Marsch coacht RB Leipzig auch gegen Leverkusen aus der Küche: "Sie brauchen keinen Trainer"

Leipzig - Jesse Marsch (48) meldete sich gut gelaunt und motiviert vom Küchentisch. Der in Quarantäne befindliche Trainer von RB Leipzig schwärmte vor dem Sonntagsspiel in der Bundesliga gegen Bayer 04 Leverkusen (17.30 Uhr/DAZN) von der Mentalität seiner Mannschaft, die gerade durch zahlreiche Coronafälle ziemlich dezimiert ist.

Auch am Sonntagnachmittag gegen Leverkusen wird Co-Trainer Achim Beierlorzer (54, li.) Jesse Marsch (48) an der Seitenlinie vertreten. (Archivbild)
Auch am Sonntagnachmittag gegen Leverkusen wird Co-Trainer Achim Beierlorzer (54, li.) Jesse Marsch (48) an der Seitenlinie vertreten. (Archivbild)  © Picture Point / Gabor Krieg

Auch Marsch wird das Spiel am Sonntag wieder auf zwei Handys in der heimischen Küche verfolgen müssen, ein Schnelltest des 48-Jährigen fiel auch am Samstag noch positiv aus.

"Mein Führungsstil ist, dass der Trainer weniger wichtig ist. Das ist in Deutschland nicht so verständlich, weil hier Hierarchie so wichtig ist", sagte Marsch, der wie schon beim 5:0 in der Champions League beim FC Brügge von Co-Trainer Achim Beierlorzer (54) vertreten wird.

"Wichtig ist, dass die Jungs auf dem Platz bereit sind, alles selbst zu machen, dann brauchen sie keinen Trainer. In Deutschland denken wir immer, der Trainer muss alles machen."

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Gegen Leverkusen könnte Kapitän Peter Gulacsi (31) womöglich wieder zum Kader gehören. Ein Schnelltest des in Quarantäne befindlichen Torwarts erbrachte ein unklares Resultat, am Samstag wird ein PCR-Test vorgenommen. Fällt dieser negativ aus, stünde Gulacsi zur Verfügung.

Im Tor wird allerdings wieder der Spanier Josep Martinez (23) stehen. "Pete hat eine Woche nicht trainiert und die Tendenz ist, mit Josep zu spielen. Er war sehr gut in Brügge und hat sich die Chance verdient", sagte Marsch.

Ein Sieg gegen Leverkusen ist nicht nur sportlich wichtig, zumal man nur drei Punkte hinter den viertplatzierten Rheinländern liegt. Er würde wohl auch das teilweise sehr schwer nachvollziehbare Handeln des Klubs der vergangenen Woche überstrahlen.

Wurde nicht konsequent genug auf die Kontaktbeschränkungen geachtet?

Nach dem 5:0-Kantersieg ließen sich die RB-Spieler von ihren Fans feiern – auch Yussuf Poulsen (27, ganz links) war trotz Verletzung mitgereist. Einen Tag später wurde er positiv getestet.
Nach dem 5:0-Kantersieg ließen sich die RB-Spieler von ihren Fans feiern – auch Yussuf Poulsen (27, ganz links) war trotz Verletzung mitgereist. Einen Tag später wurde er positiv getestet.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Binnen weniger Tage musste Leipzig acht Corona-Fälle vermelden. Was sich nach den ersten Fällen abspielte, mutet bisweilen fahrlässig an. So wurde nach den positiven Tests von Marsch, Gulacsi und einem Betreuer nicht konsequent auf Kontaktbeschränkungen geachtet.

Der verletzte Stürmer Yussuf Poulsen (27) reiste mit nach Brügge, um die Mannschaft anzufeuern und in der Kabine die Ansprache zu halten. Am Donnerstag wurde Poulsen positiv getestet.

Abwehrboss Willi Orban (29) wurde zwar vor der Abfahrt nach Belgien negativ getestet, reiste aber mit Erkältungssymptomen isoliert von der Mannschaft an. Am Mittwochvormittag verließ der ungarische Nationalspieler Brügge dann aufgrund stärker gewordener Symptome wieder. Am Donnerstag war er positiv.

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Allen betroffenen Spielern und Betreuern geht es den Umständen entsprechend gut, im Klub sind alle Personen entweder genesen oder geimpft. In der offiziellen Kommunikation verweist RB zudem stolz darauf, dass man schon "seit geraumer Zeit die sogenannte 2G-plus-Regel" anwendet und in Kürze Booster-Impfungen vornehmen werde.

Zumindest der Fall Poulsen lässt diese Außendarstellung allerdings in einem anderen Licht erscheinen. Neben Poulsen und Orban wurden Stürmer Hugo Novoa (18) sowie Verteidiger Mohamed Simakan (21) positiv getestet. Dazu noch diverse Personen aus dem Betreuerstab.

Trotz Corona-Erkrankungen sind wieder mehr Leipziger Spieler einsatzbereit als noch gegen Brügge

Trotzdem kann Leipzig gegen Leverkusen auf mehr Personal als noch in Brügge zurückgreifen. Tyler Adams (22) fehlte in Belgien gesperrt, Amadou Haidara (23) und Dominik Szoboszlai (21) können nach überstandenen Sprunggelenksproblemen wieder eingesetzt werden.

Am Samstag hat der Klub weitere Schnelltests durchgeführt. Wie am Sonntag verfahren wird, war zunächst unklar. Man gehe in "enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt" vor und gehe davon aus, dass das Spiel stattfinde, teilte ein Sprecher am Samstag mit.

In bislang zehn Aufeinandertreffen musste sich RB dem Team von Trainer Gerardo Seoane (43) lediglich einmal geschlagen geben – das allerdings in der heimischen Red Bull Arena. Dennoch gibt es Hoffnung, dass man sich nicht so wie zuletzt in Hoffenheim (0:2) präsentiert, sondern trotz leerer Ränge ein Feuerwerk wie in Brügge abreißt.

Titelfoto: Bildmontage / PICTURE POINT / Gabor Krieg / PICTURE POINT / S. Sonntag

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