RB Leipzig dreht Partie gegen Hertha BSC in Unterzahl, verpasst den Sieg aber doch noch

Leipzig - RB Leipzig hat es am 28. Spieltag verpasst, den zweiten Platz der Bundesliga zurückzuerobern. Die Roten Bullen kamen im Heimspiel am Mittwochabend gegen Hertha BSC nur zu einem 2:2 (1:1) und bleiben hinter dem BVB Dritter. 

Marko Grujic (l., #15) lief nach einer Ecke ein und konnte recht unbedrängt zum 1:0 für Hertha einnetzen.
Marko Grujic (l., #15) lief nach einer Ecke ein und konnte recht unbedrängt zum 1:0 für Hertha einnetzen.  © Alexander Hassenstein/Getty Images Europe/Pool/dpa

3:0 in Hoffenheim, 4:0 gegen Union im Derby: Für die Berliner Hertha hätte der Auftakt unter dem neuen Coach Bruno Labbadia nicht besser laufen können. Auf dem Weg zum dritten Sieg musste mit Leipzig einer der Angstgegner ausgeschaltet werden. In sieben Duellen gab es sechs Pleiten und 26 Gegentore! 

Auf der anderen Seite konnte Julian Nagelsmann, der die Offensivqualitäten seiner Mannschaft zuvor infrage stellte, nach Dortmunds Gipfel-Niederlage gegen die Bayern am Dienstag (0:1) den punktgleichen BVB aufgrund der besseren Tordifferenz überholen. 

Zunächst sah es aber nicht gut für Platz zwei aus, denn Marko Grujic traf bereits in der 9. Minute zum 1:0 für die Gäste, das eine Viertelstunde später ebenfalls nach einem Standard durch Lukas Klostermann zum 1:1 ausgeglichen wurde (24.). 

Im zweiten Durchgang musste RB zunächst einen Platzverweis gegen Marcel Halstenberg (63.) verkraften, ehe Patrik Schick das Spiel in Unterzahl zum 2:1 drehte (68.). Doch Krzysztof Piatek gelang vom Elfmeterpunkt noch der 2:2-Ausgleich (82.). 

Kampl fällt kurz vor Anpfiff aus - Zwei Ecken bringen zwei Tore

Gelang der Ausgleich: Lukas Klostermann (l.), per Kopf ebenfalls nach einer Ecke.
Gelang der Ausgleich: Lukas Klostermann (l.), per Kopf ebenfalls nach einer Ecke.  © Alexander Hassenstein/Getty Images Europe/Pool/dpa

Während Herthas Labbadia seine siegreiche Elf gegen Union (4:0) unverändert lies, tauschte Nagelsmann lediglich zweimal, brachte Patrik Schick für den verletzten Yussuf Poulsen und kurz vor Spielbeginn auch noch Tyler Adams für Kevin Kampl (Muskelprobleme). 

Leipzig konnte sich in der ersten Halbzeit - wie von Nagelsmann vorausgesagt - mehr Ballbesitz sichern und hatte in der 7. Minute die erste Chance. Marcel Sabitzer passte quer am Strafraum zu Konrad Laimer, dessen zentralen Schuss aus 17 Metern Rune Jarstein aber sicher fangen konnte. 

Ein Eckstoß führte dann - wie schon beim 1:1 gegen Freiburg - zum 0:1-Rückstand für RB: Marvin Plattenhardt trat ihn, Grujic lief in die Box, Gegenspieler Dayot Upamecano blieb stehen und so musste der Serbe nur seinen Außenrist hinhalten - 0:1 (9.). Der Treffer wurde überprüft, da Dodi Lukebakio möglicherweise die Sicht von Keeper Péter Gulácsi behindert hatte, doch Schiri Bastian Dankert gab das Tor.

Die Partie war in der Folge torschussarm und zweikampfreich. Mehrfach rasselten Spieler mit den Köpfen zusammen, Plattenhardt musste nach seiner erfolgreichen Ecke sogar durch Maximilian Mittelstädt ersetzt werden und auch Dani Olmo und Vladimir Darida hatten kurzzeitig Kopfweh (20.). 

Den Bullen gelang im ersten Durchgang aber noch der Ausgleich durch Klostermann, der eine kurz getretene Ecke von Christopher Nkunku im langen Eck versenkte - 1:1 (24.). 

Halstenberg fliegt, Schick dreht das Spiel in Unterzahl, Piatek hat das letzte Wort

In Unterzahl gelang Poulsen-Vertreter Patrik Schick (r.) die zwischenzeitliche für RB.
In Unterzahl gelang Poulsen-Vertreter Patrik Schick (r.) die zwischenzeitliche für RB.  © Alexander Hassenstein/Getty Images Europe/Pool/dpa

Taktisch bestimmt blieb die Begegnung auf beiden Seiten auch in der zweiten Halbzeit. 

Erwähnenswert war zuerst eine Aktion kurz nach Wiederbeginn, als der RB-Zug nach vorn rollte, Sabitzer sah und bediente rechts den gestarteten Adams, der seinen Schuss aber verzog und am langen Pfosten vorbeischoss (49.). Im Gegenzug zielte Mittelstädt per Direktabnahme aus 20 Metern deutlich daneben.

Nach einer guten Stunde wurde es ganz bitter für die Leipziger: Halstenberg brachte Cunha im Sprint zu Fall und sah Gelb-Rot - harte Entscheidung von Dankert (63). 

Doch kurz danach trafen die Hausherren trotzdem: Erneute Angriffswelle der Bullen, Laimer passte auf Werner, der direkt auf den Österreicher weitergeben wollte, doch Schick stibitzte den Ball, zog einfach mal ab. Jarstein hatte den Aufsetzer eigentlich schon sicher, doch der Ball flutschte dann doch irgendwie aus seinen Händen und kullerte über die Linie - 2:1 (68.). 

Anschließend wechselte Nagelsmann defensiver, brachte Kapitän Willi Orban und Mittelfeldmann Hannes Wolf für die Stürmer Werner und Schick (79.). 

Der eingewechselte Ademola Lookman agierte anschließend im Strafraum unklug gegen Cunha und verursachte einen Foulelfmeter, der von Krzysztof Piatek eiskalt verwandelt wurde - 2:2 (82.). Der Endstand einer munteren Partie, die keinen Sieger fand. 

Krzysztof Piatek (l.) ließ Péter Gulácsi vom Punkt keine Chance.
Krzysztof Piatek (l.) ließ Péter Gulácsi vom Punkt keine Chance.  © Alexander Hassenstein/Getty Images Europe/Pool/dpa

RB Leipzig spielt am Pfingstmontag (1. Juni, 20.30 Uhr/DAZN live) auswärts gegen den 1. FC Köln, die Hertha hat bereits am Samstag ab 15.30 Uhr den FC Augsburg zu Gast (Sky live). 

Titelfoto: Alexander Hassenstein/Getty Images Europe/Pool/dpa

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