90 Minuten voller Fokus auf Paris: Schafft RB Leipzig den Sprung ins Finale?

Lissabon - Noch ein Sieg und RB Leipzig würde tatsächlich ins Finale der Champions League einziehen. Wer das vor ein paar Jahren geglaubt hat, sollte dringend darüber nachdenken, aktiv Lotto zu spielen. Am Dienstagabend kann der Truppe von Coach Julian Nagelsmann (33) beim Spiel gegen Paris Saint-Germain (21 Uhr/Sky und DAZN) historisches gelingen. Doch dafür braucht es einen Sahnetag und ganz besonders das nötige Selbstvertrauen, das die Mannschaft auch gegen Atlético Madrid zum Sieg beflügelt hat.

Taktische Anweisungen auch während dem Spiel: Gegen Paris wird RB-Coach Nagelsmann vermutlich sein Team auch öfters mal anpassen müssen.
Taktische Anweisungen auch während dem Spiel: Gegen Paris wird RB-Coach Nagelsmann vermutlich sein Team auch öfters mal anpassen müssen.  © Lluis Gene/Pool AFP/AP/dpa

Kylian Mbappé, Neymar, Angel di Maria: Die Liste der Pariser Spieler, die man am besten doppelt und dreifach decken und blockieren sollte, ist lang. Gegen Atlético zeigte die Hintermannschaft von RB Leipzig, bis auf den einen Ausrutscher gegen João Félix (20) in der zweiten Hälfte, eine geschlossen souveräne Leistung, die perfekt eingestellt auch ein Starensemble in den Griff bekommen kann.

Damit am Dienstagabend die nächste Überraschung gelingen kann, müssen die Rädchen wieder ineinandergreifen: "Ich glaube, dass die Jungs schon wissen, dass wir im Kollektiv eine Top-Leistung abrufen müssen. Wir müssen alle sehen, dass wir an die Grenzen gehen", weiß auch RB-Sportchef Markus Krösche.

Ganz unbesiegbar scheint das französische Team rund um Trainer Thomas Tuchel nämlich nicht zu sein. Im Viertelfinale hatte Atalanta Bergamo die Pariser an den Rand einer Niederlage gebracht, ehe PSG in der Nachspielzeit per Doppelschlag das Blatt wendete. 

Dennoch: Bergamo setzte immer wieder Nadelstiche. Offenbarte Schwächen der Franzosen, die auch RB Leipzig nutzen könnte. Der frühere Leipzig-Trainer und -Sportdirektor Ralf Rangnick kann sich zumindest vorstellen, wo die Bullen bei Paris ansetzen sollten: "Ich sehe sie in der Defensive, insbesondere über die Außenverteidigerpositionen, verwundbar", beurteilte Rangnick im Online-Portal "RBlive". 

Ein Detail, das sicher auch Taktikfuchs Nagelsmann nicht entgangen sein wird. 

Aufeinandertreffen zweier alter Bekannter

Duell zweier Deutscher Trainer: Thomas Tuchel und Julian Nagelsmann verbindet eine gemeinsame Vergangenheit.
Duell zweier Deutscher Trainer: Thomas Tuchel und Julian Nagelsmann verbindet eine gemeinsame Vergangenheit.  © Robert Michael/Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Dass es am Dienstagabend nicht nur ein Duell RB gegen PSG sein wird, ist aufgrund der beiden deutschen Trainer und ihrer gemeinsamen Vergangenheit auch klar. Denn was viele nicht wissen: Tuchel trainierte Nagelsmann 2007/08 in der fünften Liga beim FC Augsburg II.

"Die Beziehung, die Julian mit Thomas Tuchel hat, durch ihre Zusammenarbeit, die sie hatten, ist etwas Besonderes, aber es ist keine spezielle Anspannung oder spezielle Nervosität zu merken", berichtet Markus Krösche. "Er ist nicht anders, als er in den Tagen vor dem Spiel gegen Atlético war. Er ist fokussiert."

Das Team selbst scheint in jedem Fall richtig Bock zu haben, ins Finale einzuziehen. Mittelfeldspieler Marcel Sabitzer (26) selbstbewusst bei einem virtuellen Pressegespräch: "Es wird sicher eine spannende Aufgabe. Ich traue mich trotzdem zu sagen, wenn wir einen richtig guten Tag erwischen wie gegen Atlético, mit ein bisschen Glück, dann können wir das Spiel gewinnen."

Sollten keine kurzfristigen Verletzungen anfallen, wird Nagelsmann vermutlich das gleiche Team von Beginn an auflaufen lassen, dass auch gegen die Spanier einen guten Eindruck hinterlassen hat. Vielleicht hat sich der Coach aber auch wieder etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Die Antwort darauf wird es wohl aber erst kurz vor dem Anpfiff geben.

Titelfoto: Lluis Gene/Pool AFP/AP/dpa

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