RB Leipzig sauer auf Videoschiri: "100 Mal Elfmeter!"

Leipzig - Das nächste Kellerkind hat es geschafft, den Champions-League-Aspiranten RB Leipzig auswärts zu ärgern und einen Punkt zu entführen. Nach Schlusslicht Paderborn glückte es am Mittwoch auch Fortuna Düsseldorf, die nach 0:2 zurückkam und in den letzten Minuten noch zweimal traf (TAG24 berichtete). Bei den Bullen war indes Ratlosigkeit angesagt. 

Große Freude bei F95-Coach Uwe Rösler (51, r.) über einen möglicherweise überlebenswichtigen Punkt im Abstiegskampf.
Große Freude bei F95-Coach Uwe Rösler (51, r.) über einen möglicherweise überlebenswichtigen Punkt im Abstiegskampf.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

"Man führt 2:0, ist dann schon mit einem Bein in der Champions League und dann kriegst du noch zwei Tore, was niemals passieren darf. Das darf einfach nicht passieren", zeigte sich Kevin Kampl (29) sichtlich und hörbar enttäuscht von den beiden späten Gegentreffern der abstiegsbedrohten Gäste.

Auch Mitspieler Marcel Halstenberg (28), der nach einer Kopfballverlängerung bei einem Fortuna-Eckstoß keinen Zugriff auf Gegenspieler Andre Hoffmann (27) bekam und mitverantwortlich für den 2:2-Ausgleich in der Nachspielzeit war, war geknickt. 

"Ich bin wütend, dass wir hier die drei Punkte abgegeben haben. Wir haben zwei einfache Tore gekriegt, wo ich auch beteiligt war. Das ist in den letzten zehn Minuten katastrophal gelaufen."

Nagelsmann hinterfragt Videoassistenten

In der 8. Minute fiel Kevin Kampl (29, r.) im Zweikampf mit Fortuna-Schlussmann Florian Kastenmeier (22). Elfmeter gab's nicht.
In der 8. Minute fiel Kevin Kampl (29, r.) im Zweikampf mit Fortuna-Schlussmann Florian Kastenmeier (22). Elfmeter gab's nicht.  © Picture Point/Roger Petzsche/Pool

Zwei Szenen brachten RB-Trainer Julian Nagelsmann (32), der das fünfte Heim-Unentschieden nacheinander hinnehmen musste und damit die vorzeitige Quali für die Champions League verpasste, so richtig auf die Palme.

Zunächst ging es um die 8. Minute. Mathias "Zanka" Jörgensen hatte einen Rückpass zu schlampig in den Rücken von Torhüter Florian Kastenmeier (22) gespielt, Kampl lief ihn ab und wurde zwei Meter vor dem Kasten vom Keeper - etwas sehr theatralisch - zu Fall gebracht. 

Video-Assistent Robert Kampka (38) im "Kölner Keller" gab dem Feldschiedsrichter Manuel Gräfe (46) keinen Hinweis, das Spiel lief weiter - aber nur mit Ecke für RB. 

"Wenn 100 Feldspieler den Zweikampf führen, ist es 100 Mal Elfmeter, beim Torwart offensichtlich nicht", zeigte Nagelsmann sein Unverständnis. 

"Natürlich trifft er [Kastenmeier, Anm. d. Red.] irgendwann den Ball, aber da ist die Chronologie der Abläufe entscheidend. Er trifft die Wade und nicht den Fuß. Ich habe die Begründung gekriegt, weil es die Wade war, war es kein Elfmeter - versteh ich nicht. Das ist für mich ein klares Foul!" 

"Die Vizemeisterschaft ist scheißegal!"

Wenig begeistert vom Video-Assistenten: RB-Trainer Julian Nagelsmann (32, r.).
Wenig begeistert vom Video-Assistenten: RB-Trainer Julian Nagelsmann (32, r.).  © Christian Schroedter/Pool/Picture Point

Ähnlich verhalte es sich beim Zweikampf Kenan Karaman (26) gegen Dayot Upamecano (21), nach dem der gestandene Leipziger Innenverteidiger sich krümmend auf dem Rasen liegen blieb. Die Situation lief weiter, Steven Skrzybski (27) traf zum Düsseldorfer 1:2-Anschluss.

Nagelsmann: "Köln hat gesagt, der [Upamecano] bleibt im Rasen hängen. Klar bleibt der im Rasen hängen, weil er halt den Kontakt kriegt und umknickt, weil Karaman ihm von hinten in die Beine fährt."

Weil Dortmund parallel ebenso überraschend gegen Mainz mit 0:2 verlor, hat Leipzig nur noch drei Punkte Rückstand auf den BVB und kann im direkten Duell am Samstag (15.30 Uhr/Sky) aufgrund der dann besseren Tordifferenz Zweiter werden, hätte die Vizemeisterschaft dann in der eigenen Hand.

"Die Vizemeisterschaft ist scheißegal", verlautete der RB-Trainer. "Es geht drum, in die Champions League zu kommen - da haben wir genug zu tun. Gegen Dortmund sollten wir ein anderes Gesicht zeigen."

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche/Pool

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