RB Leipzigs Nagelsmann ist nach Hertha-Remis restlos bedient und kritisiert die DFL

Leipzig - Da war jemand ordentlich gefrustet! 

Marcel Halstenberg kassierte nach einer "unnötigen Aktion von vorne bis hinten" in der 63. Minute die Gelb-Rote Karte.
Marcel Halstenberg kassierte nach einer "unnötigen Aktion von vorne bis hinten" in der 63. Minute die Gelb-Rote Karte.  © Alexander Hassenstein/Getty Images Europe/Pool/dpa

Julian Nagelsmann (32) war nach dem 2:2 von RB Leipzig gegen Hertha BSC am Mittwochabend derart on fire, dass er seine miese Laune gleich mehrfach sehr deutlich zum Ausdruck brachte.

Das Unheil begann nach nicht einmal zehn Zeigerumdrehungen. Alarmbereitschaft beim Berliner Eckball sollte vorherrschen, vor allem nach dem gegen Freiburg im letzten Heimspiel ebenfalls nach einer Ecke kassierten Gegentor.

Doch wieder waren die Roten Bullen nicht gut geordnet, schauten nur zu - und lagen durch Marko Grujics Treffer 0:1 hinten. 

"Wir verteidigen wie eine Schülermannschaft, machen einfach nichts, stehen auf der Position, er kann aus fünf Metern abschließen", war Nagelsmann verärgert. "Wenn du stehst, verteidigst du gar nichts - weder den Ball, noch den Mann."

Eigentlich sei es "keine besondere Ecke" gewesen - die Verteidigung war aber auch alles andere als besonders. 

Und auch der "berechtigte" Platzverweis gegen Marcel Halstenberg (28) beim Stand von 0:1 erzürnte den Coach. Das Foul des Nationalspielers an Ex-Kollege und Geburtstagskind Matheus Cunha (21) war eine "unnötige Aktion von vorne bis hinten", in der man sich den Zweikampf Nagelsmanns Aufassung nach hätte sparen können.

"Wir sind mit drei gegen eins in einer Überzahlsituation!" Halstenberg müsse nicht grätschen. Er machte es aber - und kassierte die Ampelkarte. Der 32-Jährige verteidigte seinen Schützling aber letztlich auch noch: "Er wollte ihn nicht aus den Schuhen grätschen, sondern den Ball haben." 

Half nichts, duschen musste er trotzdem.

Auch die DFL musste dran glauben

"Überhaupt nicht zufrieden": RB-Coach Julian Nagelsmann (32).
"Überhaupt nicht zufrieden": RB-Coach Julian Nagelsmann (32).  © Alexander Hassenstein/Getty Images Europe/Pool/dpa

Dass Julian Nagelsmann mit dem 28. Spieltag "überhaupt nicht zufrieden" war, hörte man deutlich heraus. 

Man habe sich "mit drei Aktionen das Spiel aus der Hand nehmen lassen. Wenn wir nicht in Rückstand gehen, gewinnen wir das Ding", ist sich der jüngste Bundesligatrainer sicher, der im zweiten Durchgang keine klare Chance der Hertha wahrnahm. 

Die Fehler suchte er zwar nur bei seinem Team, konnte sich aber auch Kritik an der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nicht verkneifen. 

"Ich will kein Alibi suchen, aber ich verstehe die Spielansetzung nicht. Wenn wir uns fünf Spielerwechsel überlegen, wollen die Spieler schützen und die Hertha spielt am Freitag und wir am Sonntag und haben dann am Mittwoch das erste Spiel. Das ist jetzt zum wiederholten Mal, dass wir einen richtig beschissenen Spielplan kriegen, das kann ich nicht ganz nachvollziehen."

Nach Dortmunds Pleite gegen die Bayern (0:1) tags zuvor lag Platz zwei auf dem rot-weiß gefärbten Silbertablett. Doch die Nagelsmänner ließen ihn liegen. Und müssen nächsten Montag (20.30 Uhr/DAZN live) nach Köln - ohne Halstenberg. 

Titelfoto: Bildmontage: Alexander Hassenstein/Getty Images Europe/Pool/dpa

Mehr zum Thema RB Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0