Experte Hamann sicher: RB Leipzig muss sich "ändern, wenn Ihr Meister werden wollt"

Leipzig - Red-Bull-Mäzen Dietrich Mateschitz (76) soll einst gesagt haben, dass er RB Leipzig als Deutschen Meister sehen will, bevor er seinen 80. Geburtstag feiert. Dass der Titel wahrscheinlich weder vor noch nach dem runden Ehrentag herausspringt, davon ist Ex-Nationalspieler Dietmar "Didi" Hamann (46) überzeugt.

Dietmar Hamann (46) glaubt, dass RB Leipzig nicht Deutscher Meister werden wird, wenn sie ihre Transferpolitik nicht überdenken.
Dietmar Hamann (46) glaubt, dass RB Leipzig nicht Deutscher Meister werden wird, wenn sie ihre Transferpolitik nicht überdenken.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Immer wieder beharren die Verantwortlichen der Roten Bullen darauf, dass die DNA des Vereins ist, junge und Spieler mit hohem Potenzial bis maximal 24 Jahren zu verpflichten und gemeinsam mit ihnen eine Entwicklung zu durchleben. Bestenfalls am Ende mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft oder eines anderen Titels. 

Didi Hamann, WM-Zweiter mit Deutschland 2002 in Südkorea, sieht dieses Ziel in weiter Ferne.

"Ich glaube, dass Ihr Euch schon ein Stück weit ändern müsst, wenn Ihr Meister werden wollt", sagte der 46-Jährige am Donnerstag bei Sky. "Wenn Du aber nicht in der Lage bist, mit Ball ein Spiel zu kontrollieren, wird es unheimlich schwer, auch mal im zweiten oder dritten Gang ein Spiel zu gewinnen." Allerdings werde es für jedes Team schwer, "wenn die Bayern so spielen, wie in den letzten zwölf Monaten". 

Dass sich dahingehend die Transferpolitik - auch nach dem Ausscheiden von RB-Macher Ralf Rangnick (62) aus dem Red-Bull-Kosmos - ändern wird, schloss Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche aber größtenteils aus. 

"Wir wollen mit jungen Spielern arbeiten, wir wollen sie entwickeln und wir wollen mit ihnen einen Weg gehen. Wir haben unsere Art und Weise, wie wir Fußball spielen und wollen die auch nicht verändern." Also frühes Pressing, schnelle Umschaltmomente, mit wenigen Kontakten vors Tor.

Henkelpott für RB Leipzig? "Bestes Souvenir, das man in Lissabon derzeit bekommen kann"

Marcel Sabitzer (r.) jubelt über seinen Führungstreffer beim 3:0-Sieg über Tottenham im Achtelfinale. Timo Werner (l., jetzt Chelsea) wird RB in Lissabon nicht mehr unterstützen.
Marcel Sabitzer (r.) jubelt über seinen Führungstreffer beim 3:0-Sieg über Tottenham im Achtelfinale. Timo Werner (l., jetzt Chelsea) wird RB in Lissabon nicht mehr unterstützen.  © picture point/Sven Sonntag

Didi Hamann vermutet, dass unter Rangnicks Fittichen zum Beispiel Dani Olmo (21, kam im Januar von Dinamo Zagreb) nicht verpflichtet worden wäre. "Das ist ja ein Ballbesitzfußballer." Möglicherweise sei das der Anstoß für ein Umdenken gewesen.

Nächsten Donnerstag (21 Uhr/Sky) steht für RB Leipzig das Viertelfinale in der Champions League gegen Atlético Madrid beim Blitzturnier in Lissabon an. Aufgrund der wegfallenden Rückspiele könnten die Sachsen mit nur drei statt fünf Siegen den Titel im bedeutendsten Wettbewerb des europäischen Vereinsfußballs gewinnen.

Sportdirektor Markus Krösche stapelt aber tief: "Das wäre das beste Souvenir, das man in Lissabon derzeit bekommen kann. Aber wir haben mit Atlético wirklich einen sehr harten Brocken, der in der Champions League schon Erfahrung hat. Wir freuen uns drauf, es ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte."

Titelfoto: Bildmontage: Rolf Vennenbernd/dpa, picture point/Sven Sonntag

Mehr zum Thema RB Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0