Drama um RB Leipzigs Gulácsi: "Menge Zeit in der Reha ohne das, was du liebst!"

Leipzig - Der erste Sieg in der Champions League war ein Befreiungsschlag für RB Leipzig. Das 3:1 gegen Celtic Glasgow konnte wegen der schweren Verletzung von Péter Gulácsi (32) aber nicht wirklich gefeiert werden. Scheinbar haben die Sachsen aber einen guten Ersatz in den eigenen Reihen.

Péter Gulácsi (32) hat sich ohne gegnerische Einwirkung das vordere rechte Kreuzband gerissen.
Péter Gulácsi (32) hat sich ohne gegnerische Einwirkung das vordere rechte Kreuzband gerissen.  © Jan Woitas/dpa

"Sehr zufrieden" war Trainer Marco Rose (46) mit der Art und Weise, wie sein Team gegen den amtierenden schottischen Meister aufgetreten ist.

Vieles, worauf er seine Jungs vorbereitet hatte, bestätigte sich während der 90 Minuten: Hohe Intensität, schnelle und wendige Gegner in der Offensive, phasenweise ein sehr wildes Spiel.

Worauf allerdings niemand vorbereitet war, war die Szene in der 10. Minute. Nach einem ziemlich riskanten Rückpass quer durch den Strafraum wollte Gulácsi den Ball unbedrängt aus jenem befördern.

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Dabei verdrehte sich sein Knie aber bei einer Gegenbewegung so unglücklich, dass sich der Torhüter sofort auf den Rasen fallen ließ.

Teamärzte kümmerten sich sofort um Leipzigs Nummer 1, doch nach wenigen Augenblicken wurde das Wechselzeichen in Richtung RB-Bank gegeben. Der 32-Jährige musste letztlich sogar von Sanitätern per Trage vom Feld gebracht werden.

Gulácsis Landsmann Dominik Szoboszlai (21, r.) hielt bei seinem wenig später aberkannten Tor zum vermeintlichen 2:1 das Trikot der Nummer 1 hoch. Kevin Kampl klatschte zudem mutmachend darauf.
Gulácsis Landsmann Dominik Szoboszlai (21, r.) hielt bei seinem wenig später aberkannten Tor zum vermeintlichen 2:1 das Trikot der Nummer 1 hoch. Kevin Kampl klatschte zudem mutmachend darauf.  © imago/Jan Huebner

RB Leipzigs Marco Rose: "Die Jungs haben das Spiel auch für Pete gewonnen!"

Wird Gulácsi in den nächsten Monaten zwischen den Pfosten ersetzen: Janis Blaswich (31).
Wird Gulácsi in den nächsten Monaten zwischen den Pfosten ersetzen: Janis Blaswich (31).  © Jan Woitas/dpa

Ein wahr gewordenes Horrorszenario für Mannschaft und Zuschauer, die um ihren Capitano bangten.

Noch bevor Marco Rose die Diagnose kannte, sagte er nach dem Schlusspfiff: "Er ist unser Kapitän und eine absolute Bank hier in Leipzig. Das tut uns natürlich richtig weh." Aber: "Die Jungs haben gut drauf reagiert und das Spiel für Pete gewonnen."

Zwar sei es im Sport immer möglich, sich zu verletzen. "Für den Spieler ist es aber natürlich maximal bitter. Das bedeutet eine Menge Zeit in der Reha ohne das, was du liebst", erinnerte sich der 46-Jährige selbst an seine aktive Zeit zurück. Man müsse sich daher immer wieder bewusst werden, wie schön es ist, gesund zu sein, so Rose.

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"Wir wünschen uns, dass er schnell wieder gesund wird. Er kriegt - unabhängig wie lange das dauert - natürlich jegliche Unterstützung vom Verein und seiner Mannschaft, weil wir als Team funktionieren wollen."

Janis Blaswich (31) kam quasi aus der Kalten und absolut ungeplant zu seinem Champions-League-Debüt. Beim Gegentor durch Jota (23) konnte er nichts machen, davor und danach entschärfte er die ein oder andere Situation, wirkte sattelfest. Er wird Gulácsi in den kommenden Monaten vertreten.

Gefeiert werden durfte und sollte dennoch: RB Leipzig fuhr den ersten Sieg in der laufenden Champions-League-Saison ein.
Gefeiert werden durfte und sollte dennoch: RB Leipzig fuhr den ersten Sieg in der laufenden Champions-League-Saison ein.  © Jan Woitas/dpa

André Silva wird überraschender Matchwinner: "Top-Haltung gehabt!"

André Silva (26) traf gegen Celtic doppelt.
André Silva (26) traf gegen Celtic doppelt.  © picture point/Sven Sonntag

Gute Nachrichten gab es neben dem Sieg aber auch noch um den in dieser Bundesliga-Saison noch torlosen André Silva (26). Der Stürmer war mit seinem Doppelpack maßgeblich am Dreier beteiligt, durch den RB Celtic in der Tabelle überholte und auf Rang drei sprang.

"Ich habe festgestellt, dass er ein absoluter Vollprofi ist und dass er augenscheinlich bereit ist, sich Einsätze hart über Training zu erarbeiten", lobte Rose die Einstellung des 26-Jährigen. Er habe die Situation - unter anderem Timo Werner (26) vor die Nase gesetzt zu bekommen - angenommen und immer eine Top-Haltung gehabt, so sein Coach.

Leipzigs zweiter Pflichtspielsieg in Folge gibt der Mannschaft "hoffentlich noch mehr Rückenwind", hofft Rose. Vor allem in der Königsklasse müsse logischerweise weiter gepunktet werden, um auch noch Schachtar Donezk hinter sich zu lassen.

Zunächst folgt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) das Liga-Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05, ehe es schon kommenden Dienstag (21 Uhr/DAZN) zum Rückspiel und "heißen Tanz" in Glasgow kommt. Jeweils ohne Péter Gulácsi.

Titelfoto: Bildmontage: Jan Woitas/dpa, imago/Jan Huebner

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