Last-Minute-Wahnsinn! Forsberg köpft RB Leipzig gegen Union Berlin ins DFB-Pokal-Finale

Leipzig - Mit einer deutlichen Leistungssteigerung ins Endspiel! RB Leipzig hat den 1. FC Union Berlin am Mittwochabend im Halbfinale des DFB-Pokals nach einem schwachen ersten Durchgang mit 2:1 (0:1) geschlagen und hat zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte das Finale erreicht, wo jetzt der SC Freiburg wartet.

Die Red Bull Arena war mit einem neuen Zuschauerrekord im DFB-Pokal-Halbfinale natürlich ausverkauft.
Die Red Bull Arena war mit einem neuen Zuschauerrekord im DFB-Pokal-Halbfinale natürlich ausverkauft.  © Christian Modla/dpa

Union führte durch einen Treffer von Sheraldo Becker (1:0/25. Minute) vor 47.069 Zuschauern in der Red Bull Arena, ehe André Silva (61./Foulelfmeter) das 1:1 markierte und Emil Forsberg den Siegtreffer erzielte (90.+2).

RB-Trainer Domenico Tedesco rotierte nach dem 1:0-Sieg bei Bayer 04 Leverkusen wieder zurück: Mohamed Simakan, Angelino, Benjamin Henrichs, Konrad Laimer, Dani Olmo und Christopher Nkunku ersetzten Nordi Mukiele, Marcel Halstenberg, Tyler Adams, Forsberg, Yussuf Poulsen (alle Bank) sowie Lukas Klostermann (Quarantäne).

Im Vergleich zum 2:0-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt nahm FCU-Coach Urs Fischer zwei Wechsel vor: Für Bastian Oczipka und Christopher Trimmel mussten Niko Gießelmann und Julian Ryerson auf die Bank.

Wird RB Leipzigs Werner für den 1. FC Köln direkt zum Schreckgespenst?
RB Leipzig Wird RB Leipzigs Werner für den 1. FC Köln direkt zum Schreckgespenst?

Die Anfangsphase spielte sich größtenteils zwischen den Strafräumen der beiden Teams ab, die ihre vergangenen drei Matches jeweils siegreich gestalten konnten.

Die Anteile waren gleich verteilt, die seit 14 Partien ungeschlagenen Hausherren und die Köpenicker wollten es vor allem über Konter probieren.

Leipzigs erster Versuch resultierte aus der 12. Minute: Simakan schickte Silva auf die Reise, der Portugiese flankte zu Dominik Szoboszlai an den langen Pfosten, der bei seinem Schuss aber deutlich verzog.

Um die 6000 Union-Anhänger unterstützten ihr Team vor Ort.
Um die 6000 Union-Anhänger unterstützten ihr Team vor Ort.  © Picture Point/Gabor Krieg

Mannschaftsaufstellung von RB Leipzig im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den 1. FC Union Berlin

1. FC Union Berlins Startelf bei RB Leipzig im Halbfinale des DFB-Pokals

RB Leipzig bekommt Elfmeter wegen Abseits nicht - Sheraldo Becker markiert das 1:0

15. Minute: RB Leipzigs Péter Gulácsi (r.) lässt einen Ball nur abtropfen, sorgt so für einen gefährlichen Nachschuss.
15. Minute: RB Leipzigs Péter Gulácsi (r.) lässt einen Ball nur abtropfen, sorgt so für einen gefährlichen Nachschuss.  © Picture Point/Gabor Krieg

Nach einer Viertelstunde wurden auch die Gäste erstmals richtig gefährlich: Trimmel brachte die Ecke flach rein, Grischa Prömel zog direkt ab. Den abgefälschten Schuss ließ Péter Gulácsi neben dem Pfosten nur prallen und machte ihn somit scharf für Prömel, dessen Chance aber nur ans Außennetz ging (15.).

Anschließend beendeten die mitgereisten Union-Fans auch ihren Protest gegen den Red-Bull-Klub, waren fortan lautstark vertreten.

Wenig später wurde es brenzlig, als der auch offensiv immer wieder auffällige Simakan wunderbar flach in die Schnittstelle hinter der Abwehrkette passte. Henrichs war halbrechts durch, fiel allerdings im Zweikampf mit Oczipka. Linienrichter Mark Borsch hob jedoch sofort die Fahne, der Unparteiische Dr. Felix Brych entschied zurecht auf Abseits (19.). Andernfalls wäre das wohl ein Strafstoß gewesen.

Gerüchte um RB Leipzigs Simakan unbegründet: Doch wer kommt jetzt für Klostermann?
RB Leipzig Gerüchte um RB Leipzigs Simakan unbegründet: Doch wer kommt jetzt für Klostermann?

Was sich ein wenig andeutete, geschah in der 25. Minute: Bei einem Gegenstoß legte Trimmel auf dem rechten Flügel herrlich hinter die Leipziger Abwehrreihe, wo Becker am langen Pfosten per Direktabnahme zum 1:0 einnetzte (25.).

Die Roten Bullen mühten sich extrem an der kompakten Berliner Defensive ab, traten im Angriff zu selten in Erscheinung.

Die Führung für Union: Sheraldo Becker (l.) trifft per Direktabnahme zum 1:0, Gulácsi (r.) kann nur hinterherschauen.
Die Führung für Union: Sheraldo Becker (l.) trifft per Direktabnahme zum 1:0, Gulácsi (r.) kann nur hinterherschauen.  © Picture Point/Roger Petzsche
Großer Jubel bei den Gästen!
Großer Jubel bei den Gästen!  © picture point/Sven Sonntag

André Silva vergibt eine Hundertprozentige, trifft dann vom Punkt - Emil Forsberg wird zum Pokalhelden!

Klare Sache für Felix Brych nach Blick auf den Bildschirm: Es gab nach einer Stunde Foulelfmeter für die Roten Bullen.
Klare Sache für Felix Brych nach Blick auf den Bildschirm: Es gab nach einer Stunde Foulelfmeter für die Roten Bullen.  © picture point/Sven Sonntag

Trotzdem gab es noch die ganz große Ausgleichschance. RB passte sich die Kugel am Sechzehner hin und her, wieder spielte Simakan in die Box, wo das Leder über Nkunku bei Henrichs landete, der die perfekte Vorlage für Silva gab. Allerdings setzte Leipzigs Rekordeinkauf den Ball neben's Gehäuse (37.).

Vor allem Nkunku, dessen Verbleib über die Saison hinaus von Boss Oliver Mintzlaff untermauert wurde, blieb im ersten Durchgang weit hinter seinen Fähigkeiten zurück.

Die Sachsen wurden nach dem Seitenwechsel gegen sich auf die Defensive konzentrierende Eiserne zwingender. Eine erste gute Nkunku-Flanke konnte kein Gegner klären, Willi Orban köpfte letztlich daneben (48.).

Zehn Minuten später kam Nkunku nach Henrichs-Anspiel im Duell mit Paul Jaeckel im Strafraum zu Fall. Brych ließ weiterlaufen, entschied aber nach Videostudium auf Elfmeter. Der bisherige Pechvogel Silva trat an und hämmerte ihn sicher in die Maschen - 1:1 (61.).

Obwohl RB mittlerweile besser drin war, hatte Union ein dickes Ding zur erneuten Führung: Auf der linken Seite verlor Szoboszlai die Kugel, die sofort nach vorn gespielt wurde. Taiwo Awoniyi hatte nur Orban vor sich, der die Schussbahn aber klug zustellte und einen gefährlichen Versuch verhinderte (71.).

Im direkten Gegenzug setzte der eingewechselte Forsberg eine Direktabnahme des starken Henrichs daneben (73.).

Alles lief auf die Verlängerung hinaus. Doch ein letzter Angriff führte ins Glück. Henrichs brachte eine Flanke von der rechten Seite aus dem Halbfeld mit link in die Mitte, wo Forsberg das Kopfballduell gegen Andras Schäfer gewann und die Sachsen sensationell aus sechs Metern zentraler Position zum Sieg brachte (90.+2)!

Vom Punkt zum Ausgleich: André Silva (vorn) brachte RB Leipzig zurück.
Vom Punkt zum Ausgleich: André Silva (vorn) brachte RB Leipzig zurück.  © picture point/Sven Sonntag
Der Kopfball ins Glück: Emil Forsberg (2.v.r.) setzt sich gegen Andras Schäfer (3.v.r.) durch.
Der Kopfball ins Glück: Emil Forsberg (2.v.r.) setzt sich gegen Andras Schäfer (3.v.r.) durch.  © Picture Point/Roger Petzsche
Wahnsinn! Der Schwede hievte die Roten Bullen in der Nachspielzeit ins Finale.
Wahnsinn! Der Schwede hievte die Roten Bullen in der Nachspielzeit ins Finale.  © Picture Point/Gabor Krieg
Die Verlängerung im Blick folgte der späte Nackenschlag für den FCU.
Die Verlängerung im Blick folgte der späte Nackenschlag für den FCU.  © Christian Modla/dpa

Kurios: Schon am Samstag (15.30 Uhr/Sky) steht das identische Duell auch am 31. Spieltag der Bundesliga an. Das Pokal-Endspiel steigt am 21. Mai (20 Uhr/ARD & Sky).

Titelfoto: Picture Point/Gabor Krieg

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