Erst fahrlässig, dann souverän: RB Leipzig dreht wichtiges Champions-League-Match gegen Paris

Leipzig - International ganz wichtige Big Points für RB Leipzig! Gegen das ersatzgeschwächte Star-Ensemble vom FC Paris Saint-Germain gewannen am Ende glückliche Sachsen am Mittwochabend das dritte Champions-League-Gruppenspiel 2:1 (1:1) und zogen mit Gruppe-H-Spitzenreiter Manchester United gleich. 

Dayot Upamecano (r., hier gegen Moise Kean) hatte in der Anfangsphase arge Probleme, fing sich aber wieder.
Dayot Upamecano (r., hier gegen Moise Kean) hatte in der Anfangsphase arge Probleme, fing sich aber wieder.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Vor leerer Kulisse in der Red Bull Arena traf Angel di Maria schon in der 6. Minute zur Pariser 1:0-Führung. Christopher Nkunku gelang später der Ausgleich (1:1/42.) und Emil Forsberg der 2:1-Siegtreffer (57./HE). 

Torwart Péter Gulácsi hielt zudem einen Handelfmeter von Angel Di Maria (16.) für seine Leipziger, die am Ende in doppelter Überzahl nach Platzverweisen gegen Idrissa Gueye (69.) und Presnel Kimpembe (90.+5) spielten. 

In der Startelf tat sich so einiges bei den Roten Bullen: Ibrahima Konaté, Nordi Mukiele, Amadou Haidara, Emil Forsberg und Christopher Nkunku kamen neu rein für Benjamin Henrichs, Kevin Kampl, Lazar Samardzic, Alexander Sörloth und Yussuf Poulsen (alle Bank), die beim 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach begonnen hatten. RB ging also (wieder einmal) ohne gelernten Stürmer ins Match.

Die Gäste aus der französischen Hauptstadt waren mit einigen Weltklasse-Offensivspielern weniger nach Sachsen gereist. Nach den Ausfällen von Neymar und Mauro Icardi gesellte sich auch noch Weltmeister Kylian Mbappé dazu. Zudem fehlten Julian Draxler, Marco Verratti und Juan Bernat verletzt. 

PSG-Trainer Thomas Tuchel wechselte auch deswegen nach dem 3:0 in der Liga beim FC Nantes auf ebenfalls fünf Positionen: Layvin Kurzawa, Kimpembe, Alessandro Florenzi, Marquinhos und Di Maria starteten für Mitchel Bakker, Abdou Diallo, Colin Dagba, Rafinha (alle Bank) und Mbappé. 

So begann RB Leipzig gegen den FC Paris Saint-Germain

Die Startaufstellung vom FC Paris Saint-Germain gegen RB Leipzig

Angel Di Maria bringt Paris Saint-Germain nach Fehlpass von RB-Verteidiger Dayot Upamecano in Front

Das schnelle 0:1 in der 6. Minute: Angel di Maria (r.) überwindet Péter Gulácsi (3.v.l.) zur Pariser Führung.
Das schnelle 0:1 in der 6. Minute: Angel di Maria (r.) überwindet Péter Gulácsi (3.v.l.) zur Pariser Führung.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Dass mehrere Pariser Spieler am Vorabend im Hotel-Fahrstuhl steckengeblieben waren (TAG24 berichtete), merkte man dem französischen Serienmeister nicht an. Denn es ging volle Pulle los! 

Man sah von Beginn weg, was Julian Nagelsmanns Matchplan in der Neuauflage des vergangenen Halbfinals war. Ohne Stürmer, aber dafür mit den drei Angreifern Dani Olmo, Forsberg und Nkunku wurde vorn gut gewirbelt. 

Doch das alles nützt nichts, wenn man hinten nachlässig ist: Leichtsinnig wollte Dayot Upamecano einen Rückpass zu Péter Gulácsi spielen, doch Ersatzstürmer Moise Kean blockte den Ball ab, legte reaktionsschnell auf Di Maria, der mit dem Außenrist flach ins lange Eck traf und RB eiskalt bestrafte - 0:1 (6.). 

Die Roten Bullen waren nicht geschockt, preschten gleich wieder nach vorn und standen ganz kurz vorm blitzschnellen Ausgleich. 

Upamecano gab von der rechten Seite eine flache Hereingabe ins Zentrum, die der ungedeckte Haidara direkt abschloss, aber an Keylor Navas' linker Hand scheiterte. Angelinos Nachschuss wurde dann geblockt - zwei dicke Dinger für RB (8.)! 

Dann wäre es beinahe noch viel, viel schlimmer für Leipzig gekommen. Der auffällige Kean wurde hoch am Strafraum angespielt, pflückte ihn sich wunderbar aus der Luft runter, drehte sich um Upamecano, der aber beim Abschluss seinen Arm ausfuhr, an den das Leder klatschte - Elfer! Di Maria trat an, doch Gulácsi parierte diesen stark (16.). 

Christopher Nkunku bringt die Hoffnung für RB Leipzig zurück

Christopher Nkunku erzielte in der 42. Minute den 1:1-Ausgleich für RB Leipzig.
Christopher Nkunku erzielte in der 42. Minute den 1:1-Ausgleich für RB Leipzig.  © Picture Point/Roger Petzsche

Nicht nur Upamecano, auch Mukiele war bei einem unprofessionellen Chip am eigenen Strafraum nicht bei der Sache. Glück für ihn und RB, dass Pablo Sarabia vor seinem Treffer im Abseits war und es nicht 0:2 stand (39.).

So sollte der Bundesligist noch eine richtig gute Möglichkeit zum Ausgleich haben - und nutzte diese! 

Diesmal gab's den Angriff über links, Forsberg legte auf Angelino, der Spanier in die Box auf Nkunku, der den Ball stoppte, durch Marquinhos Beine schoss und ins linke Eck traf - 1:1 (42.). 

Ohne Wechsel, dafür aber mit deutlich mehr Selbstvertrauen ging's in die zweiten 45 Minuten. Erst gab es auf beiden Seiten je eine Chance zur Führung: Aber sowohl Forsberg (53.) als auch Kean (54.) zielten bei ihren Schüssen zu hoch.

PSG verlor durch Leipzigs aufkeimende Souveränität mehr und mehr die Kontrolle und musste sogar noch ein zweites Gegentor hinnehmen.

Emil Forsberg schießt RB Leipzig gegen Paris Saint-Germain zum wichtigen Sieg

Emil Forsberg (2.v.r.) traf vom Punkt nach Handspiel von Presnel Kimpembe zum 2:1 für RB.
Emil Forsberg (2.v.r.) traf vom Punkt nach Handspiel von Presnel Kimpembe zum 2:1 für RB.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Nach Angelino-Flanke vom linken Flügel kam zwar Forsberg im Sechzehner nicht ran, dafür aber Kimpembe - allerdings mit dem Arm, wieder Elfer! 

Forsberg trat an, Navas war in der richtigen, seiner rechten Ecke. Doch der Schuss des Schweden war zu scharf - 2:1 für RB (57.).

Das Pendel schlug anschließend mehr und mehr in Richtung Leipzig aus. Vor allem, als Schiedsrichter Szymon Marciniak (Polen) den Pariser Idrissa Gueye mit Gelb-Rot zum Duschen schickte (69.). 

Die RB-Abwehr hielt den wenigen und kaum noch gefährlichen Angriffen in Überzahl stand und betonierte den immens wichtigen Dreier - auch in der fünfminütigen Überzahl. In der flog sogar noch Kimpembe nach Foul an Yussuf Poulsen runter (90.+5).

Weil Manchester United im frühen Abendspiel völlig überraschend mit 1:2 bei Istanbul Basaksehir verlor, konnten die Bullen punktemäßig mit dem Spitzenreiter der Gruppe gleichziehen. 

Für RB Leipzig geht es am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) mit einem Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg weiter. Erst um 21 Uhr gastiert Stade Rennes zum Topspiel bei PSG. 

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche

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