RB Leipzig gegen Freiburg wird zum Geisterspiel! Darum war das Champions-League-Match nicht betroffen

Leipzig - "Wir zerbrechen uns darüber nicht den Kopf", sagte RB Leipzigs Matchwinner Marcel Sabitzer nach dem 3:0-Sieg in der Champions League gegen ein enttäuschendes Tottenham Hotspur (TAG24 berichtete) über die aktuell akute Corona-Krise. Eine Entscheidung über die kommenden Spiele ist am Mittwoch jedoch gefallen. Die Roten Bullen spielen am Wochenende gegen Freiburg vor leeren Rängen!

Am Dienstagabend konnten die Leipziger Fans ihre Mannschaft im Stadion noch anfeuern.
Am Dienstagabend konnten die Leipziger Fans ihre Mannschaft im Stadion noch anfeuern.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Das wird wohl ein krasser Kontrast zum viel umjubelten erstmaligen Einzug ins Champions-League-Viertelfinale, das von den Fans in der prall gefüllten Red Bull Arena frenetisch gefeiert wurde. 

Club-Boss Oliver Mintzlaff ging zunächst nicht von einer kurzfristigen Entscheidung bezüglich des Freiburg-Spiels aus. 

"Es ist eine stündliche Betrachtung, wir sind im permanenten Austausch. Bis Samstag ist aber noch ein bisschen Zeit. Im Zweifel könnte man das Spiel auch noch am Freitagmorgen absagen. Wenn sich die Situation nicht dramatisch verändert, glaube ich nicht, dass das Spiel am Mittwoch abgesagt wird. Wir wissen aber auch nicht, was bis Donnerstag oder Freitagmorgen passiert - das ist alles spekulativ."

Dann am Mittwochvormittag jedoch die plötzliche Wende: "Wir haben heute Vormittag intensiv zusammengesessen und unter Berücksichtigung der täglich neuen Entwicklung um das Coronavirus nun entschieden, am Samstag leider ohne Zuschauer zu spielen. Trotz weiterhin sehr wenig Infizierter im Leipziger Raum wollen wir zum einen das gesundheitliche Risiko minimieren", sagte Club-Boss Oliver Mintzlaff. 

"Zum anderen möchten wir durch diese Entscheidung dazu beitragen, einer potenziellen Wettbewerbsverzerrung durch die mögliche unterschiedliche Handhabung an den verschiedenen Bundesliga-Spielorten aktiv entgegenzuwirken." Alle Ticketinhaber sollen demnach entschädigt werden.

RB im Heimspiel ohne Fans. Wie wird sich das auswirken? Emil Forsberg sagte bereits nach der Partie am Dienstag: "Jeder hat heute gesehen, was die Fans für uns bedeuten. Wir müssen aber jetzt erst schauen, wie es mit dem Coronavirus weitergeht."

Im Hinblick auf das kommende Geisterspiel-Wochenende fragten sich zudem einige Fans, warum am Dienstag noch im vollen Haus gespielt wurde. Immerhin war die andere Champions-League-Partie zwischen Valencia und Bergamo bereits ein Geisterspiel.

RB Leipzigs Oliver Mintzlaff: "Die Gesundheitsbehörde hat meiner Meinung nach völlig richtig gehandelt"

Am Wochenende wird RB vor leeren Rängen spielen müssen.
Am Wochenende wird RB vor leeren Rängen spielen müssen.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Wie wichtig der Fan-Faktor nämlich ist, zeigte das souveräne 3:0 gegen die Spurs, das 42.146 Anhänger in der ausverkauften Red Bull Arena verfolgt hatten. "Es war sehr wichtig, dass Zuschauer da waren. So was trägt einen bei so einem Spiel. Beim 1:0 ist die Hütte explodiert", sagte Kapitän Marcel Sabitzer.

Mintzlaff lobte die Leipziger Behörden dafür, dass die Partie mit Zuschauern stattfinden konnte und begründete dies auch: "Mit Stand Spielbeginn hatten wir vier Infizierte in Leipzig. Die Gesundheitsbehörde hat meiner Meinung nach völlig richtig gehandelt und ist nicht in Panik verfallen. Wir finden auch, dass das jetzt zu dem Zeitpunkt die richtige Entscheidung war. Wenn wir dieses Spiel abgesagt hätten, wäre das mehr Panik als eine realistische Einschätzung der Situation."

Mintzlaff plädierte jedoch am Dienstag bereits dafür, dass es für die Bundesliga eine einheitliche Lösung geben sollte: "Wenn die Gesundheit das erfordert, müssen wir Geisterspiele austragen. Es wäre sicherlich unglücklich, wenn es individuelle Entscheidungen gibt. Da spielt das Thema fairer Wettbewerb eine Rolle."

Auch Leipzig-Coach Julian Nagelsmann sieht das so. Der Trainer: "Natürlich spielen wir lieber mit Zuschauern. Das sieht jeder Trainer und Spieler so. Aber wenn es nicht anders geht, werden wir den Betrieb nicht einstellen und wollen trotzdem guten Fußball spielen. Dann halt eben ohne Zuschauer sondern nur mit Leuten am Fernseher." Wie sich ein Spiel ohne Zuschauer tatsächlich auf die Mannschaft auswirkt, wird man dann bereits am Samstag wissen.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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