RB Leipzig vergibt 2:0-Führung und vermasselt vorzeitige Champions-League-Quali

Leipzig - Durch das fünfte Heim-Remis in Serie hat RB Leipzig am Mittwochabend die vorzeitige Champions-League-Qualifikation verpasst. Gegen Abstiegskandidat Fortuna Düsseldorf reichte es in der Red Bull Arena trotz 2:0-Führung nur für ein 2:2 (0:0). 

Tyler Adams (l.) im Kopfballduell gegen Düsseldorfs Rouwen Hennings.
Tyler Adams (l.) im Kopfballduell gegen Düsseldorfs Rouwen Hennings.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

In der leeren Red Bull Arena erzielten Kevin Kampl (60.) und Timo Werner (63.) kurz hintereinander die beiden Treffer für Leipzig, Steven Skrzybski (87.) und Andre Hoffmann (90.+2) glichen noch aus. 

Vorab war klar: RB konnte im Match des Dritten von oben gegen den Dritten von unten bereits die erneute Champions-League-Teilnahme sichern. Voraussetzung war ein Sieg gegen F95. Aufgrund der deutlich besseren Tordifferenz hätten sie so nicht mehr schlechter als Platz vier abschließen können. 

Seit zwölf Ligaspielen nacheinander waren die Roten Bullen vor dem 32. Spieltag unbesiegt, spielten davon aber sieben Mal Remis und verpassten dadurch auch die Chance auf die mögliche Vizemeisterschaft. Die letzten vier Heimpartien konnten nicht gewonnen werden. 

Die Fortuna kam akut abstiegsgefährdet, hätte bei eigenem Sieg und Mainzer Pleite in Dortmund auf einen Nichtabstiegsplatz springen können. Den letzten Auswärtssieg hatte Düsseldorf am 22. Februar (2:0 in Freiburg) gefeiert, sie sind mit elf Punkten aus 15 Spielen auswärtsschwächstes Team - und blieben das auch.

RB Leipzigs Aufstellung gegen Düsseldorf

So ging Düsseldorf in die Partie

RB tut sich extrem schwer - Fortuna verteidigt aufopferungsvoll

Florian Kastenmeier (l.) brachte Kevin Kampl (r.) zu Fall, Elfmeter für RB Leipzig gab's in der 8. Minute aber nicht.
Florian Kastenmeier (l.) brachte Kevin Kampl (r.) zu Fall, Elfmeter für RB Leipzig gab's in der 8. Minute aber nicht.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Julian Nagelsmann rotierte nach dem 2:0 in Hoffenheim auf zwei Positionen: Tyler Adams und Christopher Nkunku begannen für Nordi Mukiele und Patrick Schick (beide Bank). Auf der Gegenseite tauschte Uwe Rösler neben dem gesperrten Gießelmann weitere fünf Mal. Keeper Raphael Wolf stand zudem erstmals seit dem 15. September 2018 wieder im Kader.  

In den alternativen dunklen Trikots und mit Vierer-Abwehrkette konnte sich Leipzig in der Anfangsviertelstunde 75 Ballbesitz verschaffen, daraus aber viel zu wenig Gefahr entwickeln. Das lag hauptsächlich an früh pressenden Gästen, die den ballführenden Spieler kaum Zeit zum Überlegen ließen. 

Die spannendste Szene datierte aus der 8. Minute, als Mathias "Zanka" Jörgensen einen Rückpass im Strafraum unsauber an Florian Kastenmeier vorbei spielte. Kevin Kampl ging dazwischen, wurde aber vom Torhüter noch am Abschluss gehindert. Die nachfolgende Ecke köpfte Marcel Halstenberg klar daneben (9.). 

Doch auch die Sachsen leisteten sich einen Patzer, der vom Gegner nicht genutzt wurde: Nach Fehlpass von Lukas Klostermann landete die Kugel bei Rouwen Hennings, der aus halblinker Position sofort abzog, doch der Ball zischte nur knapp am rechten Pfosten vorbei (13.). 

RB fand keine rechte Lösung gegen die kompakte Abwehr. Frage war, wie lang F95 diese Intensität aufrechthalten konnte. Aus der Not heraus versuchte es Halstenberg mal aus 28 Metern, Kastenmeier ließ abprallen - Leipzigs erster Schuss aufs Tor nach knapp 34 Minuten! 

Leipziger Doppelpack reicht nicht

Timo Werner (l.) schlenzte in der 63. Minute zum 2:0 für RB Leipzig und erzielte sein 26. Ligator. Für den Sieg reichte es aber nicht.
Timo Werner (l.) schlenzte in der 63. Minute zum 2:0 für RB Leipzig und erzielte sein 26. Ligator. Für den Sieg reichte es aber nicht.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Mit Dayot Upamecano und Schick kamen zwei frische Spieler zum zweiten Durchgang, Laimer und Nkunku blieben in der Kabine. 

Bis zum Strafraum waren die Bullen vollkommen überlegen, weiterhin gehörten ihnen drei Viertel des Spielgeschehens, die letzte Idee fehlte aber. 

Nach exakt einer Stunde gab's dann aber den wichtigen Brustlöser für RB: Kampl bekam den Ball auf dem linken Flügel dribbelte an der Strafraumkante nach innen und schlenzte ihn ungedeckt sehenswert halbhoch ins lange Eck, Kastenmeier konnte nur hinterherschauen - 1:0 (60.). 

Kurz danach flankte Sabitzer von rechts in die Box, Halstenberg legte kurz auf Werner ab, der ähnlich wie Kampl zweieinhalb Minuten vorher versenkte - 2:0 (63.). 

Eine Viertelstunde später tauchte Klostermann plötzlich nach einer Flanke allein vor dem Gehäuse auf, scheiterte aber mit dem Außenrist aus kurzer Distanz an Kastenmeier (78.). 

RB vergab den sicher geglaubten Sieg noch: Steven Skrzybski (87.) nach einem vermeintlichen Foul an Upamecano und Andre Hoffmann (90.+2) nach einer verlängerten Ecke sorgten für einen Punktgewinn.

Die beiden letzten Bundesliga-Spieltage finden wie immer parallel statt. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) empfängt RB Leipzig zunächst den BVB und kann die Schwarz-Gelben überholen, Düsseldorf kämpft zeitgleich gegen den FC Augsburg weiter um den Nichtabstieg.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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