Herbe 0:5-Klatsche für RB Leipzig in Champions League bei Manchester United

Manchester - Bittere erste Saisonniederlage! RB Leipzig kehrt vom ersten Auswärtsspiel der Champions League bei Manchester United ohne Punkte zurück, verlor am Mittwochabend deutlich mit 0:5 (0:1) und gab die Tabellenführung der Gruppe H an den englischen Rekordmeister ab. 

Das Trainerduell auf der Bank: Manchesters Ole Gunnar Solskjaer (l.) und Julian Nagelsmann.
Das Trainerduell auf der Bank: Manchesters Ole Gunnar Solskjaer (l.) und Julian Nagelsmann.  © Dave Thompson/AP/dpa

Im traditionsreichen aber leider leeren Old Trafford erzielte Mason Greenwood in der 21. Minute das 1:0 für United. Marcus Rashford legte in der zweiten Halbzeit mit einem Dreierpack (74./78./90.+2) zum 2:0, 3:0 und 5:0 nach, Anthony Martial traf zwischenzeitlich zum 4:0 (87.).

Tabellenführer in der Bundesliga UND der Champions-League Gruppe H: Für die Roten Bullen hätte der Saisonstart kaum besser laufen können. 

Im Duell der beiden Gewinner des ersten Königsklassen-Spieltags war die Gemütslage von Leipzigs Julian Nagelsmann "schon so, dass wir mit insgesamt sechs Punkten starten wollen." 

ManUs Ole Gunnar Solskjaer hingegen wollte und musste mit dem zweiten Dreier auf europäischer Ebene von der peinlich Premier-League-Ausbeute (Platz 15 nach fünf Spielen) ablenken.

Nagelsmann wechselte nach dem 2:1-Heimsieg gegen Hertha BSC auf vier Positionen: Ibrahima Konaté, Marcel Halstenberg, Dani Olmo und Yussuf Poulsen starteten für Nordi Mukiele (Muskelfaserriss), Willi Orban, Justin Kluivert und Alexander Sörloth (alle Bank). 

Solskjaer rotierte sogar noch einmal mehr: Nemanja Matic, Paul Pogba, Donny van de Beek, Mason Greenwood und Anthony Martial kamen neu rein für Scott McTominay, Mata, Bruno Fernandes, Daniel James und Marcus Rashford (alle Bank).

Die Mannschaftsaufstellung von Manchester United gegen RB Leipzig

RB Leipzigs Startelf gegen Manchester United

Videoschiri prüft Manchester Uniteds Treffer lang und gibt ihn (überraschend)

21. Minute: Mason Greenwood (hinten) zieht aus spitzem Winkel von halblinks ab, überwindet Péter Gulácsi und trifft zum 1:0 für Manchester United.
21. Minute: Mason Greenwood (hinten) zieht aus spitzem Winkel von halblinks ab, überwindet Péter Gulácsi und trifft zum 1:0 für Manchester United.  © Nick Potts/PA Wire/dpa

Eines der sicherlich aufregendsten Auswärtsspiele für die Sachsen war das zugleich 18. in der Königsklasse bei den Red Devils, für die es das schon 267. war.

Die Engländer überließen RB über weite Strecken der ersten Halbzeit die Spielkontrolle, störten aber frühzeitig und hielten die Gäste oft genug vom eigenen Kasten fern. 

In der 10. Minute gab's den ersten Hochkaräter für United, doch Greenwood war für Martials Zuspiel von rechts etwas zu schnell, bekam den Ball aus wenigen Metern in den Rücken - Glück für die Leipziger. 

Die Folgeaktion gehörte dann den Sachsen: Benjamin Henrichs mit der Hacken-Vorlage, Emil Forsberg flankte an den langen Pfosten zu Christopher Nkunku, doch Aaron Wan-Bissaka rettete vor dem einschussbereiten Franzosen (11.).

Und dann knallte es! Ballverlust Nkunku in der eigenen Hälfte, Pogba spielte flach an Dayot Upamecano vorbei in die Box auf Greenwood, der aus relativ spitzem Winkel von halblinks abzog und an Péter Gulácsi vorbei ins lange Eck traf. Die Bude wurde danach lange von den Videoschiris geprüft - und anhand der TV-Bilder etwas überraschend gegeben - 1:0 für ManU (21.). Solskjaer nahm es regungs- und teilnahmslos hin.

Nagelsmann, modebewusst im karierten Sacko an der Seitenlinie, brüllte seine Schützlinge durchgehend nach vorn, in Zweikämpfe und Lücken. Vor der Halbzeit sollten keine weiteren Treffer fallen. 

Es ging auch mal etwas härter zu: Hier wird Leipzigs Emil Forsberg (l.) von Nemanja Matic mit dem Ellbogen getroffen.
Es ging auch mal etwas härter zu: Hier wird Leipzigs Emil Forsberg (l.) von Nemanja Matic mit dem Ellbogen getroffen.  © Dave Thompson/AP/dpa

RB Leipzig zerfällt am Ende in alle Einzelteile

Dani Olmo (r.) im Kopfballduell mit Nemanja Matic.
Dani Olmo (r.) im Kopfballduell mit Nemanja Matic.  © Dave Thompson/AP/dpa

RB kam gut motiviert rein in den zweiten Spielabschnitt. Da war Nagelsmanns Wortwohl in der Kabine offenbar die richtige. 

Nach dem nach wie vor umstrittenen 1:0 wertete der Videoassistent nach dem Wiederanpfiff auch eine Aktion zugunsten der Bullen: Konaté rutschte beim Klärungsversuch im eigenen Strafraum auf Knien in Angelino hinein, bekam den Ball an den Arm. Schiedsrichter Matej Jug (Slowenien) ließ weiterlaufen, auch der VAR sah das so (51.). 

Die beste Möglichkeit hatte kurz danach Konaté: Nach einem Standard landete der Ball im zweiten Versuch beim Verteidiger, der  aus zwei Metern zum Kopfball kam, de Gea aber zur Ecke klärte (65.). 

Eine Viertelstunde vor dem Ende fiel dann die Entscheidung: Nach einem Konter netzte der eingewechselte Rashford ein. Er stand zwar im Abseits, startete aber in der eigenen Hälfte. Das Tor zählte zu Recht - 2:0 (74.). 

Und er machte auch noch alles klar: Fred bediente den Stürmer, der die Abwehr hinter sich ließ und Gulácsi beim Abschluss keine Chance ließ - 0:3 aus Sicht der Sachsen, die Entscheidung (78.).  Es sollte noch schlimmer kommen: Joker Sabitzer verursachte einen Foulelfmeter, den Martial zum deutlichen 4:0 verwandelte (87.). Rashford setzte mit dem 5:0 dann den Schlusspunkt (90.+2). 

RB Leipzig ist am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) erneut auswärts im Bundesliga-Topspiel bei Borussia Mönchengladbach gefordert. Erst am Sonntag (17.30 Uhr) hat ManU wieder Heimrecht gegen den FC Arsenal London. 

Titelfoto: Dave Thompson/AP/dpa

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