RB Leipzig gegen Bayern ohne Fans: "Das ist in den nächsten Wochen nicht denkbar!"

Leipzig - Das Leipziger Stadtoberhaupt hat Hoffnungen auf Zuschauer beim Spiel zwischen RB Leipzig und den Bayern im Keim erstickt. Dennoch könnte sich am Ende der Woche noch eine Chance ergeben. Diese ist allerdings klein.

Beim Aufeinandertreffen von RB Leipzig und Bayern München werden am 3. April keine Zuschauer zugelassen sein.
Beim Aufeinandertreffen von RB Leipzig und Bayern München werden am 3. April keine Zuschauer zugelassen sein.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (63) erteilte der Fan-Rückkehr eine klare Absage, RB Leipzig hofft jedoch auf eine politische Hintertür.

Das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga zwischen Leipzig und Bayern München wird am 3. April nicht wie spekuliert vor 999 Zuschauern stattfinden.

"Momentan ist es völlig illusorisch, in Sachsen und Leipzig vor Zuschauern zu spielen. Das ist in den nächsten Wochen nicht denkbar. Wir können uns vorstellen, dass wir im Mai oder Juni Fahrt aufnehmen", sagte Jung.

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Die aktuelle Corona-Schutzverordnung Sachsens lässt zwar Pilotprojekte zu, diese sind jedoch an eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern gekoppelt.

Leipzig werde diesen Wert laut Jung am Ende der Woche erreichen. Ebenfalls am Ende der Woche wird es jedoch eine neue Verordnung geben, auf die wiederum RB und der Handball-Bundesligist SC DHfK Leipzig hoffen. Dort könnten Pilotprojekte ganz gestrichen oder von der Inzidenz entkoppelt werden.

"Wir haben die Hoffnung", sagte RB-Direktor Ulrich Wolter. "Wir müssen Dinge unabhängig von der aktuellen Situation ausprobieren. Wir brauchen jetzt Lösungen, bis alle geimpft sind." Deshalb bereite man sich auf eine Umsetzung vor. Je früher, desto besser.

Die Chancen auf ein Gipfeltreffen mit Fans dürften allerdings gering sein. Die beiden Leipziger Clubs haben ihre Pilotprojekte bereits in der vergangenen Woche beantragt, noch immer steht eine Antwort aus. Zudem will Jung keine Insellösung in Leipzig und auch Menschen mit Wohnsitz außerhalb der Stadt zu Veranstaltungen zulassen. Beim am Samstag abgehaltenen Zuschauer-Test bei Drittligist Hansa Rostock waren nur Dauerkarteninhaber aus der Hansestadt zugelassen.

Man will auf Tag X vorbereitet sein

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (63) erteilte der Fan-Rückkehr eine klare Absage.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (63) erteilte der Fan-Rückkehr eine klare Absage.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Trotz geringer Chancen und der ausstehenden Genehmigung will man in Leipzig laut Jung "für den Tag X vorbereitet" sein. Deshalb gab es bereits am Sonntag beim Handballspiel zwischen dem SC DHfK und den Rhein-Neckar Löwen eine kleine Erprobungsphase mit Schnelltests.

"Die Herausforderung wird künftig sein, tausende Menschen in kurzer Zeit zu testen", sagte der Infektiologe Stefan Moritz vom Uniklinikum Halle. Dafür wolle und müsse man jetzt Erfahrungen sammeln.

Im Zuge dessen sprach sich Jung dafür aus, künftig nicht nur auf den Inzidenzwert zu achten. "Das reicht nicht mehr aus, um die tatsächliche Situation zu beschreiben", betonte der SPD-Politiker.

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Stattdessen müssten Impfquote und Sterberate in die Überlegungen einbezogen werden. "Mit dieser neuen Orientierung und einer klugen Teststrategie sollte es möglich sein, Planungen für Veranstaltungen mit Zuschauern aufzunehmen", sagte Jung.

Doch sowohl Stadt als auch Vereine sind allein machtlos. Man ist auf die Entscheidungen der Ministerpräsidentenkonferenz und in der Folge auf jene der Landesregierung in Dresden angewiesen. Dort fuhr Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zuletzt eine konsequente Linie, schloss aufgrund hoher Infektionszahlen in einigen Gebieten bereits wieder die Schulen.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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