner ins eigene Tor.
Eine Flanke von Maik Salewski köpfte Verl-Kapitän Julian Stöckner ins eigene Tor.  © Friso Gentsch/dpa

Lok-Coach Wolfgang Wolf tauschte nach dem 2:2 am Donnerstag einmal: Für den angeschlagenen Robert Berger (nicht im Kader) stand Hinspiel-Torschütze Matthias Steinborn in der Startelf. 

Lok übernahm sofort die Spielkontrolle, näherte sich überlegt und nicht zu hastig dem gegnerischen Kasten an. Mindestens ein Tor brauchten die Gäste auf jeden Fall!

Gefährlich wurde es zunächst aber für Verl: Patrick Schikowski tunnelte auf dem rechten Flügel Kevin Schulze, der Ball landete bei Ron Schallenberg, der aber drüberschoss (10.). 

Mehr und mehr übernahm das Team von Guerino Capretti das Geschehen, zunächst ohne sich eine Chance herauszuspielen.

Und so durfte wieder Lok: Nach einer Hereingabe von links in den Strafraum kam das Spielgerät über Djamal Ziane und Steinborn zu Patrick Wolf, der Schallenberg mit einer Halbdrehung stehen ließ, sein Schuss wurde zur Ecke abgefälscht (37.) 

Die mauserte sich zur bis dato besten Gelegenheit des ersten Durchgangs: Maik Salewski brachte den Standard ins Zentrum, dort köpfte David Urban wuchtig und platziert, doch Robin Brüseke parierte den halbhohen Ball ganz stark (38.) 

Der FCL schnupperte weiter am Führungstor: Erst köpfte Robert Zickert nach einem Freistoß knapp rüber (43.), dann geschah das Unglaubliche: Guderitz wehrte auf der Gegenseite erst noch eine Chance stark ab, dann flankte Salewski in die Box, Verl-Kapitän Julian Stöckner wollte per Kopf klären, doch die Kugel flog über Keeper Brüseke hinweg zum 1:0 für Leipzig in den Kasten (45.) - Halbzeit!

Verletzter Schiri muss raus - Schallenberg schießt Verl in 3. Liga

Ron Schallenberg (2.v.l.) erzielte den Ausgleich in der 73. Minute.
Ron Schallenberg (2.v.l.) erzielte den Ausgleich in der 73. Minute.  © picture point/Sven Sonntag

Verl wollte sich schnell auf die Siegerstraße bringen, hatte kurz nach dem Seitenwechsel die erste Chance dazu: Im Sechzehner legte Zlatko Janjic stark nach links auf Aygün Yildirim, der aber über das Lattenkreuz schlenzte (47.). 

Wenig später humpelte Schiedsrichter Arne Aarnink über den Platz, wurde zunächst behandelt, konnte aber nicht weitermachen. Assistent Eric Müller übernahm die Spielleitung nach einer rund achtminütigen Unterbrechung. 

Obwohl das Match nicht überhart geführt wurde, pfiffen sowohl Aarnink als auch Müller viele Zweikämpfe ab, die Gelbe Karte saß immer sehr locker. Bis eine halbe Stunde vor dem Ende wurden acht Verwarnungen verteilt, fünf davon für Lok, unter anderem auch für Abwehrchef Zickert, der einen Platzverweis natürlich vermeiden wollte.

Die Blau-Gelben mussten aber einen herben Rückschlag hinnehmen: Eine Flanke von rechts flog zunächst an Freund und Feind vorbei, ehe Schallenberg ihn unbedrängt bekam, direkt abzog, durch die Beine von Mitspieler Janjic und neben Guderitz ins lange Eck traf - 1:1 (73.). 

Über die Szene wurde heftig diskutiert, da Janjic möglicherweise im Abseits und im Sichtfeld Guderitz' stand.

Trotz zwölfminütiger Nachspielzeit und offensiven Einwechslung blieb dem FCL das entscheidende zweite Tor verwehrt. Der Aufstieg platzte nach zwei Unentschieden - nur aufgrund der Auswärtstorregel. 

Djamal Ziane (l.) muss weinend von Gegenspieler Lars Ritzka getröstet werden.
Djamal Ziane (l.) muss weinend von Gegenspieler Lars Ritzka getröstet werden.  © picture point/Sven Sonntag
Dem SC Verl gelang aufgrund der Auswärtstorregel der Aufstieg in die 3. Liga.
Dem SC Verl gelang aufgrund der Auswärtstorregel der Aufstieg in die 3. Liga.  © Friso Gentsch/dpa

Der Meister der kommenden Regionalliga-Nordost-Saison 2020/21 wird direkt in die 3. Liga aufsteigen. Mit Absteiger Carl Zeiss Jena und mindestens noch einem weiteren Ost-Team (Magdeburg, Halle, Zwickau oder Chemnitz) dürfte dieses Unterfangen für Lok aber schwerer als in dieser Spielzeit werden. 

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg, Picture Point/Sven Sonntag

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