Nächster K.o. für den Vizemeister! RB Leipzig verliert auch bei Union Berlin

Berlin - Eisern Union in der Champions League! Zum Auftakt des 14. Bundesliga-Spieltags hat der 1. FC Union Berlin die Gäste von RB Leipzig mit 2:1 (1:1) besiegt. Für die Hauptstädter bedeutet das den Sprung auf Rang vier, die Sachsen stagnieren hinter der internationalen Zone.

Co-Trainer Marco Kurth stand am Freitagabend erstmals als Interims-Verantwortlicher an der Seitenlinie bei RB Leipzig.
Co-Trainer Marco Kurth stand am Freitagabend erstmals als Interims-Verantwortlicher an der Seitenlinie bei RB Leipzig.  © Picture Point/Roger Petzsche

Taiwo Awoniyi erzielte vor 13.500 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei das Berliner 1:0 in der 6. Minute, Christopher Nkunku glückte der Ausgleich (1:1/13.). Timo Baumgartl brachte den FCU wieder in Führung (2:1/57.).

Drei Wechsel nahm Union-Coach Urs Fischer im Vergleich zum 1:2 bei Eintracht Frankfurt vor: Julian Ryerson, Sheraldo Becker und Niko Gießelmann starteten für Christopher Trimmel, Bastian Oczipka und Genki Haraguchi (alle Bank).

Unter Jesse Marschs Vertreter Marco Kurth gab es bei RB nach dem 1:3 gegen Bayer 04 Leverkusen vier Veränderungen: Péter Gulácsi, Benjamin Henrichs, Tyler Adams und Dominik Szoboszlai verdrängten Josep Martínez, Kevin Kampl, Emil Forsberg und Brian Brobbey auf die Bank.

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Die Köpenicker bestimmten das Spielgeschehen zu Beginn des Duells der derzeit besten ostdeutschen Teams vollkommen und konnten die Sachsen einige Zeit vom eigenen Gehäuse fernhalten.

Die eigene Überlegenheit wusste der FCU dann auch frühzeitig zu nutzen. Nach einer kurz ausgeführten Ecke landete die Flanke vor Gulácsis Kasten bei Timo Baumgartl, der per Kopf querlegte. Josko Gvardiol sah gegen Awoniyi schlecht aus und konnte das eiserne 1:0 aus einem Meter nicht verhindern (6.).

Ein denkbar schlechter Start für die Roten Bullen, die eigentlich endlich den ersten Auswärtssieg einfahren wollten.

Josko Gvardiol (M.) versuchte, den Körper gegen Taiwo Awoniyi (l.) reinzustellen, der aber nur seinen Fuß hinhalten musste und das 1:0 für Union Berlin erzielte.
Josko Gvardiol (M.) versuchte, den Körper gegen Taiwo Awoniyi (l.) reinzustellen, der aber nur seinen Fuß hinhalten musste und das 1:0 für Union Berlin erzielte.  © Picture Point/Roger Petzsche
Schon in der 6. Minute gingen die Köpenicker Hausherren in Front.
Schon in der 6. Minute gingen die Köpenicker Hausherren in Front.  © Picture Point/Roger Petzsche

So ging der 1. FC Union Berlin im Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig aufs Feld

RB Leipzigs Startelf beim 1. FC Union Berlin

Taiwo Awoniyi und Max Kruse verpassen das 2:0 - Christopher Nkunku bestraft das eiskalt

RB Leipzigs Christopher Nkunku mit dem Daumen hoch für seinen Weitschusstreffer zum 1:1.
RB Leipzigs Christopher Nkunku mit dem Daumen hoch für seinen Weitschusstreffer zum 1:1.  © Picture Point/Roger Petzsche

Ein "Hallo wach" war der schnelle Rückstand für die Leipziger nicht, eine Reaktion ließ zunächst auf sich warten. Viel schlimmer: Union verpasste gleich zwei weitere große Möglichkeiten, das Ergebnis komfortabler zu gestalten.

Eine Ecke der Sachsen klärten die komplett in Rot kickenden Hauptstädter und leiteten sofort mit einem hohen Ball einen Konter ein. Letztlich war es Angelino, der in allerhöchster Not als letzter Mann die Kugel Awoniyi noch vom Fuß nehmen konnte (11.). Großes Glück, dass der Angriff nicht sauber zu Ende gespielt wurde.

Wenige Augenblicke später sprintete Becker über die rechte Seite nach vorn, in der Mitte waren Awoniyi und Kruse hinter der Abwehrkette, vergurkten aber jeweils aussichtsreich das 2:0 (12.).

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RB reagierte trotzig. Weil in puncto Offensive bis dato nichts greifen wollte, packte Nkunku einfach mal einen 25-Meter-Weitschuss mit seinem starken rechten Fuß aus. Kurz vor Andreas Luthe sprang der Ball tückisch auf und glitt über seine Fingerspitzen ins Netz - ein fieser Torwartfehler, aus dem das 1:1 resultierte (13.).

Der schmeichelhafte Ausgleich weckte Leipzigs Geister dann doch auf, fortan gestalteten sie die Begegnung deutlich offensiver als zuvor. Spritziger wirkten aber auch in der Folge eher die Eisernen.

In der ersten Halbzeit gehörte André Silva die letzte Gelegenheit, die Partie sogar noch zu drehen. Doch sein Kopfball nach Laimer-Flanke segelte drüber (40.).

Timo Baumgartl schiebt den 1. FC Union Berlin auf Champions-League-Rang vier

Bitter für RB Leipzig, verdient für Union Berlin: Timo Baumgartl (4.v.r.) schiebt zum 2:1 ein.
Bitter für RB Leipzig, verdient für Union Berlin: Timo Baumgartl (4.v.r.) schiebt zum 2:1 ein.  © Picture Point/Roger Petzsche

Durchgang zwei begann ausgeglichen - jedoch mit hellwachen Berlinern. Ein katastrophal von hinten heraus gespielter Fehlpass von Gvardiol leitete einen weiteren Gegenstoß ein, an dessen Ende Kruse das Spielgerät aber verlor (52.). Nächste vertane Chance!

Der Vizemeister fand einfach nicht zur erhofften Dominanz und Kreativität. Und mussten den zweiten Rückstand verkraften: Nach Gießelmann-Eckstoß zog Kruse im Sechzehner ab, Laimer fälschte die Kugel unglücklich vor die Füße von Baumgartl ab, der nur noch einschieben musste - 2:1 für Union (57.).

Die Einwechslungen von Forsberg und Kampl brachten für die Roten Bullen auch nicht den gewünschten Erfolg. RB musste dem Rückstand hinterherlaufen.

Beinahe wäre es sogar noch schlimmer gekommen: Der für die Berliner eingewechselte Haraguchi zog aus vollem Lauf einfach mal ab, zielte aber knapp links daneben (81.).

Leipzigs Joker Brobbey hatte noch die Monsterchance zum erneuten Remis, Gießelmann schmiss sich aber aufopferungsvoll in dessen Abschluss und lenkte zur Ecke ab (89.). Es sollte nicht mehr sein - die sechste Ligapleite war perfekt.

Timo Baumgartl (r.) springt jubelnd in den verschneiten Berliner Nachthimmel.
Timo Baumgartl (r.) springt jubelnd in den verschneiten Berliner Nachthimmel.  © Andreas Gora/dpa
Absolut bedient: RB kassierte die schon sechste Pleite der Saison.
Absolut bedient: RB kassierte die schon sechste Pleite der Saison.  © Picture Point/Roger Petzsche

Für beide Mannschaften stehen jetzt die abschließenden europäischen Gruppenspiele an. Leipzig empfängt in der Champions League am Dienstag (18.45 Uhr/DAZN) Manchester City, Union hat gegen Slavia Prag in der Europa League am Donnerstag (21 Uhr/RTL Nitro) Heimrecht.

Titelfoto: Bildmontage: Andreas Gora/dpa, Picture Point/Roger Petzsche

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