"Desolate, katastrophale Leistung!" RB Leipzigs Spieler zum Rapport bei den Fans

Leipzig/Berlin - Ein "beschissenes Spiel", die Leistung "desolat" und "katastrophal", einfach "zu wenig": Die Worte von RB Leipzigs Vorstandsboss Oliver Mintzlaff (46) nach dem nächsten Rückschlag beim 1:2 beim 1. FC Union Berlin am Freitagabend fielen (zurecht) niederschmetternd aus. Eine Jobgarantie für Jesse Marsch (48) gab es nicht. Und die Spieler gingen zum Zaun-Rapport zu den Fans.

V.l.n.r.: Kevin Kampl, Josko Gvardiol, André Silva und Angelino brachten (wieder) keine gute Leistung.
V.l.n.r.: Kevin Kampl, Josko Gvardiol, André Silva und Angelino brachten (wieder) keine gute Leistung.  © Bildmontage: Picture Point/Roger Petzsche

"Das war eine desolate Leistung, ganz, ganz schlecht", sagte Mintzlaff in einem meinungsstarken Interview bei DAZN. "Nicht das, was wir erwartet haben, nachdem wir die letzten beiden Bundesligaspiele verloren haben. Wir sind angereist, um einiges wieder gutzumachen, haben aber eine katastrophale Leistung abgeliefert, daher bin ich sehr, sehr enttäuscht."

Nach Abpfiff gab es Szenen im Stadion An der Alten Försterei, die durchaus in die noch schmalen Geschichtsbücher der Sachsen eingehen könnten. Mehrere Spieler gingen zum Auswärtsblock, stellten sich dem Unmut der mitgereisten Fans, versuchten sich zu erklären, wirkten ratlos.

Als sich die DAZN-Reporter allmählich in Richtung Trainerdiskussion aufmachten, blieb die Jobgarantie für den an Corona erkrankten und in Leipzig gebliebenen Jesse Marsch aus.

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"Wir machen uns natürlich grundsätzlich Gedanken - auch schon, als wir hier angereist sind, weil wir aus 13 Spielen 18 Punkte hatten", so Mintzlaff. "Das ist für unseren Anspruch natürlich zu wenig. Das ist nicht das, was mir mit diesem tollen Kader erwarten können."

Doch auch die Mannschaft nahm der Vorstandsvorsitzende in die Pflicht. 0:2 bei der TSG 1899 Hoffenheim, 1:3 gegen Bayer 04 Leverkusen und jetzt 1:2 bei Union: "Das ist zu wenig, so werden unsere Ziele nicht erreicht und die wollen wir in der Hinrunde nicht korrigieren."

Josko Gvardiol, der das 0:1 mitverschuldet hatte, stellte sich dem Unmut der Fans.
Josko Gvardiol, der das 0:1 mitverschuldet hatte, stellte sich dem Unmut der Fans.  © Picture Point/Roger Petzsche
Auch Tyler Adams ging zum Fanblock.
Auch Tyler Adams ging zum Fanblock.  © Picture Point/Roger Petzsche

"Werden nicht bis Weihnachten warten und hoffen, dass es im neuen Jahr wieder besser wird"

RB Leipzigs Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff (46) fand vernichtende Worte für die Leistung der Mannschaft.
RB Leipzigs Vorstandsvorsitzender Oliver Mintzlaff (46) fand vernichtende Worte für die Leistung der Mannschaft.  © picture point/Sven Sonntag

Die Tendenz der letzten Wochen, eigentlich der gesamten Hinrunde, gelte es laut Mintzlaff nun "knallhart zu analysieren". Es sei unabdingbar, gemeinsam mit Cheftrainer Jesse Marsch zu diskutieren, wie die verbleibenden vier Pflichtspiele des Jahres 2021 positiver gestaltet werden können.

Weil der Verein erfolgsverwöhnt sei und es in den letzten Jahren eigentlich unaufhaltsam und stetig bergauf ging, ist eine derartige Achterbahnfahrt, die mittlerweile zur Talfahrt geworden ist, natürlich ungewöhnlich.

Dennoch habe man einen "überragenden Kader, der sicherlich zu den drei, vier besten der Bundesliga zählt - das muss auch unser Anspruch sein." Der Status quo heißt aber: 18 Punkte nach 14 Spielen, Platz acht in der Liga. Und im schlimmsten Fall nach Abschluss des Spieltags sogar Dreizehnter.

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"Es ist eine schwierige Phase, aber wir werden nicht den Kopf in den Sand stecken, warten bis Weihnachten ist und hoffen, dass es im neuen Jahr wieder besser wird", machte Mintzlaff weiterhin klar. "Wir werden uns genau Gedanken machen, was wir jetzt tun müssen und da gehört natürlich alles auf den Tisch."

Zum Abschluss der Hinrunde geht es für RB jetzt noch gegen Borussia Mönchengladbach, den FC Augsburg und Arminia Bielefeld - alles Teams, die derzeit hinter den Sachsen stehen.

Und dann ist da ja auch noch das Champions-League-Match gegen Manchester City am Dienstag (18.45 Uhr/DAZN), in dem zumindest das Überwintern in der Europa League gesichert werden soll. Wehe, wenn nicht...

Titelfoto: Bildmontage: Picture Point/Roger Petzsche

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