RB Leipzig dreht Partie in Köln und ist wieder auf Champions-League-Kurs

Köln - RB Leipzig hat das letzte Montagsspiel der Bundesliga-Saison 2019/20 gewonnen. Zum Abschluss des 29. Spieltags setzten sich die Sachsen beim 1. FC Köln nach Rückstand noch mit 4:2 (2:1) durch, was die Gäste um zwei Plätze auf Rang drei klettern ließ. Der Effzeh bleibt nach einem munteren Match Elfter und hat weiter sieben Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone.

Wenn schon keine Zuschauer, dann doch wenigstens Teddybären in Effzeh-Trikots.
Wenn schon keine Zuschauer, dann doch wenigstens Teddybären in Effzeh-Trikots.  © Ina Fassbender/AFP/POOL/dpa

Im Rhein-Energie-Stadion brachte Jhon Cordoba (1:0/7. Minute) den Gastgeber in Führung, Leipzigs Patrik Schick (1:1/20.) und Christopher Nkunku (2:1/38.) drehten die Partie vor der Halbzeit. 

Timo Werner erhöhte nach dem Seitenwechsel (3:1/50.), ehe es Anthony Modeste mit seinem 2:3 in der 55. Minute nochmal spannend machte. Doch Dani Olmo sorgte für die Entscheidung (4:2/57.). 

Der FC ging als Tabellenelfter in die Begegnung und hatte die Chance, nach zuletzt vier sieglosen Partien mit einem Dreier an den kriselnden Schalkern vorbeizuziehen und den Vorsprung auf die Abstiegszone auf komfortable zehn Punkte auszubauen. 

Ünder, Lacroix und Sinisalo: RB Leipzig auf der Suche nach dem perfekten Kader
RB Leipzig Ünder, Lacroix und Sinisalo: RB Leipzig auf der Suche nach dem perfekten Kader

Die Gäste aus Leipzig hingegen reisten durch Erfolge von Gladbach (4:1 gegen Union Berlin) und Leverkusen (1:0 in Freiburg) als Fünfter zum letzten Montagsspiel der Saison, konnten schon mit einem Remis wieder Dritter werden. 

Gleich mehrere Statistiken sprachen für die Sachsen: Klarer Champions-League-Anwärter, qualitativ besserer Kader, zuletzt fünf Pflichtspiele auf fremdem Rasen ohne ein einziges Gegentor, noch nie gegen einen Aufsteiger verloren und das Hinspiel gegen die Geißböcke 4:1 gewonnen

Die Aufstellung des 1. FC Köln:

RB Leipzigs Startelf:

Cordoba trifft und muss raus - RB Leipzig dreht das Match

Jhon Cordoba (l.) brachte den Effzeh mit 1:0 in Führung, musste dann aber verletzt raus und eine Niederlage mit ansehen.
Jhon Cordoba (l.) brachte den Effzeh mit 1:0 in Führung, musste dann aber verletzt raus und eine Niederlage mit ansehen.  © Ina Fassbender/AFP/POOL/dpa

Köln tauschte nach dem 1:3 in Hoffenheim viermal: Rafael Czichos, Noah Katterbach, Jonas Hector und Florian Kainz ersetzten Sebastiaan Bornauw (Rotsperre), Mark Uth (muskuläre Probleme), Kingsley Ehizibue und Dominick Drexler (beide Bank). 

RB-Coach Julian Nagelsmann brachte mit Angelino und Nordi Mukiele für Marcel Halstenberg (Gelb-Rot) und Tyler Adams (Bank) zwei neue Außenverteidiger im Vergleich zum 2:2 gegen Hertha

Nach dreieinhalb Minuten wurde es direkt mal richtig gefährlich für die Gisdol-Elf: Nkunku mit einem Flügelwechsel auf Mukiele, der direkt quer in den Strafraum legte. Dort ließ Dani Olmo durch für Timo Werner, der aber mit einem Flachschuss an Namensvetter Horn scheiterte (4.). 

RB Leipzig guckt in die Röhre! Salzburg-Knipser geht wohl auf die Insel
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Köln machte es besser! Kainz schickte Rexhbecaj in die Box, der sich den Ball auf den linken Fuß legte, Péter Gulácsi im Kasten tunnelte und den Pfosten traf. Von dort sprang die Kugel zurück ins Feld, wo sie Cordoba wuchtig unter die Latte zimmerte - 1:0 für den FC, das zwölfte Saisontor für den Kolumbianer (7.).  

Nach Marcel Sabitzers Verzweiflungsschuss aus 25 Metern (16.) stieg Schick nach Angelino-Flanke höher als Czichos und nickte zum 1:1 ein (20.).  

Als dann auch noch Torschütze Cordoba nach Zusammenprall mit Dayot Upamecano humpelnd ausgewechselt und von Anthony Modeste ersetzt werden musste, drehte RB das Spiel: Konrad Laimer mit scharfem Längspass zum Elfmeterpunkt, dort rutschte Toni Leistner vorbei und Nkunku lupfte freistehend über Horn hinweg - 2:1 RB (38.).

Timo Werner und Dani Olmo bringen RB Leipzig auf die Siegerstraße

Zwei Leipziger Torschützen beim Faustjubel: Christopher Nkunku (l.) und Timo Werner.
Zwei Leipziger Torschützen beim Faustjubel: Christopher Nkunku (l.) und Timo Werner.  © Ina Fassbender/AFP/POOL/dpa

Nach wenigen Minuten in Durchgang zwei sorgte der bis auf seine Großchance aus der 4. Minute eher unauffällig agierende Werner für die Vorentscheidung. 

Gulácsi fing eine Kainz-Flanke ab, schlug den Ball direkt nach vorn, wo der deutsche Nationalstürmer auf und davon war und gegen Horn cool blieb - 3:1 für RB (50.). 

Doch Köln gab sich nicht auf: Erst prüfte Ellyes Shkiri Torhüter Gulácsi mit einem satten Rechtsschuss (54.), dann drehte sich Modeste um Sabitzer und schlenzte zentral aus 20 Metern ein - nur noch 2:3 aus Sicht der Geißböcke (55.). 

Kurz danach stellten die Sachsen den Zwei-Tore-Vorsprung aber wieder her: Ecke Nkunku, Modeste wollte ihn klären, köpfte aber direkt in die Füße des freistehenden Dani Olmo, der sehenswert sein erstes Bundesligator erzielte - 4:2 (57.). 

Aufreger in der 62. Minute: Schick sprintete nach vorn, wurde durch Drexler zu Fall gebracht. Anstatt den (aussichtsreichen) Vorteil für RB laufen zu lassen, pfiff Christian Dingert ab und zeigte ihm die fünfte Gelbe. Die Leipziger Bank protestierte lautstark, allerdings vergebens. 

Und auch zehn Minuten später ein Aufschrei, diesmal auf Kölner Seiten: Modeste fiel im Sechzehner nach Zweikampf mit Lukas Klostermann, doch der Rote Bulle traf klar zuerst den Ball, Dingert entschied nach Videosichtung auf "kein Elfer". 

Weitere Großchancen vergaben Olmo (77.), Werner (78.) und Sabitzer (90.+5) sowie Kölns Modeste (87.). Hätte also durchaus auch noch ein paar Treffer geben können.

Die nächsten Spiele: RB hat am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) Schlusslicht SC Paderborn zu Gast. Der Effzeh ist am Sonntagabend ab 18 Uhr (Sky) beim FC Augsburg gefordert.  

Titelfoto: Ina Fassbender/AFP/POOL/dpa

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