RB Leipzig furios! Überraschender Kantersieg in Brügge wahrt Europa-League-Chance

Brügge - Die Europa League ist plötzlich greifbar! Dank einer saustarken Anfangsphase hat RB Leipzig im vorletzten Gruppenspiel der Champions League mit dem 5:0 (4:0) beim FC Brügge den ersten Sieg eingefahren und dadurch das internationale Überwintern fest im Blick.

Abstauber zum 1:0: Christopher Nkunku (2.v.r.) schiebt locker zum 1:0 für RB Leipzig ein und setzte später auch noch den Schlusspunkt.
Abstauber zum 1:0: Christopher Nkunku (2.v.r.) schiebt locker zum 1:0 für RB Leipzig ein und setzte später auch noch den Schlusspunkt.  © Picture Point / Sven Sonntag

Im Jan-Breydel-Stadion brachte Christopher Nkunku RB in der 12. Minute vor 26.000 Zuschauern mit 1:0 in Front, Emil Forsberg (2:0/17., Foulelfmeter; 4:0/45.+1) und André Silva (3:0/26.) legten nach. Nkunku stellte sogar noch auf 5:0 (90.+3).

Brügge-Trainer Philippe Clement reagierte aufs jüngste 1:2 in der Jupiler Pro League beim KV Mechelen mit drei Wechseln: Jack Hendry, Ignace Van der Brempt und Kamal Sowah starteten für Brandon Mechele, Faitout Maouassa und Ruud Vormer (alle Bank).

Im Vergleich zum enttäuschenden 0:2 bei der TSG 1899 Hoffenheim wechselte RB unter Jesse Marschs Vertreter Achim Beierlorzer viermal: Josep Martínez, Konrad Laimer, Forsberg und Brian Brobbey begannen für Péter Gulácsi (Corona), Willi Orban (erkältet), Tyler Adams (Gelbsperre) und Dominik Szoboszlai (verletzt).

Matthäus über gefeuerten RB-Leipzig-Coach: "Alles zu viel für Jesse Marsch"
RB Leipzig Matthäus über gefeuerten RB-Leipzig-Coach: "Alles zu viel für Jesse Marsch"

Aufgrund der fatalen Personalsituation mit zahlreichen Ausfällen stand die wichtige Begegnung fürs internationale Überwintern für die Sachsen unter keinem guten Stern. Schließlich musste zwingend gewonnen werden. Doch dieser mögliche Nachteil änderte offenbar nichts am Selbstvertrauen der Akteure auf dem Platz, von denen sich besonders Keeper Martínez und Stürmer Brobbey beweisen wollten.

Auch der Rest des Teams war positiv wild und wirkte absolut motiviert, das Minimalziel des Weiterkommens in der Europa League noch möglich zu machen.

Für den Franzosen waren es die Treffer sechs und sieben im fünften Champions-League-Match.
Für den Franzosen waren es die Treffer sechs und sieben im fünften Champions-League-Match.  © Picture Point / Sven Sonntag

So ging der FC Brügge ins Champions-League-Match gegen RB Leipzig

RB Leipzigs Startelf gegen den FC Brügge in der Champions League

Christopher Nkunku, André Silva und Doppelpacker Emil Forsberg nehmen FC Brügge auseinander

Emil Forsberg (M.) erzielte in der ersten Halbzeit zwei Buden.
Emil Forsberg (M.) erzielte in der ersten Halbzeit zwei Buden.  © Bernd Thissen/dpa

In der 6. Minute blitzte der Leipziger Offensivdrang erstmals auf, als Nordi Mukiele aus 17 Metern nicht lang fackelte, einfach mal abzog und Simon Mignolet zu einer Parade zwang.

Weitere sechs Zeigerumdrehungen später nutzte der Vorjahres-Achtelfinalist seine nächste Chance: Van der Brempt verlor den Ball mit einem Sinnlos-Pass, es ging schnell nach vorn, Silvas abgefälschten Flachschuss von halbrechts wehrte Mignolet noch zur Seite ab, wo Nkunku halblinks per Abstauber einnetzte - 1:0 für RB (12.).

Während die Belgier absolut nicht ins Spiel fanden, kombinierten sich die Rot-Weißen in einen königlichen Rausch. Bitter für Brügge: Sowah wollte die Kugel im eigenen Strafraum wegdreschen, traf aber den anspringenden Brobbey, der zu Boden ging und den Elfmeterpfiff bekam. Diesmal trat Forsberg an und versenkte sicher unten links - 2:0 (17.).

RB Leipzigs Yussuf Poulsen packt aus: "Wäre lieber anonym und Familienvater!"
RB Leipzig RB Leipzigs Yussuf Poulsen packt aus: "Wäre lieber anonym und Familienvater!"

Die erste Gelegenheit für schläfrige Clement-Jungs gehörte Bas Dost, der nach Sowah-Flanke aber nicht am sich breitmachenden Martínez vorbeikam, dem im ersten Durchgang kein Fehler unterlief. Jede Menge Fehler leisteten sich hingegen die Gastgeber, die in der 26. Minute sich das dritte Ding fingen: Angelino mit einem hohen Ball vom linken Flügel, Silva wurde ungenügend angegriffen, stieg hoch, Mignolet schaute nur hinterher - 3:0!

Doch damit nicht genug. Mit dem Halbzeitpfiff, als sich alle auf eine Leipziger Drei-Tore-Führung einstellten, ließen die Brügger Forsberg viel zu viel Platz, der diesen nutzte und aus 20 Metern ins kurze Eck versenkte - 4:0 (45.+1).

André Silva (l.) durfte sich mit Josko Gvardiol über sein Kopfballtor freuen.
André Silva (l.) durfte sich mit Josko Gvardiol über sein Kopfballtor freuen.  © Bernd Thissen/dpa

FC Brügge steigert sich deutlich gegen RB Leipzig - Sachsen halten hinten dicht

Jesse Marschs Vertreter Achim Beierlorzer stand am Mittwoch erstmals in der Champions League an der Seitenlinie - und meisterte den Job mit Bravour.
Jesse Marschs Vertreter Achim Beierlorzer stand am Mittwoch erstmals in der Champions League an der Seitenlinie - und meisterte den Job mit Bravour.  © Bernd Thissen/dpa

Der hohe Vorsprung gab den Roten Bullen natürlich die nötige Sicherheit. Allerdings war diese trügerisch, denn der belgische Meister gab sich zu Beginn des zweiten Durchgangs nicht kampflos geschlagen, wollte die Sensation.

Sowah trieb sein Team abermals über die linke Seite an, gab zentral weiter zu Noa Lang, der ebenfalls eine Station weiterspielte, wo Mats Rits' Abschluss aber abgeblockt wurde (52.). Im Gegenzug war der Winkel für Nkunku zu spitz (53.).

Brügge konnte zwar in der Folge weitere sich bietende Räume nutzen - jedoch nicht zur Ergebniskosmetik. Wieder Rits (55.) und Charles De Ketelaere (56.) fanden in Martínez ihren Meister.

Dann aber wendete sich das Blatt wieder, fortan war der deutsche Vizemeister drauf und dran, das fünfte Tor nachzulegen.

Nach Nkunkus nicht gegebenem Treffer wegen Offensivfouls (60.) scheiterte Silva zweimal kurz nacheinander an Mignolet (74, 75.).

Champions League: Christopher Nkunku gelingt noch der 5:0-Endstand für die Roten Bullen

Starker Rückhalt für RB Leipzig: Josep Martínez, der den an Corona erkrankten Péter Gulácsi vertrat.
Starker Rückhalt für RB Leipzig: Josep Martínez, der den an Corona erkrankten Péter Gulácsi vertrat.  © Picture Point / Sven Sonntag

Nkunku gelang kurz vor dem Ende im Strafraum-Gewusel mit seinem bereits siebten Königsklassen-Tor in dieser Saison sogar noch der 5:0-Endstand (90.+3). Bähm!

Ein toller Abend war es für Schlussmann Martínez, der als Gulácsi-Ersatz einen fehlerlosen Auftritt hinlegte und in seinem zweiten Saisoneinsatz erneut nicht hinter sich greifen musste.

Leipzig muss im abschließenden Gruppenspiel gegen Manchester City am 7. Dezember (18.45 Uhr/DAZN) vor leeren Rängen mindestens so viele Punkte holen, wie Brügge parallel beim FC Paris Saint-Germain, um im neuen Jahr in der Europa League antreten zu dürfen.

RB hat aber am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) zunächst gegen Bayer 04 Leverkusen wieder Heimrecht in der Bundesliga. Bereits um 13.30 Uhr gastiert Brügge beim KRC Genk.

Titelfoto: Bildmontage: dpa/Bernd Thissen, Picture Point / Sven Sonntag

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