RB Leipzig auf Platz Zwei: "Versuchen, Rückstand kleiner werden zu lassen"

Leipzig - Mit vier Punkten Rückstand hat nur RB Leipzig die Bayern noch in Sichtweite. Warum der Mannschaft zuzutrauen ist, dass sie auch in der Rückrunde mit dem Rekordmeister Schritt hält.

Julian Nagelsmann (33) möchte den Rückstand auf den FC Bayern in der Rückrunde schrumpfen lassen. Aber ob das für den Titel reicht?
Julian Nagelsmann (33) möchte den Rückstand auf den FC Bayern in der Rückrunde schrumpfen lassen. Aber ob das für den Titel reicht?  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Julian Nagelsmann (33) legte konträr zu seinem Naturell erst einmal den Rückwärtsgang ein. "Wir haben nicht die Pflicht, deutscher Meister zu werden. Es hat mir keiner im Club die Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt, du musst dieses Jahr Meister werden, sondern wir probieren unser Bestes", sagte der Trainer von RB Leipzig nach dem 1:0 gegen den 1. FC Union Berlin.

Dabei ist seine Mannschaft zur Halbzeit der Fußball-Bundesliga der vorerst einzige ernsthafte Bayern-Jäger.

Vier Punkte fehlen nur zur Spitze und dem Rekordmeister aus München. Und seinen Jagdinstinkt hat Nagelsmann auch ohne Meisterpflicht noch lange nicht verloren.

"Wir versuchen, den Rückstand nach oben kleiner werden zu lassen", betonte der 33-Jährige. Gleichzeitig wolle man den Vorsprung nach unten ausbauen, um das Minimalziel Champions-League-Qualifikation zu erreichen.

"Wir müssen jetzt auf uns selbst schauen und die Spiele gewinnen. Auf die Hinrunde können wir schon einmal stolz sein", sagte Emil Forsberg (29), mit seinem Tor in der 70. Minute Matchwinner gegen Union.

Bei aller Zufriedenheit trauert Nagelsmann (33) vor dem Rückrundenauftakt in Mainz am Samstag den vergebenen Chancen hinterher, mit Bayern mindestens auf Augenhöhe zu sein.

"Wir könnten fünf Punkte mehr haben. Ich versuche ja immer, das realistisch zu sehen. Und die Spiele gegen Köln und Wolfsburg sind Punkte, die uns fehlen", sagte der Coach. Trotz zahlreicher Chancen hatte man in den Partien nur Unentschieden gespielt. Und beim 0:1 in Mönchengladbach wäre wohl ein Remis gerechter gewesen.

RB Leipzigs Hinrunde war beachtlich

Gegen Union Berlin war es am Ende die geschlossen konzentrierte Mannschaftsleistung, die zum 1:0-Erfolg für RB Leipzig führte.
Gegen Union Berlin war es am Ende die geschlossen konzentrierte Mannschaftsleistung, die zum 1:0-Erfolg für RB Leipzig führte.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Sei es drum, Leipzig hat noch 17 Möglichkeiten, Boden gutzumachen. Die Weichen werden bereits in der Anfangsphase der Rückrunde gestellt. Nach der Partie in Mainz kommt Leverkusen zum Top-Spiel, Ende Februar tritt Gladbach in Leipzig an. Einen Hausaufgabenzettel für die Mannschaft gibt es auch.

"Wir müssen unsere Leistung konstant abrufen. Wir haben oft gute Phasen, aber auch ab und an wieder Leerläufe. Daran müssen wir ansetzen", sagte Kapitän Marcel Sabitzer (26).

Grundsätzlich ist Leipzigs Hinrunde beachtlich gewesen. Im Champions-League-Turnier im Sommer war man nur wenige Tage kürzer als die Bayern dabei, setzte sich in der neuen Saison der Königsklasse in einer Gruppe mit Paris Saint-Germain und Manchester United durch.

Im Vergleich zum Vorjahr, wo man Herbstmeister wurde, hat RB nur zwei Punkte weniger auf dem Konto. Und das trotz des Verlustes der Torjäger Timo Werner (24) und Patrik Schick (24) sowie einer über weite Teile bisher verfehlten Einkaufspolitik in der Offensive.

Immerhin bot Alexander Sörloth (25) gegen Union seine bisher beste Leistung im RB-Trikot.

Nagelsmann hat es trotz der wenigen Trainingszeit geschafft, den Spielstil der Mannschaft weiterzuentwickeln. Das Problem ist gegen tief stehende Gegner nun nicht mehr das Herausspielen von Chancen, sondern eher deren Verwertung. Man hat zwar beachtliche 19 Tore weniger geschossen als in der Hinrunde 2019/20, dafür aber auch sechs Treffer weniger kassiert.

Die Mannschaft ist gereift, was jetzt noch fehlt, ist ein Titel. Da gibt es in dieser Saison noch drei Chancen - und im Pokal spielen die Bayern schon nicht mehr mit.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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