RB Leipzig im Dauerstress: Zehn Spiele in viereinhalb Wochen!

Leipzig - Der jüngste Block mit sieben Spielen in 22 Tagen war nur ein Vorgeschmack. Wenn es in der kommenden Woche bei RB Leipzig weitergeht, gibt es bis März keine Pause mehr. Allein bis Weihnachten müssen zehn Spiele absolviert werden.

Schwere Zeiten für die Spieler von RB Leipzig: Nach der Länderspielpause erwarten die Jungs zehn Spiele innerhalb von viereinhalb Wochen.
Schwere Zeiten für die Spieler von RB Leipzig: Nach der Länderspielpause erwarten die Jungs zehn Spiele innerhalb von viereinhalb Wochen.  © Martin Meissner/POOL AP/dpa

Am Leipziger Cottaweg erleben sie gerade so etwas wie die Ruhe vor dem Sturm. Das Trainingsgelände von RB Leipzig ist weitestgehend verwaist, die Profis schnaufen analog zur Fußball-Bundesliga kurz durch. 

Von Dienstag an wird einige Tage trainiert, ehe es ins verlängerte Wochenende geht. Kräfte sammeln für das, was da noch kommt, heißt die Devise.

Und das Programm wird heftig. "Nach der Länderspielpause spielen alle durch bis März. Man muss versuchen, mit den Kräften hauszuhalten", betont Trainer Julian Nagelsmann (33): "Vor dem nächsten Block ist mir ein bissel bange. Das wird ambitioniert."

Wenn es in der kommenden Woche zu Eintracht Frankfurt geht, beginnt eine Periode mit zehn Spielen in viereinhalb Wochen. 

Alle drei Tage müssen die Leipziger ran, bekommen es dabei mit Gegnern wie Paris Saint-Germain, Manchester United oder Bayern München zu tun. "Die nächsten Wochen werden intensiv", sagt Innenverteidiger Willi Orban.

Der 28-Jährige gehört zu den Spielern, die auch momentan keine Pause haben. Orban ist bei seiner Nationalmannschaft, wie neben ihm noch zwölf seiner Mitspieler. 

Schonung der müden Knochen ist kaum zu erwarten, zumal es für Spieler wie Orban und Torwart Peter Gulacsi mit Ungarn sogar noch um das Ticket für die EM 2021 geht.

Nagelsmann wird auch als Psychologe gefordert sein

Schon gegen Freiburg wirkten einige Spieler etwas müde, was den harten Wochen geschuldet ist. Die Zeit vor Weihnachten wird aber noch härter werden.
Schon gegen Freiburg wirkten einige Spieler etwas müde, was den harten Wochen geschuldet ist. Die Zeit vor Weihnachten wird aber noch härter werden.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Für Nagelsmann ändert sich damit mittelfristig die Job-Beschreibung. Er wird zum Redner. "Als Trainer macht man dann Besprechungen. Trainieren tust du nicht mehr", meint der 33-Jährige. Maximal ist das intensivere Training von Standardsituationen möglich, weil dort die körperliche Belastung für die Spieler nicht so hoch ist. 

Zuletzt hatte sich das gegen Freiburg schon bezahlt gemacht, als man das Spiel durch drei Standardtore für sich entschied.

Nagelsmann wird zudem als Psychologe gefordert sein. Denn zur Belastungssteuerung gehört eben die Rotation. "Wenn die Spieler das gut auffassen und verstehen, warum sie mal nicht spielen, dann wird es nicht so kompliziert", erklärt Nagelsmann. 

Er muss folglich die Eitelkeiten seiner ambitionierten Kicker in die richtigen Bahnen lenken, was bisher sehr gut gelang.

Stammspieler wie Dauerbrenner Angeliño, Emil Forsberg oder Dani Olmo müssen in den kommenden Wochen die Situation annehmen, auch mal nur 20 Minuten zu spielen. "Wenn sie dann reinkommen und Vollgas geben, hat man keinen Qualitätsverlust", meint Nagelsmann. Denn während sich seine Abwehr aufgrund von Verletzungen von selbst aufstellt, hat er in der Offensive die Qual der Wahl.

So kann die rastlose Zeit bis Ende März auch förderlich für ein Angriffs-Trio werden, das bisher nicht nachhaltig beeindruckt hat. Die Neuzugänge Hee-chan Hwang, Alexander Sörloth und Justin Kluivert sind nur Nebendarsteller. Ihre Chancen auf Einsätze dürften allein durch die zehn Spiele bis Weihnachten kurzfristig steigen. Sie sollten sie nutzen.

Titelfoto: Martin Meissner/POOL AP/dpa

Mehr zum Thema RB Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0