RB-Abschied ist offiziell! Julian Nagelsmann wird Flick-Nachfolger beim FC Bayern

Leipzig - Die Spekulationen haben ein Ende, die Herzen der Bullen-Fans bluten: Julian Nagelsmann (33) verlässt RB Leipzig im kommenden Sommer und wird Trainer des FC Bayern München!

Geben sich die Klinke in die Hand: Julian Nagelsmann (33) wird Hansi Flick (56) im Sommer als Trainer des FC Bayern München ablösen. (Archivbild)
Geben sich die Klinke in die Hand: Julian Nagelsmann (33) wird Hansi Flick (56) im Sommer als Trainer des FC Bayern München ablösen. (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Die Gerüchteküche brodelte schon lange, doch am Ende ging alles ganz schnell. Im Laufe des Montags wurde zuerst das Aus von RB-Sportdirektor Markus Krösche (40) verkündet und nun ist auch die Nachfolge von Hansi Flick (56) geklärt. Das hat der Klub aus der Messestadt am Dienstagvormittag offiziell verkündet.

Seit die Flick-Bombe in der vergangenen Woche geplatzt war, verging kaum ein Tag, an dem man den 33-Jährigen nicht mit dem Rekordmeister aus München in Verbindung brachte.

Nagelsmanns Verpflichtung ist den Bayern laut Informationen der Bild ein zweistelliger Millionenbetrag wert, der bis auf 25 Millionen ansteigen könne. Zum Vergleich: Adi Hütter (51) wechselt im Sommer für 7,5 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt zu Borussia Mönchengladbach.

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Bereits am Montagvormittag war bekannt geworden, dass Nagelsmann die Vereinsführung der Roten Bullen um die vorzeitige Auflösung seines bis 2023 laufenden Vertrags gebeten hatte.

Nagelsmann: "Ich werde RB Leipzig schweren Herzens verlassen"

Noch-Cheftrainer-Nagelsmann äußerte sich auf der Website der Bullen bereits zu seinem Wechsel:

"Ich werde RB Leipzig schweren Herzens verlassen. Ich darf hier eine großartige Mannschaft trainieren, in einem Klub, der einem alle Möglichkeiten und beste Bedingungen bietet, um erfolgreich zu arbeiten. Alle, auch das Team um die Mannschaft herum und jeder einzelne Mitarbeiter, haben dazu beigetragen, dass wir gemeinsam unsere Seiten in den Geschichtsbüchern von RB Leipzig gefüllt haben und noch dabei sind, unsere Geschichte fortzuschreiben. Darauf bin ich sehr stolz."

Nagelsmann betonte außerdem, dass der Wechsel zum FC Bayern München für ihn etwas ganz spezielles sei: "Leipzig ist etwas Besonderes – und dennoch werde ich gehen. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass mich der Trainerposten beim FC Bayern München reizt und ich diesen Job gerne annehmen würde, wenn sich diese vielleicht einmalige Gelegenheit ergeben sollte. Es ist für mich etwas sehr Spezielles, das Traineramt beim FC Bayern zu übernehmen. Ich bedanke mich daher ganz herzlich bei Oliver Mintzlaff und allen Verantwortlichen bei RB Leipzig, dass sie gemeinsam mit dem FC Bayern eine Lösung gefunden haben, mir diesen Wunsch zu ermöglichen."

Auch RB-Chef Oliver Mintzlaff (45) wollte dem "Lebenstraum" des 33-Jährigen nicht im Weg stehen. Man sei froh, mit dem FC Bayern eine finanzielle Lösung gefunden zu haben.

Mintzlaff: "Natürlich haben wir einen langfristigen Vertrag abgeschlossen, der kein Ausstiegs-Szenario vorgesehen hat. Allerdings hat dieser starke Wunsch von Julian, den FC Bayern zu trainieren, dazu geführt, dass wir uns nach intensiven Gesprächen entschieden haben, die Tür zu öffnen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden."

Und weiter: "Dies ist uns in den Gesprächen mit den Bayern-Verantwortlichen gelungen, so dass wir unsere finanziellen Vorstellungen realisieren konnten. Nun gilt es, mit Julian und seinem Team, die restlichen Spiele so anzugehen, dass wir diese Saison zur erfolgreichsten unserer Vereinsgeschichte machen."

Als heißester Kandidat für die Nachfolge von Julian Nagelsmann wird Jesse Marsch (47) gehandelt, der aktuell noch die Profis des Schwesterklubs FC Red Bull Salzburg trainiert. Er war von 2018 bis 2019 bereits Co-Trainer in Leipzig, damals noch an der Seite von Ralf Rangnick (62).

"Zur Nachfolge-Regelung werden wir uns alsbald äußern", so Mintzlaff auf der Vereinswebsite.

Hasan Salihamidžić zum Nagelsmann-Transfer: "Wir werden viel Freude an ihm haben"

Auch die Reaktionen seitens des FC Bayern München ließen nicht lange auf sich warten.

"Die Gespräche mit Julian verliefen sehr partnerschaftlich, sehr konstruktiv. Wir werden viel Freude an ihm haben, davon bin ich überzeugt", sagte beispielsweise Sportvorstand Hasan Salihamidžić (44).

Auch Vorstandsmitgleid Oliver Kahn (51) freut sich über den Transfer: "Allein schon Julians Vertragslaufzeit von fünf Jahren zeigt, wie sehr er sich mit dem FC Bayern identifiziert. Ich bin überzeugt davon, dass wir die sportliche Zukunft des FC Bayern zusammen mit Julian Nagelsmann sehr erfolgreich gestalten werden."

Nagelsmann will sich mit Titel von Leipzig verabschieden

Julian Nagelsmann (33) und sein Team können in dieser Saison noch den DFB-Pokal holen. Dafür muss allerdings erstmal Werder Bremen aus dem Weg geräumt werden.
Julian Nagelsmann (33) und sein Team können in dieser Saison noch den DFB-Pokal holen. Dafür muss allerdings erstmal Werder Bremen aus dem Weg geräumt werden.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Doch bevor die Zeit von Julian Nagelsmann in Leipzig endgültig zu Ende geht, stehen noch ein paar wichtige Spiele an.

Die Meisterschaft ist wohl nach dem nächsten Bundesligaspieltag aller Voraussicht nach entschieden. Einen Titel kann der 33-Jährige dann aber mit den Bullen trotzdem noch holen.

Im DFB-Pokal-Halbfinale treten die Sachsen am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) bei Werder Bremen an. In einem möglichen Finale in Berlin könnte der Gegner Borussia Dortmund heißen, wenn sich die Schwarz-Gelben am Samstag gegen Kiel durchsetzen können.

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Nagelsmann: "In der aktuellen Saison sind wir darüber hinaus drauf und dran, die beste Spielzeit der Bundesligazugehörigkeit von RB Leipzig hinzulegen. Dies wollen wir mit aller Macht erreichen – dies und natürlich, erstmals in der Vereinsgeschichte 'etwas Blechernes' in den Händen zu halten."

Daher gilt es jetzt, sich nach dem ganzen Trubel auf die kommenden Aufgaben zu fokussieren: "Jetzt richten wir den vollen Fokus auf die verbleibenden drei Spiele in der Bundesliga und natürlich auf das DFB-Pokal-Halbfinale, um diese Saison maximal erfolgreich abzuschließen."

UPDATE, 14.22 Uhr: Drei mögliche Kandidaten für Nagelsmann-Nachfolge

Oliver Mintzlaff hat sich während der Online-Pressekonferenz von RB Leipzig am Nachmittag zur Nachfolge auf dem Cheftrainer-Posten geäußert. "Wir werden die Lücke schließen. Wir haben eine Shortliste mit drei Namen, die wir jetzt abarbeiten", so der 45-Jährige. Und auch für Sportdirektor Markus Krösche (40), dessen Abgang am Montag verkündet worden war, werde es eine Lösung geben.

Allen Zukunftsvisionen zum Trotz erwartet der Klub von Nagelsmann natürlich, dass die Saison bestmöglich abgeschlossen wird. "Wir erwarten schon noch die Rekord-Saison und auch den ersten Titel", so Mintzlaff.

UPDATE, 15.30 Uhr: Nagelsmann will keine Spieler nach München locken

Nagelsmann wird in München nicht auf seinen Abwehr-Star Dayot Upamecano (22) verzichten müssen. (Archivbild)
Nagelsmann wird in München nicht auf seinen Abwehr-Star Dayot Upamecano (22) verzichten müssen. (Archivbild)  © IMAGO/motivio

Leipzigs Noch-Trainer Nagelsmann hat offenbar nicht vor, Spieler seines bisherigen Klubs ebenfalls nach München zu locken. "Es ist ganz normal in der besonderen Situation, wo auch RB für mich etwas getan hat, dass ich jetzt nicht anfange, an den Spielern zu graben", so der 33-Jährige Binder Pressekonferenz mit Oliver Mintzlaff. "Ich werde jetzt nicht einen T6 mieten oder was auch immer, um nach München zu fahren und im Schlepptau noch den ein oder anderen guten Spieler von Leipzig dabei zu haben."

Auf einen seiner Schützlinge muss er ab der kommenden Saison trotzdem nicht verzichten. Bereits im Februar wurde der Wechsel von Dayot Upamecano (22) nach München verkündet. Für ihn blättern die Bayern 42,5 Millionen Euro hin.

Zwei treue Begleiter nimmt Nagelsmann dann aber doch mit in den Süden: Co-Trainer Benjamin Glück (35) und Teammanager Timmo Hardung (31). "Die sind mit mir schon aus Hoffenheim gekommen und ziehen mit mir weiter. Das ist so mit dem Verein abgesprochen", so Nagelsmann. Weitere Wechsel stünden nicht zur Diskussion.

"Alles andere kostet dann nochmal 30 Millionen", konterte Mintzlaff schmunzelnd.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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