RB Leipzig: Dominik Kaisers Abschied "war von mir so gewollt"

Leipzig - Fast elf Jahre Vereinsgeschichte hat der Pay-TV-Sender "Sky" in RB Leipzigs "Golden Moments" Revue passieren lassen. Neben U20-Nationaltrainer Manuel Baum sprachen auch Emil Forsberg, Dominik Kaiser, Alexander Zorniger und Perry Bräutigam über alles, was bisher geschah.

Legendär, wenn auch schmerzhaft: Nach dem geglückten Bundesliga-Aufstieg 2016 zieht sich Trainer Ralf Rangnick bei der Flucht vor Davie Selke (l.) einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und stürzt zu Boden.
Legendär, wenn auch schmerzhaft: Nach dem geglückten Bundesliga-Aufstieg 2016 zieht sich Trainer Ralf Rangnick bei der Flucht vor Davie Selke (l.) einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu und stürzt zu Boden.  © dpa/Jan Woitas

Zugegeben, mit nicht einmal elf Jahren ist der Klub das mit Abstand jüngste Küken unter den Profiklubs in Deutschland. Gegründet 2009 mit dem erworbenen Startrecht des Leipziger Vorort-Vereins SSV Markranstädt und mit nachhaltig investierten Brause-Millionen von Energy-Gigant Red Bull gelangen in sieben Jahren vier Aufstiege bis in die Bundesliga.

Fünf Spieler übernahmen die Roten Bullen damals vom Oberligisten SSV, holten sich namhafte Profis wie den ersten Kapitän Ingo Hertzsch und Torhüter Sven Neuhaus hinzu. 

Eigentlich waren zwei Aufstiege in Folge eingeplant, doch nach dem Sprung in die Regionalliga stockte es. Erst im dritten Jahr Viertklassigkeit und nach der Neuinstallation von Sportdirektor Ralf Rangnick und Trainer Alexander Zorniger für Peter Pacult galoppierten die Bullen wieder los.

2014 folgte der Durchmarsch in die 2. Bundesliga nach emotionaler Verlängerungs-Relegation gegen die Sportfreunde Lotte und 2016 letztlich der Bundesliga-Aufstieg. Nach direkter Vizemeisterschaft (2017) gelang in zwei der drei ersten Jahre die direkte Quali zur Champions League. 

In der laufenden Saison, die aufgrund des wütenden Coronavirus noch immer unterbrochen ist, schaffte RB den Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse nach zwei Zu-Null-Siegen gegen Vorjahres-Finalist Tottenham. 

"Ich finde es sehr spannend, wie es Leipzig geschafft hat, innerhalb kürzester Zeit so eine eigene Philosophie in einen Verein hereinzubringen und umzusetzen - das ist nicht selbstverständlich", sagte Manuel Baum (40), der als Trainer des FC Augsburg selbst mehrfach auf die Sachsen traf. 

In der Fünfergruppe mit dem FC Bayern, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach könne man Leipzig "fast nicht wegdenken". 

Hoeneß freute sich: Neben Dortmund "zweiter Feind, den wir attackieren können"

Am 5. Mai 2018 stand der langjährige Kapitän Dominik Kaiser, der es mit RB von der vierten Liga bis in die Königsklasse schaffte, ein letztes Mal in einem Pflichtspiel
Am 5. Mai 2018 stand der langjährige Kapitän Dominik Kaiser, der es mit RB von der vierten Liga bis in die Königsklasse schaffte, ein letztes Mal in einem Pflichtspiel  © picture point/Sven Sonntag

Mit 236 Punkten stehen die Rot-Weißen schon auf Rang 33 der ewigen Bundesliga-Tabelle - vor Teams wie Energie Cottbus, Alemannia Aachen und Dynamo Dresden. 

Der Erfolg der Sachsen ist aber auch eng mit dem Namen Ralf Rangnick verbunden. Der 61-Jährige wird als RB-Macher betitelt, saß auch interimsweise insgesamt mehrfach auf der Trainerbank. Heraus sprang ein Aufstieg und das (verlorene) Pokalfinale 2019. 

Legendär bleibt wohl eine Szene vom 8. Mai 2016, als RB nach einem 2:0-Heimsieg über den Karlsruher SC der Bundesliga-Aufstieg glückte. Klar, dass da Bierduschen an der Tagesordnung waren. 

Doch auf der Flucht vor Stürmer Davie Selke riss sich Rangnick eine Muskelfaser im Oberschenkel und stürzte auf den Rasen. Verschont vom Hopfengetränk blieb er dennoch nicht. 

Nach Eroberung der Tabellenspitze Mitte November 2016 freute sich Präsident Uli Hoeneß vom verdrängten FC Bayern: "Wir haben neben Dortmund einen zweiten Feind, den wir jetzt endlich attackieren können."

Kaiser "Domme"

Ein großer Name in den noch dünnen Leipziger Geschichtsbüchern bleibt unbestritten Dominik Kaiser. Der mittlerweile 31-Jährige kam damals von Bundesligist Hoffenheim in die Regionalliga zu RB, machte als Kapitän (2014-2016) drei Aufstiege mit, erzielte das Premieren-Erstligator und verabschiedete sich 2018 zu Ex-Coach Zorniger nach Bröndby.

"Das war eine unglaubliche Zeit und der Abschied war sicher nicht ganz einfach, er war von mir aber auch so gewollt", so Kaiser bei Sky. "Mein Vertrag lief aus und in den Jahren 2017 und 2018 habe ich in der Bundesliga nicht mehr die Einsatzzeiten bekommen, die ich mir erhofft habe. Das war ein logischer Wechsel, auch wenn er mir schwergefallen ist."

Leipzig ist und bleibt für den mittlerweile Hannoveraner "sehr, sehr besonders. Es war mit die beste Zeit meiner Karriere, deshalb blicke ich da immer gern zurück."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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