Debüt-Doppelpacker Sörloth hält RB Leipzig im Meisterrennen

Bremen - Fünfter Bundesliga-Auswärtssieg in Folge! RB Leipzig hat sich eindrucksvoll von der bitteren Topspiel-Pleite gegen die Bayern erholt und beim SV Werder Bremen am Samstagnachmittag klar mit 4:1 (3:0) gewonnen. Individuelle Überlegenheit und Abwehr-Aussetzer machten den deutlichen Unterschied.

RB Leipzigs Marcel Halstenberg (l.) im Zweikampf gegen Werder Bremens Startelfdebütant Eren Dinkci.
RB Leipzigs Marcel Halstenberg (l.) im Zweikampf gegen Werder Bremens Startelfdebütant Eren Dinkci.  © Picture Point/Roger Petzsche

Die Tore im wohninvest Weserstadion erzielten Dani Olmo (23. Minute) und Alexander Sörloth (32./41.) zur 3:0-Halbzeitführung für RB. Milot Rashica verkürzte auf 1:3 (61./Handelfmeter), Marcel Sabitzer schraubte wieder auf 4:1 (63.).

Werder-Coach Florian Kohfeldt wechselte nach dem 1:0 im DFB-Pokal bei Jahn Regensburg fünffach:

Ömer Toprak, Felix Agu, Manuel Mbom, Debütant Eren Dinkci und Ex-Bulle Davie Selke rotierten in die Startelf für Ludwig Augustinsson (Leistenprobleme), Maximilian Eggestein (5. Gelbe), Kevin Möhwald, Yuya Osako und Milot Rashica (alle Bank).

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Auch Julian Nagelsmann brachte im Vergleich zum 0:1 gegen den FC Bayern München fünf neue Bullen:

Ibrahima Konaté, Marcel Halstenberg, Kevin Kampl, Justin Kluivert und Alexander Sörloth ersetzten Nordi Mukiele, Dayot Upamecano (je 5. Gelbe), Lukas Klostermann, Amadou Haidara und Emil Forsberg (alle Bank).

Vom Anpfiff weg waren die Sachsen erwartungsgemäß die spielerisch überlegene Mannschaft gegenüber den noch immer nicht vorm Abstieg geretteten Norddeutschen.

In Sachen Torraumszenen nahmen sich die beiden Teams hingegen nichts, es gab schlichtweg kaum welche. Kluivert schnupperte als Erster an einem Treffer, sein Linksschuss landete in der 13. Minute aber nur am Außennetz.

Startelf des SV Werder Bremen im Heimspiel gegen RB Leipzig

So begann RB Leipzig im Auswärtsspiel bei Werder Bremen

Alexander Sörloth für RB Leipzig per Kopf und Fuß zweimal zur Stelle

Die beiden Torschützen zur deutlichen 3:0-Halbzeitführung für RB Leipzig: Doppelpacker Alexander Sörloth (l.) und Dani Olmo.
Die beiden Torschützen zur deutlichen 3:0-Halbzeitführung für RB Leipzig: Doppelpacker Alexander Sörloth (l.) und Dani Olmo.  © Carmen Jaspersen/dpa

Vor allem zwischen den Strafräumen spielte die Musik, wodurch Bremens Startelf-Debütant Dinkci nichts anderes übrig blieb, als es auch mal aus der zweiten Reihe zu probieren. Doch sein Versuch von der halbrechten Strafraumgrenze landete über dem Kasten von Peter Gulacsi (21.).

Fortan hatte RB den SVW mehr und mehr im Griff, verschaffte sich durch viel Bewegung hier und da Räume - und nutzte diese auch!

Eine wunderschöne Kombination Mitte der ersten Hälfte brachte den Tabellenzweiten in Führung: Kampl, Sabitzer und Olmo konnten die Abwehrreihe überwinden und der Spanier letztlich gefühlvoll das Leder in die Maschen schieben - 1:0 RB (23.).

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Wenn überhaupt durch Standardsituationen griffen die Grün-Weißen mal ins Spielgeschehen ein, waren aber auch dabei nicht zielstrebig genug.

So kam die zweite Bude fast schon mit Ansage. Sabitzer leitete einen Angriff auf dem rechten Flügel ein, passte zu Tyler Adams, wurde von ihm im Sprint wieder angespielt, flankte an den langen Pfosten, wo Theodor Gebre Selassie zu weit weg von Sörloth stand. Der Norweger hielt den Kopf hin - 2:0 (32.).

Bremen konnte sich aus der Abwärtsspirale nicht befreien und kassierte auch noch das dritte Gegentor: Erst traf Halstenberg aus Abseitsposition (38.), dann zählte aber Sörloths zweites Ding, der nach scharfer Hereingabe von Orban parat stand - 3:0 (41.), sein erster Doppelpack für RB.

Bremens Milot Rashica sorgt vom Punkt für neue Hoffnung, Marcel Sabitzer zerstört diese direkt

Der eingewechselte Milot Rashica verkürzte für Werder Bremen per Handelfmeter zum zwischenzeitlichen 1:3.
Der eingewechselte Milot Rashica verkürzte für Werder Bremen per Handelfmeter zum zwischenzeitlichen 1:3.  © Carmen Jaspersen/dpa

Drei Bremer Wechsel zur zweiten Hälfte sorgten zunächst für neuen Aufschwung bei den Hausherren, die sich sogar auszahlen sollten.

Nach einer Viertelstunde klärte Sabitzer eine Werder-Flanke im eigenen Strafraum vor Selke, Kampl nahm den Ball mit dem Arm mit - Elfmeter! Joker Rashica verlud Gulacsi - nur noch 1:3 (61.).

Doch keine zwei Minuten später war die zaghafte Aufholjagd schon wieder Geschichte. Christopher Nkunku konnte im Sechzehner unbedrängt zu Benjamin Henrichs passen, der mit seiner flachen Hereingabe Sabitzer im Zentrum fand, Jiri Pavlenka war wieder geschlagen - 4:1 (63.).

Weil Leipzig nichts mehr zuließ, durften sich auch Bankdrücker wie Lazar Samardzic und Hee-chan Hwang über ein paar Bundesliga-Minuten freuen. Passieren sollte nichts mehr.

Während der Tabellenzweite den Rückstand auf den Rekordmeister (1:1 gegen Union Berlin) verkürzen und den Vorsprung auf den VfL Wolfsburg (3:4 bei Eintracht Frankfurt) ausbauen konnte, muss die Kohfeldt-Truppe weiter um den Klassenverbleib bangen.

Weiter geht's für die Leipziger am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) mit dem Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Bremen muss erst nächste Woche Sonntag (15.30 Uhr/Sky) bei Borussia Dortmund ran.

Marcel Sabitzer (2.v.l.) schob nach Bremens Anschlusstreffer zum 4:1 ein.
Marcel Sabitzer (2.v.l.) schob nach Bremens Anschlusstreffer zum 4:1 ein.  © Picture Point/Roger Petzsche

Titelfoto: Carmen Jaspersen/dpa

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