Poulsen, Hwang, Halbfinale! RB Leipzig wirft Wolfsburg aus Pokal und wahrt Titelchance

Leipzig - Nur noch zwei Siege bis zum ersten Titel! RB Leipzig ist am Mittwochabend im Topspiel des DFB-Pokal-Viertelfinals gegen den VfL Wolfsburg durch einen hart erkämpften 2:0 (0:0)-Erfolg zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte ins Halbfinale eingezogen. Im bereits fünften Pokal-Duell gegen die Wölfe war es der vierte Sieg.

Die Szene, die zum Elfmeter für den VfL Wolfsburg führte: Kevin Mbabu (r.) mit dem Volleyschuss, RB Leipzigs Christopher Nkunku hält mit offener Sohle dagegen. Nach Bildschirm-Überprüfung gab's Strafstoß.
Die Szene, die zum Elfmeter für den VfL Wolfsburg führte: Kevin Mbabu (r.) mit dem Volleyschuss, RB Leipzigs Christopher Nkunku hält mit offener Sohle dagegen. Nach Bildschirm-Überprüfung gab's Strafstoß.  © picture point/Sven Sonntag

In der leeren Red Bull Arena erzielte Yussuf Poulsen das 1:0 (63. Minute), Hee-chan Hwang traf zum 2:0 (88.). Zuvor hatte Wolfsburgs Wout Weghorst einen Foulelfmeter verschossen (26.).

Nach der sehenswerten 3:2-Aufholjagd gegen Borussia Mönchengladbach brachte RB-Trainer Julian Nagelsmann Lukas Klostermann und Kevin Kampl anstelle von Marcel Halstenberg (Kniebeschwerden) und Marcel Sabitzer (muskuläre Probleme), die es beide nicht in den Kader schafften.

Wolfsburgs Übungsleiter Oliver Glasner wechselte im Vergleich zum 2:0 gegen Hertha BSC sogar nur einmal: Für Marin Pongracic (Bank) startete John Anthony Brooks.

Acht lange Spiele hatten die Wölfe vor dem Anpfiff keinen Gegentreffer mehr kassiert. Damit das auch in Leipzig so bleibt, gingen die Gäste teilweise ordentlich robust in die Zweikämpfe.

Nach nicht einmal fünf gespielten Minuten verhinderte Paulo Otavio einen Gegenstoß der Hausherren, indem er Nordi Mukiele auf dem rechten Flügel legte - und prompt von Schiedsrichter Marco Fritz mit Gelb verwarnt wurde (5.).

Startaufstellung von RB Leipzig gegen den VfL Wolfsburg im DFB-Pokal

Der VfL Wolfsburg ging bei RB Leipzig mit dieser Mannschaft ins Match

Christopher Nkunku und Justin Kluivert verpassen für RB Leipzig, Wout Weghorst vergibt Elfmeter

Beste Chance für RB Leipzig in Halbzeit eins: Christopher Nkunku (hinten) köpfte freistehend aufs Tor, Torhüter Koen Casteels wehrte Weltklasse ab.
Beste Chance für RB Leipzig in Halbzeit eins: Christopher Nkunku (hinten) köpfte freistehend aufs Tor, Torhüter Koen Casteels wehrte Weltklasse ab.  © picture point/Sven Sonntag

Nach einem Abtasten auf beiden Seiten entwickelten die Sachsen mit fortlaufender Spieldauer eine leichte Überlegenheit und hatten innerhalb weniger Minuten zwei richtig gute Chancen, in Führung zu gehen.

Justin Kluiverts Hereingabe von rechts wurde zunächst schwach von Maxence Lacroix geklärt. Bei der zweiten Welle flankte Dani Olmo auf den völlig blanken Christopher Nkunku am langen Pfosten, der mit seinem Kopfball aber am herausragend parierenden Koen Casteels scheiterte (12.).

Sechs Minuten später kam Kluivert selbst zur Möglichkeit, traf das Spielgerät mit dem Kopf aber schlecht, wodurch Casteels keine Probleme hatte (18.).

Mitte der ersten Halbzeit gab es Strafstoß! Nach einer Wolfsburger Ecke köpfte Poulsen den Ball raus, Xaver Schlager brachte den zweiten als Flanke auf Kevin Mbabu, der von halblinks abzog, von Nkunkus offener Sohle aber getroffen wurde.

Nach einer Bildschirm-Überprüfung zeigte Fritz auf den Punkt. Weghorst legte sich die Kugel zurecht, lief an - und rutschte weg, wodurch der Ball über die Latte flog. Riesendusel für RB (26.)! Auch gegen den FC Schalke 04 vergab der Niederländer einen Elfer, traf dann aber im Nachschuss zum 1:0-Endstand.

Kurz vor dem Seitenwechsel wurde Renato Steffen nochmal gut von Lacroix in Szene gesetzt, der Schweizer probierte es mit dem Außenrist, Peter Gulacsi konnte aber abwehren (45.).

In der 26. Minute trat Wout Weghorst (verdeckt) zum Elfmeter an und rutschte beim Schuss mit dem Standbein weg ...
In der 26. Minute trat Wout Weghorst (verdeckt) zum Elfmeter an und rutschte beim Schuss mit dem Standbein weg ...  © picture point/Sven Sonntag
... wodurch er keinen ordentlichen Abschluss zustande brachte und die Kugel in den Leipziger Abendhimmel jagte.
... wodurch er keinen ordentlichen Abschluss zustande brachte und die Kugel in den Leipziger Abendhimmel jagte.  © picture point/Sven Sonntag

RB Leipzigs Joker Alexander Sörloth direkt mit der Torvorlage - Hee-chan Hwang macht alles klar

Vorlagengeber zum 1:0 war der wochenlang glücklose Alexander Sörloth (l.), der nur zwei Minuten zuvor eingewechselt worden war. Yussuf Poulsen (r.) versenkte.
Vorlagengeber zum 1:0 war der wochenlang glücklose Alexander Sörloth (l.), der nur zwei Minuten zuvor eingewechselt worden war. Yussuf Poulsen (r.) versenkte.  © picture point/Sven Sonntag

In der Bundesliga trennen den Zweiten Leipzig und den Dritten Wolfsburg aktuell fünf Punkte. Auf dem Platz war es im ersten Durchgang nahezu nichts.

Die Roten Bullen kamen im Anschluss gut aus der Kabine, übernahmen in den ersten Minuten die Kontrolle und hatten innerhalb einer Minute wieder zwei nennenswerte Chancen.

Nach toller Nkunku-Hackenvorlage brachte Poulsen nur einen unplatzierten Flachschuss zustande, den Casteels ohne große Mühe parierte (52.). Anschließend verzog Nkunku selbst aus zwölf Metern, Mbabu konnte gerade noch zur Ecke abwehren (53.).

Zehn Minuten danach machte ein Leipziger Einwechselspieler den Unterschied: Alexander Sörloth setzte sich auf dem rechten Flügel durch, passte auf Verdacht ins Zentrum, wo sich Poulsen die Murmel schnappte, in die Box stach und zum 1:0 versenkte (63.)!

Die Begegnung stand auf Messers Schneide.

Zumindest bis ein weiterer Joker für die Entscheidung sorgte: Sörloth ging in den Zweikampf gegen Brooks, passte vor den Kasten zu Emil Forsberg, der Casteels nicht überwinden konnte. Der Abpraller landete beim eingewechselten Hee-chan Hwang, der den Ball über die Linie drückte - 2:0 (88.), Halbfinale!

Hee-chan Hwang (l.) machte mit seinem Abstauber zum 2:0 in der 88. Minute den Sack zu.
Hee-chan Hwang (l.) machte mit seinem Abstauber zum 2:0 in der 88. Minute den Sack zu.  © picture point/Sven Sonntag

Und so geht's in der Bundesliga weiter: RB Leipzig ist am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Angstgegner SC Freiburg gefordert. Zeitgleich gastiert Wolfsburg bei der TSG 1899 Hoffenheim.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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