RB Leipzig gegen Dortmund: Wird Haaland wieder zum Schreckgespenst?

Leipzig - RB Leipzig gewinnt viele Punkte in der Abwehr. Nur in großen Spielen wackelte das RB-Prunkstück in dieser Saison. Und nun kommt Borussia Dortmund mit Torjäger Erling Haaland (20). Derweil gibt Trainer Julian Nagelsmann (33) ein umfangreiches Update aus dem prall gefüllten Lazarett.

Erling Haaland (20) erzielte beide Treffer bei der 0:2-Niederlage der Leipziger in der letzten Partie gegen Borussia Dortmund.
Erling Haaland (20) erzielte beide Treffer bei der 0:2-Niederlage der Leipziger in der letzten Partie gegen Borussia Dortmund.  © Jens Meyer/AP-Pool/dpa

Der eigene Rekord wackelt. Wenn RB Leipzig am Samstag (18.30 Uhr/Sky) im Spitzenspiel auf Borussia Dortmund trifft, könnten die Sachsen zum fünften Mal nacheinander in der Fußball-Bundesliga zu Null spielen. Das wäre so gut wie bei der aktuellen Klub-Bestmarke im Herbst 2018.

Die mögliche Einstellung des Rekords zeigt die Entwicklung unter Trainer Julian Nagelsmann (33), hatte RB doch zum selben Zeitpunkt der Vorsaison bereits 16 Gegentreffer hinnehmen müssen.

"Es ist mittlerweile eine große Qualität von uns, die Null zu halten, und dazu trägt jeder seinen Teil bei. Die Stürmer laufen unermüdlich an, können ebenso wie unsere Achter und Sechser abwägen, wann sich das Attackieren lohnt und wann nicht", sagte Nationalspieler Lukas Klostermann (24) dem "Kicker".

"In der Kette funktioniert die Abstimmung immer besser, auch wenn mal der eine oder andere Spieler verletzt fehlt." RB Leipzig ist europäische Spitzenklasse, was die Abwehrarbeit betrifft. Neun Gegentore in 14 Spielen - nur Atletico Madrid steht im Vergleich der Top-Ligen mit lediglich sechs Gegentoren hinten noch besser.

In Leipzig scheint Torhüter Peter Gulacsi (30) kein Ende in seiner Weiterentwicklung zu kennen. Der 30 Jahre alte ungarische Nationalkeeper ist zu einem internationalen Spitzenmann gereift, der RB mit seinen Reflexen mittlerweile nicht nur zahlreiche Punkte, sondern auch Millionen Euro rettet.

Unvergessen bleibt seine Tat im letzten Champions-League-Gruppenspiel gegen Manchester United, als er kurz vor Schluss geistesgegenwärtig ein Eigentor und damit das 3:3 durch Nordi Mukiele (23) verhinderte. Der Ausgleich hätte das Ausscheiden aus der Königsklasse bedeutet.

"Wenn er sich groß macht, wird das Tor ziemlich klein. Er macht das im Eins gegen Eins überragend, wird immer besser, gehört für mich zu den Besten in Europa", sagte Mittelfeldmotor Kevin Kampl (30) in einem Gespräch der "Leipziger Volkszeitung" über Gulacsi.

RB Leipzig tut sich schwer gegen Spitzenmannschaften

Damit die Revanche am Samstag glückt, muss besonders die viel gelobte RB-Defensive möglichst fehlerlos bleiben.
Damit die Revanche am Samstag glückt, muss besonders die viel gelobte RB-Defensive möglichst fehlerlos bleiben.  © Jens Meyer/AP-Pool/dpa

Vor dem Keeper steht ein Abwehrbollwerk, angeführt von Dayot Upamecano (22). Der Franzose verkörpert mittlerweile fast alles, was einen internationalen Klassemann ausmacht: laufstark, zweikampfstark, kopfballstark. "Auf dem Platz ist er ein Biest. Gegen ihn will niemand spielen", sagt Emil Forsberg (29) über den Abwehrchef.

Was Upamecano noch abstellen muss, sind seine gelegentlichen Aussetzer, die zuletzt in Stuttgart fast zum Ausgleich geführt hätten.

Dabei musste Coach Nagelsmann in dieser Saison oftmals umstellen, weil seine Defensivspieler teilweise lange ausfielen. Klostermann kehrte nach elf Wochen erst gegen Stuttgart zurück, aktuell fehlen Benjamin Henrichs und Ibrahima Konaté.

"Wir fangen das in dieser Saison richtig gut auf", sagte Klostermann. Neben Upamecano zeigt aktuell Willi Orban, wie wichtig er für die Mannschaft ist.

Dortmund wird nun zum Härtetest. Zumal Leipzig gegen Spitzenmannschaften in dieser Spielzeit immer wieder defensive Aussetzer hatte. In zwei Spielen gegen Manchester United kassierte man sieben Gegentore, beim türkischen Meister Istanbul Basaksehir und bei Bayern München jeweils drei.

Und nun kommt Erling Haaland. Der einst von RB umworbene Wunderstürmer traf beim 2:0-Sieg der Dortmunder am 33. Spieltag der vergangenen Saison doppelt in Leipzig. In bislang acht Aufeinandertreffen mit den Westfalen gab es 14 Gegentore. Das Leipziger Prunkstück steht vor einer großen Bewährungsprobe.

UPDATE, 14.20 Uhr: Großes Verletzungs-Update vor BVB-Topspiel

Julian Nagelsmann hat in der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag ein umfangreiches Update aus dem Lazarett gegeben.

Wie berichtet, steigt Neuzugang Dominik Szoboszlai (20) wegen Adduktorenproblemen erst im Februar ins Mannschaftstraining ein.

Nordi Mukiele (23) habe am Mittwoch erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert, sei zwar kein Startelf-, aber wohl ein Kaderkandidat für Samstag.

Nahezu ausgeschlossen scheint ein Einsatz von Kevin Kampl (30) gegen seinen Ex-Verein, er klagt weiter über Schmerzen im linken Bein sowie Sprung- und Kniegelenk.

Christopher Nkunku (24) konnte wieder mit trainieren, erlitt aber bei zwei Umknick-Aktionen ein erneutes Trauma im angeschlagenen Sprunggelenk, musste die Einheit abbrechen. Auch hinter einem Einsatz im Spiel nächste Woche Samstag beim VfL Wolfsburg steht noch ein Fragezeichen.

Justin Kluivert (21) macht Fortschritte, wird aber erst nach dem BVB-Duell wieder einsteigen. Bei Ibrahima Konaté (22) geht es langsam bergauf, er leidet aber noch unter Schmerzen und wird erst in etwa zwei Wochen wieder voll trainieren können.

Benjamin Henrichs' (24) Rückkehr ist für Februar datiert, Konrad Laimers (23) vorsichtig auf das erste Halbjahr 2021.

Titelfoto: Jens Meyer/AP-Pool/dpa

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