RB Leipzigs Angst, in Bielefeld den Anschluss zu verlieren: "Wenn wir das Spiel nicht gewinnen..."

Bielefeld/Leipzig - Schaut man sich die Tabellenkonstellation vor dem Duell Bielefeld gegen RB Leipzig an, scheinen die Vorzeichen eigentlich geklärt. Doch die Roten Bullen dürften am Freitagabend (20.30 Uhr/DAZN) gewarnt sein, denn unter Neu-Trainer Frank Kramer (48) spielten die Jungs von der Alm zuletzt stark auf.

Leipzigs Alexander Sörloth (25, r.) im Zweikampf mit Amos Pieper (23). Das Hinspiel in der Red Bull Arena war eine umkämpfte Partie, endete mit einem knappen 2:1-Heimsieg.
Leipzigs Alexander Sörloth (25, r.) im Zweikampf mit Amos Pieper (23). Das Hinspiel in der Red Bull Arena war eine umkämpfte Partie, endete mit einem knappen 2:1-Heimsieg.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Der Startschuss in den 26. Bundesligaspieltag wird auch das Wiedersehen zweier alter Bekannter werden. Kramer und Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann (33) verbindet eine gemeinsame Vergangenheit.

Der heutige Bielefeld-Trainer sprang vor ein paar Jahren als Interimslösung bei der TSG Hoffenheim ein und beförderte Nagelsmann kurzerhand zu seinem Assistenten.

Auf der Pressekonferenz am Mittwoch plauderte der RB-Coach direkt aus dem Nähkästchen und berichtete, was vor der damaligen Partie gegen den HSV alles schief lief:

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"Vor dem Spiel habe ich feinsäuberlich alle Hütchen aufgebaut. Beim letzten Hütchen kam dann einer und sagte mir, ich sei auf der falschen Seite des Platzes. Dann bin ich auch noch beim Interview mit Lotto King Carl durch die Kamera gelaufen und alle HSV-Fans haben mich ausgepfiffen."

Inzwischen wissen beide Trainer sicherlich ganz genau, auf welcher Seite sie stehen müssen. Bielefeld stemmt sich mit aller macht gegen den Abstieg, während die Leipziger vehement noch nach der ersten Bundesliga-Meisterschaft greifen.

Verlieren ist für beide Vereine aufgrund ihrer Ziele eigentlich keine Option: "Wenn wir das Spiel nicht gewinnen, gibt es gegen Bayern keinen großen Showdown. Dann wäre der Abstand sehr, sehr groß", weiß Nagelsmann.

RB Leipzigs Abwehrsorgen

RB Leipzigs Coach Julian Nagelsmann (33) weiß, dass ein Sieg in Bielefeld am Freitag Pflicht ist, um den Anschluss an Bayern München nicht zu verlieren.
RB Leipzigs Coach Julian Nagelsmann (33) weiß, dass ein Sieg in Bielefeld am Freitag Pflicht ist, um den Anschluss an Bayern München nicht zu verlieren.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Kramers Bielefelder setzten beim 2:1-Sieg in der vergangenen Woche in Leverkusen ein Ausrufezeichen.

Nagelsmann weiß, dass das Spiel sicherlich kein Selbstläufer wird: "Sie sind aggressiv in der Defensive und laufstark, haben zudem mit Leverkusen gegen ein Spitzenteam gewonnen. Das ist eine gute Warnung für uns."

Seinen ehemaligen Vorgesetzten lobte Nagelsmann zudem auf der Pressekonferenz in den höchsten Tönen: "Frank hat gute Ansätze mit dem Ball, will immer Lösungen kreieren. Er entwickelt Spieler ganzheitlich weiter, sucht immer den geraden Weg zum Tor."

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Der zweitschwächsten Offensive der Liga könnte am Freitag in die Karten spielen, dass die mit Wolfsburg beste Abwehr der Liga gewisse Sorgen in der Verteidigung hat.

Angelino (24) und Dayot Upamecano (22) fallen bei RB Leipzig komplett aus, Ibrahima Konate (21) mangelt es noch an Spielpraxis, während Willi Orban (28) weiterhin nach seiner Hand-OP mit einer Manschette auflaufen muss, was ihm zugegebenermaßen beim Spiel gegen Frankfurt allerdings auch nicht groß gestört zu haben scheint.

Dennoch: Trotz der klaren Tabellensituation ist Bielefeld in jedem Fall kein Gegner, den man unterschätzen sollte. Auch das Hinspiel in der Red Bull Arena endete denkbar knapp mit einem 2:1-Sieg der Leipziger. Die Bullen sind also mehr als gewarnt.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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