RB Leipzig mit dem Finaltrauma-Déjà-vu in Berlin: "Es tut weh!"

Berlin/Leipzig - Sollten sie denn Schlaf gefunden haben, wird das Aufwachen für einige Spieler von RB Leipzig am heutigen Morgen sicherlich mit einem großen Stein im Magen passiert sein. Die erneute Niederlage im DFB-Pokalfinale schmerzt sehr - Neu-Trainer Jesse Marsch (47) erwartet im Sommer einiges an Arbeit.

Dieses Bild sagt wohl mehr als 1000 Worte: RB Leipzigs Coach Julian Nagelsmann (33) wird ohne Trophäe zum FC Bayern München wechseln.
Dieses Bild sagt wohl mehr als 1000 Worte: RB Leipzigs Coach Julian Nagelsmann (33) wird ohne Trophäe zum FC Bayern München wechseln.  © Martin Rose/POOL Getty/AP/dpa

Ein leicht gesenkter Gang, eine Miene, die alles verrät und die Erkenntnis, dass man zwar knapp am Goldpokal vorbeilaufen, aber ihn nicht in die Höhe stemmen darf: Besonders Noch-Leipziger Julian Nagelsmann (33) war die Enttäuschung bei der Siegerehrung extrem anzusehen.

Seine Mannschaft hatte kurz zuvor alles rausgehauen, scheiterte am Ende aber gegen ein eiskaltes Borussia Dortmund und erneut an der in dieser Saison schon viel kritisierten eigenen Effizienz.

1:4-Niederlage in Berlin, der erste Titel für die Roten Bullen ist wieder in ganz weite Ferne gerückt. "Es tut weh, es ist ein schmerzhafter Moment. Ich hätte den Titel gern gewonnen, auch wenn ich hier noch 28 Jahre Trainer geblieben wäre. Das hat nichts mit meinem Weggehen zu tun", sagte Nagelsmann noch am Abend in einem Interview und resümiert:

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"Wir hatten sehr viele gute Situationen. Dortmund hatte drei und schießt drei Tore." RB Leipzig besiegte sich dabei, wie schon am vergangenen Wochenende im Signal Iduna Park, größtenteils in der ersten Halbzeit selbst. Wieder ein früher Gegentreffer, wieder kaum Durchschlagskraft im letzten Drittel und individuelle Fehler, die eben in einem Finale nicht passieren dürfen.

"Wir haben guten Ballbesitz gehabt, waren im letzten Drittel aber nicht entschlossen genug", sagte Kapitän Marcel Sabitzer (27) nach dem Spiel. "Es darf einfach nicht passieren, dass man sich viermal so auskontern lässt."

RB Leipzig erlebt gegen den BVB erneut ein Finaltrauma

So sehen Sieger aus: Der BVB konnte zum fünften Mal den DFB-Pokal gewinnen - für RB Leipzig wäre es der erste Titel gewesen.
So sehen Sieger aus: Der BVB konnte zum fünften Mal den DFB-Pokal gewinnen - für RB Leipzig wäre es der erste Titel gewesen.  © Martin Rose/Getty-Pool/dpa

Wie bereits vor zwei Jahren, als die Leipziger beim DFB-Pokal-Finale in Berlin mit 0:3 gegen den FC Bayern München sang und klanglos untergingen, gilt es auch jetzt im Nachgang einiges aufzuarbeiten. "Wir sind das zweite Mal in drei Jahren hier und haben das zweite Mal auf den Sack bekommen", weiß auch RB-Chef Oliver Mintzlaff (45).

Es wird spannend zu sehen sein, ob Julian Nagelsmann bis Sonntag den Schalter bei seinen Spielern wieder umlegen kann, wenn es in das beinahe bedeutungslose Bundesligaspiel daheim gegen den VfL Wolfsburg geht (20.30 Uhr/Sky).

Immerhin wird es das letzte Heimspiel sein, was der Coach mit den Bullen erleben wird. Als Motivation könnte unter Umständen vielleicht wenigstens die zweite Hälfte gegen den BVB dienen, in der die Mannschaft durchaus Moral bewies und unter Umständen sogar für ein Comeback hätte sorgen können.

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Nagelsmann: "Nach der Pause, wo wir extrem gut waren, haben wir nach 25 Sekunden eine hundertprozentige Chance, machen sie nicht. Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie charakterlich reagiert hat."

Es wird wohl trotzdem eine Weile dauern, bis das gesamte Team dieses Finale aus den Köpfen bekommt. Doch wie heißt es so schön: Aller guten Dinge sind drei. Vielleicht kann RB Leipzig im nächsten Endspiel den Titel gewinnen. Wenn dann auch ohne Julian Nagelsmann als Trainer.

Titelfoto: Martin Rose/POOL Getty/AP/dpa

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