Altglienicke-Boss sauer auf Loks Meister-Coach: "Freunde werden wir nicht mehr"

Leipzig/Berlin - Dass der 1. FC Lokomotive Leipzig als Tabellenzweiter zum Meister der Regionalliga Nordost ernannt wurde, freut einzig die Sachsen. Spitzenreiter VSG Altglienicke, der folglich leer ausging, hat schon deutlich gegen die Entscheidung des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV) geschossen. Jetzt war auch Lok-Coach Wolfgang Wolf (62) dran.

VSG-Manager Daniel Böhm (43, l.) und Trainer Karsten Heine (65).
VSG-Manager Daniel Böhm (43, l.) und Trainer Karsten Heine (65).  © imago images/Matthias Koch

"Das ist so bitter. Wir spielen die beste Saison unserer Geschichte und dann das. Wer weiß, ob so eine Chance noch mal wiederkommt", trauert VSG-Sportdirektor Daniel Böhm (43) der vertanen Chance, in zwei Relegationsspielen gegen einen West-Vertreter in die 3. Liga aufsteigen zu können, nach. 

Ursprünglich habe man zwar nicht aufsteigen wollen, so der Manager im "Berliner Kurier", "aber wir hätten es mitgenommen. Aber was soll man machen, es war ja abzusehen." 

Abzusehen, das war die Quotientenregelung. Erspielte Punkte geteilt durch gewertete Spiele. Absolviert hatten die VSG und Lok jeweils 24. Doch durch Erfurts Insolvenz wurden die zwei bisherigen Lok-Partien gegen die Thüringer annulliert, Altglienicke hingegen spielte erst einmal gegen Rot-Weiß. 

Aufgrund der besseren Tordifferenz blieb der Berliner Verein an der Spitze, punktgleich vorm FCL. Die Probstheidaer hatten die Quotientenregel als sportlich fairste Lösung betitelt und natürlich auch eigennützig beworben. Der NOFV entschied sich nach über 80 Prozent Zustimmung der Ligavertreter für diese Variante. 

Kritik an Lok-Trainer Wolfgang Wolf: "Sportlich fair ist anders!"

Wolfgang Wolf (62) könnte nach dem Bundesliga-Aufstieg mit Nürnberg 2004 nun auch mit Lok Leipzig aufsteigen, allerdings "nur" in die 3. Liga.
Wolfgang Wolf (62) könnte nach dem Bundesliga-Aufstieg mit Nürnberg 2004 nun auch mit Lok Leipzig aufsteigen, allerdings "nur" in die 3. Liga.  © picture point/Sven Sonntag

Für die beiden wohl noch im Juni anstehenden Relegationsspiele (wahrscheinlich gegen den SC Verl) wünscht Altglienicke dem Konkurrenten viel Erfolg und würde sich natürlich für den Ostfußball freuen, wenn es die Leipziger in den Profibereich schaffen. 

"Aber Freunde werden wir nicht mehr, so wie der Wolfgang Wolf sich von Anfang an verhalten hat", sagte Daniel Böhm. "Der hat nur Druck gemacht. Immer nur die Quotientenregelung ins Spiel gebracht. Dass wir Herbstmeister waren, zählte nicht. Ein Entscheidungsspiel wollte er auch nicht. Sportlich fair ist anders."

Doppelt bitter ist für die VSG, dass es in der kommenden Saison deutlich schwerer werden wird, erneut um den Aufstieg zu spielen. Gemäß der Rotation darf der Nordost-Meister im Sommer 2021 direkt aufsteigen, ohne in die Relegation zu müssen.

Doch mit möglichen Drittliga-Absteigern wie Halle, Zwickau, Jena, Magdeburg und Chemnitz dürfte sich der Kampf um nur einen Aufstiegsplatz zwischen eben diesen Teams entscheiden.

"Die Absteiger werden sofort wieder hoch wollen", ist sich VSG-Sportdirektor Böhm sicher, "und Cottbus ist ja auch noch da."

Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Gabor Krieg, imago images/Matthias Koch

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