Glanzauftritt mit Rumpeltruppe: Wer blickt bei RB Leipzig da noch durch?

Brügge/Leipzig - Auf die Arbeitsverweigerung folgt die Galavorstellung! Nach dem überragenden 5:0 gegen den FC Brügge in der Champions League werden sich Fans von RB Leipzig vermutlich fragen, ob sie Anhänger von zwei Vereinen sind. Innerhalb weniger Tage zeigten die Sachsen erneut zwei Gesichter.

Was für ein Auftritt: Der RB-Leipzig-Zug fegte am Mittwochabend über den belgischen Kontrahenten FC Brügge hinweg. Die Freude bei den Spielern war groß.
Was für ein Auftritt: Der RB-Leipzig-Zug fegte am Mittwochabend über den belgischen Kontrahenten FC Brügge hinweg. Die Freude bei den Spielern war groß.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Und dabei sahen die Vorzeichen vor dem so wichtigen Spiel in Belgien alles andere als gut aus! Trainer und Stammkeeper wegen Corona nicht dabei, wichtige Bausteine wie Willi Orban (29) und Dominik Szoboszlai (21) fehlten angeschlagen - Tyler Adams (22) war zudem gelbgesperrt.

Die Rumpeltruppe stellte sich deshalb am Mittwochabend fast von allein auf. Brian Brobbey (19) rückte gar neben Andre Silva (26) in die Startelf. Später bekamen Jungbullen wie Hugo Novoa (18) und Solomon Bonnah (18) sogar ihre Einsatzchance, weil einfach keine anderen Auswechselspieler mehr auf der Bank saßen.

Und trotzdem ließ der Bundesligist dem Gegner keine Chance. Gerade in der ersten Halbzeit brannten Emil Forsberg (30) und Kollegen ein wahres Feuerwerk ab. Folglich konnte man nach dem 4:0-Halbzeitstand schon einen Strich unter die Partie machen.

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"Man hat gesehen, wie wir die Zweikämpfe gewonnen haben, wie wir uns reingehauen haben. Das war ein super Spiel. Gerade die erste Halbzeit war überragend. Wir haben verdient gewonnen", resümierte Forsberg nach der Partie.

Mittelfeldlenker Kevin Kampl (31) legte nach: "Die letzten zwei Tage waren etwas turbulent. Wir haben uns gesagt, dass so ein schwieriger Moment in der Mannschaft loslösen kann. Ich habe den Jungs gesagt, dass wir dem Trainer zeigen müssen, dass er sich auf uns verlassen kann."

Kommt jetzt endlich die Konstanz bei RB Leipzig?

Motivator ganz wie der Chef: Achim Beierlorzer (54, Foto) stand Jesse Marsch (48) am Mittwochabend beim FC Brügge in Sachen Emotionen in nichts nach.
Motivator ganz wie der Chef: Achim Beierlorzer (54, Foto) stand Jesse Marsch (48) am Mittwochabend beim FC Brügge in Sachen Emotionen in nichts nach.  © Bernd Thissen/dpa

Durch den Sieg mit Achim Beierlorzer (54) als Champions-League-Debütant an der Seitenlinie bewahren sich die Roten Bullen die Chance auf die Europa League. Mit einem Sieg über Manchester City im Dezember wäre die Katze im Sack. Doch wie soll man angesichts der Leipziger Achterbahnfahrt eine Prognose wagen?

Noch am Samstag beim 0:2-Debakel bei der TSG 1899 Hoffenheim sah man keinen Rasenballer, der nicht mit gesenktem Haupt das Stadion verließ. Die Trainerdiskussion kam wieder auf, das 2:1 gegen Borussia Dortmund war vergessen und mit Tabellenplatz sieben ist man weit weg von den eigenen Ambitionen.

So kann man wieder davon sprechen, dass das Geisterspiel am Sonntagabend gegen Bayer 04 Leverkusen (17.30 Uhr/DAZN) richtungsweisend sein wird. Denn verliert man gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um die Champions-League-Plätze, wäre der Erfolg in Brügge ganz schnell wieder vergessen.

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Die Aufgabe für das Trainerteam lautet also: Konstanz in die Mannschaft bringen. Der Grundstein dafür wurde einmal mehr gesetzt. Beierlorzer: "Wir waren als Team sehr geschlossen und haben eine Top-Leistung abgeliefert. Corona hat im Nachgang die Mannschaft dazu gebracht, für die anderen zu kämpfen und zu arbeiten."

Titelfoto: PICTURE POINT / S. Sonntag

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