RB-Leipzig-Coach Nagelsmann hadert mit seinem Team: "Zu wenig Torgefahr auf dem Platz"

Leipzig - RB Leipzig gegen Hertha BSC: Das Bundesliga-Duell am heutigen Mittwoch (18.30 Uhr/DAZN live) verspricht Tore ohne Ende! In den bisherigen sieben Begegnungen klingelte es satte 34 Mal, davon 26 Mal für die Sachsen. Doch vor der möglichen Eroberung des zweiten Tabellenplatzes hadert der Trainer mit den Offensivqualitäten seiner Schützlinge.  

RB-Trainer Julian Nagelsmann (32) hat die Torgefahr seines Kaders kritisiert - trotz des internen Bundesliga-Torrekords.
RB-Trainer Julian Nagelsmann (32) hat die Torgefahr seines Kaders kritisiert - trotz des internen Bundesliga-Torrekords.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild-Pool/dpa

"Größtenteils bin ich mit dem Kader zufrieden, aber nicht auf jeder Position. Wir haben zu wenig Torgefahr auf dem Platz. Wir haben eher defensive Außenverteidiger im Kader", sagte Julian Nagelsmann der "Sport Bild". "Mit Angelino haben wir einen, der offensivstärker ist, aber auch noch nicht seine Torgefahr entdeckt hat. Da können wir auf beiden Seiten nachlegen", so der 32-Jährige weiter.

Mit aktuell 68 Toren hat RB Leipzig den internen Torrekord aus der ersten Bundesliga-Saison 2016/17 (damals 66) geknackt - und das sieben Spieltage vor dem Saisonende. 

Dass nach dieser Äußerung - selbst beim geplanten Erreichen der Champions League - nun automatisch neue Spieler den Kader verstärken, ist jedoch nicht der Fall. "Wir haben einen sehr strikten Budgetplan. Wenn wir keinen Spieler verkaufen, werden wir wenig bis keinen Neuen verpflichten können. Das wird selten in der Öffentlichkeit verstanden", sagte er.

Bevor über die kommende Spielzeit gesprochen wird, muss die aktuelle erst einmal ohne Stimmung von den Rängen beendet werden. Verläuft Leipzigs Heimspiel gegen die Berliner Hertha am Mittwoch erfolgreich, winkt Platz 2 - weil der BVB das Gipfeltreffen gegen die Bayern am Dienstag mit 0:1 verlor (TAG24 berichtete). 

Poulsen fehlt, Forsberg vor Comeback

Emil Forsberg (28) hier beim Torjubel zu seinem 1:0 gegen die Hertha vor einem Jahr (Endstand 5:0) steht vor seinem ersten Einsatz nach der Corona-Pause.
Emil Forsberg (28) hier beim Torjubel zu seinem 1:0 gegen die Hertha vor einem Jahr (Endstand 5:0) steht vor seinem ersten Einsatz nach der Corona-Pause.  © picture point/Sven Sonntag

Sieben Duelle mit der Alten Dame gab es in der jungen Leipziger Vereinsgeschichte, sechs davon gewannen sie. Torausbeute: 26:8 Tore. Nach Treffern von Emil Forsberg, Amadou Haidara und einem Dreierpack von Yussuf Poulsen fertigte RB die Hertha im letzten Heimspiel vor einem Jahr mit 5:0 ab. 

Poulsen (25) aber spielt diesmal keine Rolle. Wegen einer Bänderverletzung im rechten Sprunggelenk muss der Däne auf unbestimmte Zeit aussetzen. Auch Ethan Ampadu (19, Rückenprobleme) und Ibrahima Konaté (21, Hüftprobleme) sind keine Option, dagegen steht Emil Forsberg (28) nach überstandener Angina vorm Comeback. Nagelsmann: "Es gibt nichts, das ausschließt, dass er spielen kann."

Dass der Coach wieder auf Kollege Bruno Labbadia (54) trifft, freut den jüngsten Bundesliga-Trainer. "Seine Jubelläufe, wenn sie ein Tor schießen - das gefällt mir. Das überträgt er auch auf seine Mannschaft, dass er mit einem guten Elan in seiner Coachingzone unterwegs ist. Ich freue mich, dass er wieder einen Job hat und ich ihn sehe."

In den beiden ersten Spielen unter Labbadia holte BSC zwei souveräne Siege in Hoffenheim (3:0) und gegen Union (4:0) - laut Nagelsmann ein Verdienst des 54-Jährigen. "Hertha hatte davor eine extrem anfällige Kette und war nicht so stabil. Das hat er in der kurzen Zeit sehr gut hinbekommen", sagte Leipzigs Übungsleiter und sieht auch im Spiel mit Ball Parallelen zum Wolfsburger Auftreten unter Ex-Coach Labbadia. 

Julian Nagelsmann ist auf eine konterfreudige Alte Dame eingestellt, die "völlig zurecht" mit einer guten Euphorie die 180 Kilometer anreist.

"Cunha kann ruhig Vollgas geben"

Der frischgebackene Papa Matheus Cunha, der nach anderthalb Jahren in Leipzig im vergangenen Winter in die Hauptstadt wechselte, könne gegen seinen Ex-Klub "ruhig Vollgas geben, da habe ich nichts dagegen", so Herthas vierter Trainer der Saison. "Matheus ist ohnehin ein Spieler, der gerne auf dem Platz steht. Ich finde, ein Spiel gegen die Ex-Mannschaft ist eine Motivation, aber keine Übermotivation, weil er ja auch in Leipzig eine gute Zeit gehabt hat."

Zudem feiert der Brasilianer am Mittwoch seinen 21. Geburtstag und traf in den letzten vier Partien immer. Wenn das alles in Kombination nicht Motivation genug ist...

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild-Pool/dpa

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