Reif greift Gladbach-Fans nach Eberl-Attacke an: "Ekelhaft, bodenlos!"

Leipzig - RB Leipzig will Max Eberl (48) und der derzeit noch bei Bundesliga-Konkurrent Borussia Mönchengladbach unter Vertrag stehende Top-Manager möchte zu den Sachsen. Dass ein Teil der Gladbacher Fanszene ihrem Noch-Sportdirektor jetzt Schauspielerei und Lügen vorwarf, bringt Marcel Reif (72) auf die Palme.

Ende Januar 2022 verkündete Max Eberl (48) unter Tränen sein vorübergehendes Ende als Manager im Profifußball. Nun soll der Neuanfang bei RB Leipzig beginnen.
Ende Januar 2022 verkündete Max Eberl (48) unter Tränen sein vorübergehendes Ende als Manager im Profifußball. Nun soll der Neuanfang bei RB Leipzig beginnen.  © Christian Verheyen/Borussia Mönchengladbach/dpa

"Schon Ende letzten Jahres" sei der Wechsel von Eberl zu den Roten Bullen "intern hinter vorgehaltener Hand das heißeste Gerücht überhaupt" gewesen, schreibt der FPMG Supporters Club in einem offenen Brief an den 48-Jährigen.

"Heute wissen wir nicht nur, dass es eben keine Gerüchte und deine Aussagen gelogen waren, sondern auch, dass dein Wechselwunsch zu diesem Konstrukt schon vor deinem öffentlichen Abgang feststand", werfen die Anhänger ihm darin vor.

Seine emotionale und von Tränen geprägte Pressekonferenz, bei der Eberl im Januar seinen vorübergehenden Rückzug aus dem Profifußball-Geschäft verkündete, sei ein "Schauspiel" gewesen, sind sich die "Supporters" sicher.

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Und es wurde noch härter: "Der Öffentlichkeit dieses Bild von deiner Profifußball-Ermüdung zu vermitteln, während du gleichzeitig um deinen Abgang zu Red Bull feilschst, ist schlicht und ergreifend schäbig und ein Schlag ins Gesicht eines jeden tatsächlich von Burnout betroffenen Menschen."

Auch sein in Leipzig feststehendes Aufeinandertreffen mit Marco Rose (46), der nach nur zwei Jahren bei den Fohlen dank einer Ausstiegsklausel zu Borussia Dortmund wechselte, was Eberl menschlich enttäuschte, können die "Fans" nicht nachvollziehen.

Marcel Reif über Eberl-"Schauspiel": "Da musst du 110-prozentig sicher sein und Beweise haben!"

Schockiert über die Aussagen einiger Gladbacher Anhänger: Marcel Reif (72).
Schockiert über die Aussagen einiger Gladbacher Anhänger: Marcel Reif (72).  © imago/Sven Simon

Diese Wortwahl nicht nachvollziehen kann auch Marcel Reif. Die Kommentator-Legende bekomme mittlerweile "Probleme mit dem Begriff 'Fankultur'", sagte er bei "Reif ist live".

"Da wird eine heile Welt vorgegaukelt und die Wahrheit sieht dann vielfach so aus wie in Marseille oder Nizza [Ausschreitungen bei Spielen von Eintracht Frankfurt und des 1. FC Köln, Anm. d. Red.]. Das ist die Fortsetzung dieses Elends mit anderen Mitteln."

Man könne sich gern völlig neu unterhalten, sollte es tatsächlich Beweise für diese derzeit haltlosen Unterstellungen geben. "Wenn es das nicht gibt, ist das bodenlos, weil es ins tief Menschliche geht und fast schon unmenschlich wird", so Reif.

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Ja, dass ein Max Eberl, der sich mehrfach kritisch zu RB Leipzig geäußert hatte, nun selbst dort arbeiten soll, stört die Traditionalisten. Ihm aber zu unterstellen, er habe seine Ermüdung nur vorgespielt, um mit den Sachsen verhandeln zu können, sei "ekelhaft. Wir erinnern uns an die Bilder [der Pressekonferenz]. So einem dann zu unterstellen, das ist eine Show... Da musst du 110-prozentig sicher sein und Beweise haben."

Brisant: Am heutigen Samstag (18.30 Uhr/Sky) empfängt Gladbach die Leipziger zum Bundesliga-Topspiel.

Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/Sven Simon, Christian Verheyen/Borussia Mönchengladbach/dpa

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