Pfiffe zur Halbzeit! Doch RB Leipzig wendet Blamage gegen Schlusslicht Fürth klar ab

Leipzig - Erst Pfiffe, dann Leistungsexplosion! Nach der wohl schwächsten ersten Halbzeit der Saison hat sich RB Leipzig gefangen und am 9. Bundesliga-Spieltag Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth nach Rückstand noch deutlich 4:1 (0:1) geschlagen.

Voller Einsatz gegen Ball und Gegner: Fürths Jeremy Dudziak (l.) gegen Geburtstagskind Emil Forsberg.
Voller Einsatz gegen Ball und Gegner: Fürths Jeremy Dudziak (l.) gegen Geburtstagskind Emil Forsberg.  © Picture Point/Roger Petzsche

Branimir Hrgota brachte Fürth in der 45. Minute per Foulelfmeter in der Red Bull Arena in Führung. Yussuf Poulsen (1:1/46.) und Emil Forsberg (2:1/53., Foulelfmeter) drehten die Begegnung, Dominik Szoboszlai (3:1/65.) und Hugo Novoa (4:1/88.) erhöhten.

Nach dem bitteren 2:3 in der Champions League beim FC Paris Saint-Germain wechselte RB-Trainer Jesse Marsch auf vier Positionen: Josko Gvardiol, Benjamin Henrichs, Kevin Kampl und Forsberg verdrängten Mohamed Simakan, Tyler Adams (beide Bank) sowie Lukas Klostermann und Konrad Laimer (beide nicht im Kader).

Fürth-Coach Stefan Leitl brachte im Vergleich zum 0:1 gegen den VfL Bochum ein neues Trio: Maximilian Bauer, Max Christiansen und Jamie Leweling begannen für Hans Nunoo Sarpei, Timothy Tillman (beide Bank) und den gelbgesperrten Paul Seguin.

Nach Haidara: Manchester-Coach Rangnick soll auch an diesem RB-Leipzig-Profi dran sein
RB Leipzig Nach Haidara: Manchester-Coach Rangnick soll auch an diesem RB-Leipzig-Profi dran sein

Die Roten Bullen wollten vom Anpfiff weg den Ton angeben, um den fest eingeplanten Dreier gegen den Aufsteiger möglichst schnell einzutüten. Doch lange Zeit kam von den Sachsen gar nichts.

Gut drauf hingegen war die tabellarisch abgeschlagene Spielvereinigung, die munter aufspielte und die teils schläfrige RB-Defensive mehrfach in Bedrängnis brachte.

So zum Beispiel Jeremy Dudziak, der nach Flanke von links vollkommen allein neben das Tor köpfte (6.).

Startelf von RB Leipzig im Bundesliga-Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth

So ging die SpVgg Greuther Fürth bei RB Leipzig auf den Rasen

Greuther Fürth geht per Elfmeter verdient durch Branimir Hrgota in Führung - Pfiffe zur Halbzeit

Cedric Itten (2.v.r.) freut sich in der 23. Minute über das Tor, das aber nicht zählt.
Cedric Itten (2.v.r.) freut sich in der 23. Minute über das Tor, das aber nicht zählt.  © Picture Point/Roger Petzsche

Leipzig kam nicht ins Rollen. Das war auch bedingt durch sehr engagierte Gäste, die jeden Angriff der Hausherren zu unterbinden wussten und lange Zeit nichts zuließen.

Péter Gulácsi war in der 13. Minute erstmals gefragt, als er Lewelings Abschluss aus der zweiten Reihe, der noch aufsetzte, schnappte. Drei Zeigerumdrehungen später brachte Jetro Willems eine Diagonalflanke an den linken Pfosten, wo der Winkel für Hrgota aber zu spitz war, Gulácsi zu überwinden (16.).

Es blieb auch anschließend dabei, dass der Vizemeister zu keinen Abschlusschancen kam. Im Vorwärtsgang leistete sich der große Favorit zudem immer wieder Passfehler, wodurch keine Dominanz aufkommen konnte.

Nächster K.o. für den Vizemeister! RB Leipzig verliert auch bei Union Berlin
RB Leipzig Nächster K.o. für den Vizemeister! RB Leipzig verliert auch bei Union Berlin

Mitte des ersten Durchgangs gab's den nächsten Fürther Angriff. Diesmal der starke Leweling mit der Flanke von rechts, Cedric Itten behinderte Gulácsi, der Ball kullerte hinter die Linie, doch Schiri Christian Dingert gab Stürmerfoul (23.).

Minuten vor der Halbzeit legte sich RB beinahe selbst einen rein. Angelino, in der ersten Hälfte weit hinter seinen Möglichkeiten geblieben, klärte eine Hereingabe in der eigenen Box zu Dudziak, der aber Gulácsi scheiterte (42.).

Das verdiente Tor für den Aufsteiger fiel dann aber doch noch. Nordi Mukiele sprang ungestüm bei einem Kopfball auf Leweling, der zu Boden ging und von Dingert den Elfer bekam. Hrgota trat an, verlud den Keeper und schob unten rechts ein - 1:0 für Greuther (45.).

Mit Pfiffen der heimischen Fans ging es für RB in die Kabine.

Drin isser! Branimir Hrgota (r.) verwandelt einen Foulelfmeter kurz vor dem Seitenwechsel zum 1:0 für Fürth.
Drin isser! Branimir Hrgota (r.) verwandelt einen Foulelfmeter kurz vor dem Seitenwechsel zum 1:0 für Fürth.  © Picture Point/Roger Petzsche

Drei Joker und Geburtstagskind Emil Forsberg führen RB Leipzig auf die Siegerstraße

An seinem 30. Ehrentag drehte Forsberg per Foulelfmeter die Partie.
An seinem 30. Ehrentag drehte Forsberg per Foulelfmeter die Partie.  © Picture Point/Roger Petzsche

Die völlig verkorkste erste Halbzeit war aber schnell vergessen.

Der eingewechselte Poulsen staubte nach 50 Sekunden und mit seinem ersten Ballkontakt ab, Marco Meyerhöfer fälschte noch unhaltbar für Marius Funk zum 1:1 ab (46.). Weil Forsberg Funk möglicherweise die Sicht versperrte und eine Abseitsposition geprüft wurde, wurde der Treffer erst nach Überprüfung gegeben.

RB spielte fortan wie ausgewechselt und auch endlich so, wie man es von ihnen gewöhnt ist.

In der 52. Minute nahm Poulsen ein Gvardiol-Anspiel im Strafraum mit dem Rücken zum Tor an, stellte dabei den Körper gut gegen Meyerhöfer rein, der den Dänen zu Fall brachte - Elfer! Forsberg versenkte und drehte die Begegnung an seinem 30. Geburtstag - 2:1 für RB (53.).

Die Spielvereinigung war nun komplett abgemeldet, brachte gar nichts mehr zustande und war nur noch aufs Verteidigen fokussiert.

Das gelang nicht immer. Vier schnelle Direktpässe brachten die Gäste in die Bredouille, Christopher Nkunku gab letztlich vom rechten Flügel hoch nach innen, wo sich Szoboszlai gegen den unglücklichen Meyerhöfer durchsetzte und ebenfalls mit seinem ersten Ballkontakt das 3:1 markierte (65.).

RB spulte die restliche Zeit souverän herunter - und erhöhte noch einmal: Szoboszlai setzte sich auf dem Flügel stark gegen Bauer durch, legte wunderbar mit dem Außenrist für Novoa vor, der mühelos im ersten Bundesligaeinsatz seine erste Bude erzielen konnte - 4:1 (88.).

Dienstag (18.30 Uhr/Sky) geht's für RB Leipzig im DFB-Pokal bei Regionalligist SV Babelsberg 03 weiter. Fürth, die in der 1. Runde am SVB gescheitert waren, gastieren erst am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in der Liga beim SC Freiburg.

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche

Mehr zum Thema RB Leipzig: