Neun-Tore-Wahnsinn! RB Leipzig verliert trotz Nkunku-Dreierpack bei Manchester City

Manchester - Vierte Pleite im sechsten Saisonspiel! RB Leipzig hat seinen derzeitigen Negativlauf wenig überraschend auch zum Auftakt in die Champions League nicht stoppen können. Beim englischen Meister Manchester City verloren die Sachsen aber in einem mitreißenden Spektakel samt respektabler Leistung mit 3:6 (1:3).

Während RB-Trainer Jesse Marsch (l.) wenig Grund zur Freude hatte, dürfte Pep Guardiola relativ zufrieden gewesen sein.
Während RB-Trainer Jesse Marsch (l.) wenig Grund zur Freude hatte, dürfte Pep Guardiola relativ zufrieden gewesen sein.  © Martin Rickett/PA Wire/dpa

Im Etihad Stadium köpfte Nathan Aké City in Front (1:0/16. Minute), Nordi Mukiele traf danach ins eigene Tor (2:0/28.). Christopher Nkunku gelang dreimal der Anschluss (1:2/42., 2:3/51., 3:4/73.), Riyad Mahrez (3:1/45.+2), Jack Grealish 4:2 (56.), Joao Cancelo (5:3/75.) und Gabriel Jesus (6:3/85.) erhöhten wieder. Angelino sah Gelb-Rot (79.).

Pep Guardiola rotierte in seinem 300. Pflichtspiel für die Citizens und nach dem 1:0 bei Leicester City viermal: Aké, Oleksandr Zinchenko, Kevin De Bruyne und Mahrez begannen für Aymeric Laporte (nicht im Kader), Kyle Walker, Ilkay Gündogan und Gabriel Jesus (alle Bank).

Sein Gegenüber Jesse Marsch reagierte auf die 1:4-Klatsche gegen den FC Bayern München mit drei Wechseln: Lukas Klostermann, Tyler Adams und Emil Forsberg kamen für Mohamed Simakan, Kevin Kampl und Dominik Szoboszlai (alle Bank).

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Bei seiner Rückkehr an alte Wirkungsstätte brachte Angelino schon nach 20 Sekunden eine gefährliche Flanke vom linken Flügel in die Box, wo Aké mehr Christopher Nkunku als Ball traf, den Abschluss des Franzosen aber somit verhindern konnte (1.).

Die Skyblues machten es den in den neuen dunkelblau-pinken Ausweichtrikots spielenden Sachsen danach schwer, bestimmten die Begegnung, wollten die Gäste bei eigenem Ballverlust durch extrem frühes Pressing zu Fehlern zwingen.

Hinten stand der Vorjahresfinalist sattelfest, wodurch es Dani Olmo nach einer knappen Viertelstunde mal aus der zweiten Reihe versuchte, jedoch aus 20 Metern deutlich zu hoch zielte (14.).

Nathan Aké (r.) köpft, Willi Orban (2.v.r.) kann dies nicht verhindern, 1:0 Manchester.
Nathan Aké (r.) köpft, Willi Orban (2.v.r.) kann dies nicht verhindern, 1:0 Manchester.  © Parnaby Lindsey/dpa

Startelf von Manchester City gegen RB Leipzig

RB Leipzigs Mannschaftsaufstellung bei Manchester City

ManCity geht durch Nathan Aké in Führung, Nordi Mukiele köpft ins eigene Tor, Silva-Treffer zählt nicht

Ein Bild, das für sich spricht: Nordi Mukiele (vorn) hat vor wenigen Augenblicken ins eigene Tor geköpft.
Ein Bild, das für sich spricht: Nordi Mukiele (vorn) hat vor wenigen Augenblicken ins eigene Tor geköpft.  © Parnaby Lindsey/dpa

Wenig später schlug es aber auch schon ein. Ein Eckball flog zentral vor Péter Gulácsis Kasten, der auf der Linie verweilte. Aké kam von hinten angeschlichen, schraubte sich aus sechs Metern höher als sein direkter Gegenspieler Willi Orban und erzielte das 1:0 (16.).

Die Dominanz des englischen Meisters wuchs in der Folge immer weiter, Mahrez zirkelte zunächst vorbei (20.). Zwischenzeitlich kombinierte sich RB aber auch mal gut nach vorn, Nkunku verzog beim Abschluss aber (23.).

Offensiv wussten sich die Leipziger nur mit hohen Bällen in den Strafraum zu helfen, die aber nie einen Abnehmer fanden. Doch sie trafen dennoch - allerdings ins falsche Gehäuse! De Bruyne flankte von rechts an den langen Pfosten, wo Mukiele vor Jack Grealish klären wollte, die Kugel aber dummerweise selbst versenkte - 2:0 für City (28.).

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Die Roten Bullen fighteten trotzdem weiter. Erst konnte André Silva zwar im zweiten Anlauf den Ball im Tor versenken, zuvor hatte er aber klar im Abseits gestanden (35.).

Besser machte es sein Teamkollege: Nkunku vollendete nach Forsberg-Flanke und Mukiele-Ablage per Kopf zum 1:2 (42.). Die Freude hielt aber nicht lang: Klostermann verhielt sich im Sechzehner unglücklich mit seinem Arm, wehrte mit diesem einen Abschluss von Ferran Torres ab.

Schiedsrichter Serdar Gözübüyük (Niederlande) entschied nach Videostudium korrekt auf Elfmeter, den Mahrez souverän oben rechts verwandelte - 1:3 aus Leipziger Sicht (45.+2).

Traf vom Punkt zum 3:1-Halbzeitstand: Riyad Mahrez (2.v.l.).
Traf vom Punkt zum 3:1-Halbzeitstand: Riyad Mahrez (2.v.l.).  © Zac Goodwin/PA Wire/dpa

Christopher Nkunkus Tore lassen Hoffnungen aufkeimen, doch ManCity schlägt eiskalt zurück

Ein 1,75-Meter-Mann ganz groß: Christopher Nkunku (3.v.r.) traf gleich dreimal zum jeweiligen Anschluss.
Ein 1,75-Meter-Mann ganz groß: Christopher Nkunku (3.v.r.) traf gleich dreimal zum jeweiligen Anschluss.  © Martin Rickett/PA Wire/dpa

Der erneute Zwei-Tore-Rückstand Sekunden vor der Halbzeit war der Nackenschlag, dachten viele. Doch RB hatte Mut und belohnte sich für einen guten Start in Durchgang zwei.

De Bruyne rutschte im Mittelfeld weg, Konrad Laimer schnappte sich das Spielgerät, legte halblinks auf Olmo, der Zeit hatte und auf den richtigen Moment für seinen Chipball wartete, den Nkunku mit seinen 1,75 Metern erneut mit dem Schädel verwandelte - nur noch 2:3 (51.).

Doch die Serie aus 17 ungeschlagenen Königsklassen-Gruppenspielen konnten Peps Jungs auf 18 ausbauen. Weil 117-Millionen-Mann Grealish einen Aussetzer von Adams nutzte, ihn mit einem Haken ausnahm und die Kugel wunderschön oben rechts reinlegte - 4:2 für Manchester (56.).

Zehn Minuten später schob Torres zum 5:2 ein, stand zuvor aber im Abseits (66.). Und dann wurde es ganz wild. Der eingewechselte Yussuf Poulsen spielte mit dem Außenrist auf Nkunku, der aus spitzem Winkel den Dreierpack markierte - 3:4 (73.).

Nur zwei Minuten später war auch diese Hoffnung wieder zerschlagen, als Cancelo nach einem schnell ausgeführten Freistoß den Zwei-Tore-Vorsprung wiederherstellte - 5:3 (75.). Kurz danach flog Angelino mit Gelb-Rot vom Platz (79.).

Die Citizens hatten noch nicht genug und nutzten die Überzahl: Orban wollte nach einem Eckball gegen Ruben Dias klären, fälschte ihn aber ab, wodurch er bei Jesus landete. Der Joker drosch ihn rein - 6:3 (85.), ein Irrsinn und das Ende eines denkwürdigen Champions-League-Abends!

Auch Joao Cancelo (l.) durfte noch einnetzen.
Auch Joao Cancelo (l.) durfte noch einnetzen.  © Martin Rickett/PA Wire/dpa

Für die Leipziger geht es am Samstag (18.30 Uhr/Sky) beim 1. FC Köln um den zweiten Saisonsieg, bereits um 16 Uhr empfängt City den FC Southampton um Ex-RB-Coach Ralph Hasenhüttl.

Titelfoto: Bildmontage: Martin Rickett/PA Wire/dpa

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