"Chance genutzt": RB Leipzigs Forsberg findet zurück zu alter Stärke

Leipzig - Emil Forsberg (28) ist zurück. Mit einer starken Leistung gegen Mainz rechtfertigte der Schwede seinen Startelfeinsatz. Trainer Julian Nagelsmann (33) lobte den routinierten Spielmacher, der sich seit Wochen mit einer ansprechenden Trainingsleistung angeboten hatte.

Emil Forsberg (28) zeigte gegen Mainz eine bärenstarke Leistung. Sein Treffer vom Punkt ebnete den Weg zum Heimdreier.
Emil Forsberg (28) zeigte gegen Mainz eine bärenstarke Leistung. Sein Treffer vom Punkt ebnete den Weg zum Heimdreier.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Im Winter 2017 war Emil Forsberg als unangefochtener Spielmacher von RB Leipzig auf Augenhöhe mit Timo Werner - zwölf Millionen Euro Marktwert. 

Während Werner oft traf, erzielte der Schwede die wichtigen Treffer bei RB: Am 8. Mai 2016 schoss er RB gegen den Karlsruher SC mit 1:0 in Führung und die Leipziger beim 2:0-Erfolg im verflixten siebten Jahr in die Bundesliga. Gut ein Jahr später sorgte er gegen die AS Monaco mit dem 1:0 für das erste RB-Tor in der Champions-League-Geschichte. 

Im vergangenen Jahr bescherte sein Doppelpack gegen Benfica Lissabon RB den erstmaligen Einzug in die K.o.-Runde der Champions League.

Danach ging es bergab, wie sein Marktwert. Nur 14 Startelfeinsätze, achtmal eingewechselt und achtmal ohne Kaderberufung - die Vorsaison war zum Verzweifeln für den schwedischen Nationalspieler, der seinen Wert seit seiner Verpflichtung 2015 in zwei Spielzeiten verzwölffacht hatte. 

Nichts ging mehr. Ein Frust-Ansage von seiner Ehefrau Shanga bei ihrer Instagram-Story verdeutlichte die Lage, nachdem ihr Gatte 90 Minuten die Bank gegen Rekordmeister FC Bayern drücken musste: "Es gibt keine Person auf dieser Welt, der es erlaubt ist, dich wie Dreck zu behandeln. Vergiss das nicht!" Parallel betonte Forsberg, wie wohl er sich mit seiner Frau und Tochter in Leipzig fühle.

Es folgte ein langer Weg zurück. Mal muskulär angeschlagen, mal eine Mandelentzündung, mal zwickten die Adduktoren - immer wieder Rückschläge. Ralf Rangnicks Lieblingsschüler aus Sundsvall, der im Januar 2015 von Malmö FF für 3,7 Millionen Euro Ablöse nach Leipzig gelotst wurde, hatte es plötzlich enorm schwer. Trainer-Nachfolger Julian Nagelsmann betonte zwar immer wieder, dass der Schwede sich bemühe, gut trainiere - doch Neuzugang Christopher Nkunku bekam oft den Vorzug. 

Selbst beim 2:1-Viertelfinalsieg in der Champions League gegen Atletico Madrid im August stand der einst so wichtige Routinier nicht auf dem Platz. "Er hätte es verdient gehabt, dort mehr Spielzeit zu kriegen, doch wir haben viele Spieler auf dem Niveau, die sich gegenseitig pushen", meinte Nagelsmann.

"Stärkster Forsberg aller Zeiten"

Der Schwede würde laut Trainer Julian Nagelsmann (33) seit Wochen gut trainieren. Dass er fit ist, hat man spätestens am Sonntag auf dem Platz gesehen.
Der Schwede würde laut Trainer Julian Nagelsmann (33) seit Wochen gut trainieren. Dass er fit ist, hat man spätestens am Sonntag auf dem Platz gesehen.  © Florian Eisele/RB Leipzig/dpa

Er bescheinigte dem 28-Jährigen eine tolle Trainingsleistung, sprach vor Wochen schon "vom stärksten Forsberg aller Zeiten". Nun gab er ihm mit dem Startelfeinsatz gegen Mainz eine Chance. 

"Emil hat super trainiert, eigentlich vom ersten Tag der Vorbereitung schon vor dem Champions-League-Turnier", sagte der Fußballlehrer und bilanzierte nach dem starken Auftritt beim 3:1 gegen Mainz: "Emil hat seine Chance definitiv genutzt. Eine außergewöhnlich gute Leistung, defensiv wie offensiv, er hat die Position super ausgefüllt."

Nach seinem Führungstor vom Elfmeterpunkt wurde er von allen Mitspielern im Team gefeiert. Man spürte förmlich, wie die Kollegen die Erleichterung mit ihrem Spielmacher teilten. 

"Wenn ich die Chance bekomme, will ich sie auch nutzen. Ich habe mich seit langem gut gefühlt, bin in guter Form", sagte Forsberg, der zu Glanzzeiten keine Möglichkeit ausließ, um sich bei Nationalmannschaft-Einsätzen für andere Vereine ins Gespräch zu bringen.

Das ist ad acta gelegt. Er konzentriert sich auf seinen Club. "Wir wollen in der Meisterschaft so hoch wie möglich, unbedingt unter den ersten Vier. Wir haben gezeigt, dass wir bereit sind, wieder da oben zu stehen", sagte er zum Saisonziel. 

"Um gegen die Top-Mannschaften der Liga zu gewinnen, muss man immer 100 Prozent geben. So motiviert wie wir gegen Mainz aufgetreten sind, sind wir wieder bereit, ganz oben in der Tabelle mitzuspielen."

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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